"Information ist ein moralisches Problem"

Interview | Lisa Nimmervoll, 21. Dezember 2012, 17:45
  • Detlef Horster: "Wir haben viele neue Probleme,die wir mit der traditionellen Ethik nicht bewältigen können."
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    Detlef Horster: "Wir haben viele neue Probleme,die wir mit der traditionellen Ethik nicht bewältigen können."

Philosoph Detlef Horster über neue Techniken und alte Moral und die Beschneidungsfrage als klassisches Dilemma

STANDARD: Westlich-säkulare Gesellschaften geraten immer öfter in Konfliktsituationen, in denen der Ruf nach mehr oder neuer Ethik kommt. Aber woher diesen ethischen Kompass nehmen?

Horster: Das ist eine Sache, die wir entwickeln müssen. Wir haben viele neue Probleme, zum Beispiel Embryonenforschung, In-vitro-Fertilisation, Pränataldiagnostik, Präimplantationsdiagnostik, Genpatentierung, Sterbehilfe - alles Dinge, die wir mit der traditionellen Ethik nicht bewältigen können, und bei all diesen Fragen wird Information immer wichtiger, sodass man sagen muss, die Information über diese neuen, vor allem medizinischen Techniken, gehört inzwischen mit zur Ethik. Ich würde sagen, Information ist ein moralisches Problem.

STANDARD: Und wie löst man das?

Horster: Wir müssen uns umschauen, bei wem wir uns informieren, wenn wir moralische Probleme lösen wollen. Etwa die Frage der Beschneidung, die gerade stark diskutiert wird. Das ist ein klassisches Dilemma. Da ist auf der einen Seite die Religionsfreiheit, die wir gewähren und gewähren müssen - was also moralische Pflicht ist -, und auf der anderen Seite die körperliche und seelische Integrität des Menschen, der beschnitten wird.

STANDARD: Wie kommt man aus diesem Dilemma heraus?

Horster: Ich habe dazu ein Vier-Schritte-Schema entwickelt, mit dem man für sich die richtige moralische Entscheidung ableiten kann. Erster Schritt: Welche moralischen Pflichten stehen hier in Konkurrenz? Der zweite Schritt: Habe ich alle mir möglichen Informationen eingeholt? Dann: Was ist für mich wichtiger, was hat Priorität - Religionsfreiheit oder körperlich-seelische Integrität? Und zuletzt muss man sich fragen: Kann ich mit dieser moralischen Entscheidung auch morgen noch in den Spiegel schauen, ohne rot zu werden, und sie mit meinem Gewissen vereinbaren?

STANDARD: Wie kann man dieses Vier-Schritte-Modell auf den Staat umlegen? In Österreich gibt es bereits eine Anzeige gegen den Wiener Gemeinderabbiner und einen muslimischen Arzt wegen Beschneidung sowie eine Gegenklage der Kultusgemeinde.

Horster: Alles, was uns an moralischen Regeln wichtig ist, wird ins Recht transformiert. Man darf niemanden umbringen, man darf niemanden verletzen etc. Die Wahrung der körperlichen und seelischen Integrität ist ganz wichtig. Die Abgeordneten haben Gewissensfreiheit, und die darf bei solchen Entscheidungen nicht unter den Fraktionszwang gestellt werden. Besonders da, wo es um wichtige moralische Fragen geht.

STANDARD: Im österreichischen Parlament sitzen aber mehrheitlich nichtjüdische und nichtmuslimische Abgeordnete. Dürfen Nichtreligiöse oder andere Konfessionen Juden und Muslimen in dem Fall vorschreiben, wie und ob sie ihre religiösen Riten auch heute noch durchführen dürfen?

Horster: Nein, aber die Abgeordneten haben zumindest die Pflicht zu überlegen, ob es so sein muss, denn man kann auch jüdischen Glaubens sein, ohne beschnitten zu sein. Die Frage, die man stellen muss, lautet: Ist es nicht an der Zeit, dass man einen Ritus nicht auch mal ändert? Eine vergleichbare Sache war die Ohrenbeichte. Die kannte man bis zum vierten Laterankonzil 1215 nicht, weil die Gemeinde als Ganze vor Gott ihre Sünden bekannte. Die Ohrenbeichte war ein Einschnitt, aber man hat weiterhin geglaubt, man war weiter Christ. Das heißt: Hier wurden Rituale verändert, und es änderte nichts an dem Glauben. Da frage ich mich: Ja, warum nicht auch das Ritual der Beschneidung? Aber noch einmal: Ich kann den jüdischen Gläubigen nichts vorschreiben. Die müssen da schon selbst nachdenken.

