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Angst vor Veränderung? Angst, erarbeitete Sicherheiten aufzugeben? "Das Leben ist eine einzige groß angelegte Veränderung", sagt Michael Roselieb - hier in seiner Werkshalle in Niederösterreich.
STANDARD: Sie hatten Ihren Platz in der Werbebranche behauptet: Hunderte TV-Spots mit film+co, Dokumentationen, Hermes Phettbergs "Nette Leit Show". Wurde es langweilig?
Roselieb: Nein, ich habe die Anteile an meinen Partner Matthias Leutzendorff abgegeben, weil ich Musik machen wollte, habe 2001 ein Tonstudio gegründet und Werbespots komponiert, produziert, CD-Produktionen gemacht. Es war aber immer die Leidenschaft für den Werkstoff Holz da. Ich habe das Studio dann 2009 verkauft. Aus dieser Branche bin ich ausgestiegen, weil die Luft im Wesentlichen draußen war.
STANDARD: Und im Bearbeiten von Holzstämmen ist sie drin und nahrhaft?
Roselieb: Sie ist dünn, aber gut zum Atmen.
STANDARD: Keine Angst vor Veränderungen? Keine Angst, bekanntes Terrain zu verlassen?
Roselieb: Ich würde gerne den Menschen, die eine Leidenschaft für eine Sache haben, sie aber nicht leben, zurufen: Fürchtet euch nicht, es geht um nichts anderes als euer Leben. Nimm dein Leben in die Hand, bevor es andere für dich tun. Außerdem: Das Leben ist eine einzige groß angelegte Veränderung. Eine Tomate ist ja auch anfangs grün und relativ ungenießbar. Dann wird sie rot und schmeckt herrlich auf Toastbrot. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen. Die Angst beherrscht interessanterweise vor allem viele in den reichen Staaten der Welt. Man gibt ja ungern Sicherheiten auf, die man sich schon erarbeitet hat. Aber ich weiß: Richtige Entscheidungen tun Körper, Geist und Seele gut.
STANDARD: Wie haben Sie sich entängstigt?
Roselieb: Ich habe heute das Gefühl, angekommen zu sein. Veränderungen kann man nur aktiv angehen, man muss in sich hineinhören: Was mache ich gerne? Bei welcher Art von Arbeit vergesse ich mein Umfeld und gehe ganz darin auf? Dort, wo das zutrifft, hat man auch das Potenzial, gut zu werden, weil man ja mit Leidenschaft, mit Einsatz, mit Liebe am Werk ist.
STANDARD: Wie arbeiten Sie also?
Roselieb: Ich bin viel entspannter als früher. Dafür betätige ich mich sozial und schaue, dass in meinem Umfeld Harmonie herrscht. Und in meiner täglichen Arbeit versuche ich Holzobjekte herzustellen, die einem ästhetischen Wert gerecht werden und gebraucht werden können. Ich arbeite fast ausschließlich mit Motorsäge und schneide Sessel, Tische, Regale aus den Stämmen. Immer ein Stück, ich versuche die Innenansicht vom Holzstamm herzustellen. Ich liebe es, diese innere Kraft eines Baumes freizulegen.
STANDARD: Wenn Sie einen Stamm gekauft haben, wissen Sie dann schon, was drinnen ist?
Roselieb: Manchmal, nicht immer.
STANDARD: Was ist Ihre Konstante, die Sie trägt?
Roselieb: Die Neugierde wahrscheinlich. Auf Bekanntes und Unbekanntes, die Neugierde auf das eigene Leben. (Karin Bauer, DER STANDARD, 22./23.12.2012)
Michael Roselieb (50) begann in der Computerbranche und gründete dann seine Unternehmen.
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"Man gibt ja ungern Sicherheiten auf, die man sich schon erarbeitet hat."
Wie wahr, erstens nennt es sich ja Sicherheit und zweitens - wenn man weiss wie schwer es war diese zu erarbeiten, dann kennt man auch den laaangemn Weg wieder soclh eine zu erlangen. Wer nichts hat kann nichts verlieren. Wer aber selbst mal unfreiwillig ins soziele Absteilgleis kam, wird sich mit solchen "Ausstiegen" nicht mmehr speilen!
Ein echtes Glück wer es schafft vom Hobby leben zu können (Windsurfing,Radfahren :-)) )
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