STANDARD: Brauchen wir für die gesellschaftliche Moralentwicklung Ethikunterricht in der Schule?

Horster: Ja, ich halte Ethikunterricht für außerordentlich wichtig, weil da die Unterschiede der verschiedenen Religionsgemeinschaften deutlich gemacht werden. Wir lernen unsere moralischen Regeln im Umgang mit anderen. Darum ist das Nachdenken über das, was für uns in der Gesellschaft selbstverständlich ist an moralischen Regeln, sehr wichtig.

STANDARD: In Österreich will die ÖVP verpflichtenden Ethikunterricht nur für die Kinder, die keinen konfessionellen Religionsunterricht haben. Was halten Sie davon?

Horster: Das halte ich nicht für sinnvoll. Man sollte die Möglichkeit haben, an einem Religionsunterricht teilzunehmen, aber unbedingt auch am Ethikunterricht.

STANDARD: Sollen auch Religionslehrer Ethik unterrichten dürfen?

Horster: Davon rate ich dringend ab. Ich finde, dass Religionslehrer in Bezug auf die Unterscheidung von Gemeinschaftsmoral und gesellschaftlicher Moral voreingenommen sind, weil sie in ihrem Unterricht immer auch die Moral ihrer religiösen Gemeinschaft vermitteln müssen. Man braucht Lehrer, die in diesen Fragen neutral sind - und ausgebildet. Wenn man diesen Unterricht macht, schadet es nicht, wenn man Philosoph ist.

STANDARD: Sie konstatieren einen starken Einfluss der "normativen Kraft des Faktischen" auf den gesellschaftlichen Moraldiskurs. Was meinen Sie damit?

Horster: Ich erkläre es an der Pränataldiagnostik und der Messung der Nackenfalte des Fötus. Bei einer Verdickung um drei Millimeter sagt man, ist die Wahrscheinlichkeit für Trisomie 21 (Down-Syndrom) hoch, bei einer Verdickung um sechs Millimeter sogar fast wahrscheinlich. Eine Kollegin, die Sonderpädagogin ist und die sagte: Ich will es nicht wissen, ich weiß, was es bedeutet, und kann damit umgehen - und trotzdem hat man es gemacht und ihr gesagt! Weil die Mediziner sagen, es ist gut und wird immer gemacht, machen wir es weiter. Nach dem Befund "verdickte Nackenfalte", der nur eine Wahrscheinlichkeit angibt, gibt es in Deutschland 92 Prozent Abtreibungen. Ich habe eine Frau erlebt, die danach fragte: Und jetzt? Der Arzt antwortete: In der Regel nehmen wir jetzt eine Abtreibung vor. Das zeigt, da ist eine moralische Dimension drin, die gar nicht bedacht wird, und wenn man es dann immer weiter macht, ohne darüber zu reflektieren, nenne ich das die normative Kraft des Faktischen. Und die halte ich für etwas sehr Erschreckendes.

STANDARD: Ist die Technik den Moralstandards davongelaufen?

Horster: Ja. Wir finden vieles vom technischen Fortschritt natürlich gut, weil es der Gesundheit dient. Das ist unter moralischen Aspekten auch ein hoher Wert. Unlängst kam in Deutschland ein neuer Bluttest auf den Markt, der das Trisomie-21-Risiko bestimmen kann. Da war die Bundesregierung so weit, die Frage zu stellen, ob man diesen Test verbietet, und es gab eine breite öffentliche Diskussion. Die halte ich bei solchen Problemen für sehr wichtig. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 22.12.2012)

DETLEF HORSTER (70) ist emeritierter Professor für Sozialphilosophie an der Uni Hannover. Schwerpunkte: Ethik und Recht, philosophische Grundlagen von Erziehung und Bildung. Er referierte im Rahmen der vom Fachdidaktikzentrum Psychologie-Philosophie der Uni Wien in Kooperation mit dem Standard organisierten Vortragsreihe "Ethik vermitteln".

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"Gesetzgeber kannte nicht alle Risiken der Beschneidung"

"Das Beschneidungsgesetz basiert auf fragwürdigen Empfehlungen von US-Kinderärzten, behaupten zahlreiche Mediziner"

http://www.zeit.de/wissen/ge... erband-aap

1) Gerade in Hinblick auf Kinderrechte hat sich seit den 70ern die Einstellung in vielen europäischen Ländern ganz erheblich weiter entwickelt.

3) Rechte und Freiheiten der Individuen in Gesellschaften begrenzen einander. Soweit der Staat Schutzfunktionen für die Rechte schwächerer in asymmetrischen Beziehungen wahrnimmt, begrenzt er immer die Rechte der stärkeren. Konkret konkurrieren die Rechte von Kindern, sich zu geachteten Mitgliedern der Gesellschaft zu entwickeln, mit dem Anspruch der Eltern, ihre Kinder aus religiösen Motiven zu Spinnern zu erziehen.

Die Setzung jeder Grenze kann man immer als 'Einfallstor in den Totalitarismus' interpretieren, wenn es überhaupt eine gibt. Egal, wo sie ist. Das ist einfach Demagogie.

Wie jetzt?

...sind wir jetzt für das setzen von Grenzen, das schaffen von Gesetzen,... bis wann? Müssen wir alles, was wir falsch machen können, beschreiben und sanktionieren? Das setzt voraus, dass sich immer jemand damit beschäftigt, was Falsch sein kann und somit stets Neue Gräuel erdenkt. Ein System, welches darauf beruht, immer neue Gesetze zu schaffen und diese zu sanktionieren, schließt die ständige Weiterentwicklung des "Ungesetzlichen", "Amoralischen", "Verwerflichen",... mit ein. Wenn das mal keinen Teufelskreis bildet.
Also darin kann ja wohl mal nicht die Lösung liegen...

Gottie
Gottie
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23.12.2012, 17:33

also, liebe vor-poster, was ist an diesem interview "hoch intellektuell"? ist es denn so wahnsinnig intellektuell, wenn man die automatische abtreibungspraxis beim down-syndrom in frage stellt?

der herr erinnert doch nur daran, dass wir heutzutag ohne ein gesundes maß an informiertheit nicht beurteilen können, zu was uns die medizin treibt. oder wollen sie etwa der werdenden mutter raten, sich nur ruhig an die ärzte zu halten, wenn um die entscheidung kind kriegen oder nichtkriegen geht?

das war vielleicht früher so, dass man die moral ruhig der hl. röm. kath. kirche überlassen hat, dass und deren kleriker dem volke schon alles reingesagt haben, was ein christkatholischer mensch zu tun und zu lassen hat.

Was ist denn Ihrer Meinung nach ein gewisses Maß an Informationsstand? Wer sagt wann es genug ist, garantiert (zB im Falle des Artzt - Mutter - Gesprächs) dass die Person, welche die Info erhalten hat diese auch mit der nötigen Skepsis und dem nötigen Respekt be- und verwertet? Muss ich wirklich alles wissen, oder reicht es mir wenn ich vernünftigerweise darauf vertrauen darf, dass die, die mich mit Info versorgen, dies mit der gebotenen Sorgfalt tun? Ich will gar nicht alles wissen, ich will einzig nicht durch bewusste Fremdsteuerung, mithilfe der an mich gegebenen Fakten, Daten, Zahlen, Aussagen, Beurteilungen, Ateste, etc. etc. von einer für mich idealen Entscheidung abgeleitet werden!

Gottie
Gottie
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24.12.2012, 12:39

gute frage. für den herrn professor horster ist das mindestmaß an informiertheit sicher höher als für unsereins, denn er kann mit diesem zusätzlichen wissen wahrscheinlich auch adäquat umgehen.

das ist ein wesen der moral in einen freien und offenen umgebung: es gibt keine gewissheit, dass sich der und der so und so verhält, dass informationen so oder anders verarbeitet werden. alles ist unsicher, keine moral ist im grundbuch eingetragen.

Prinzip des Funktionierens

ich bin mir jetzt nicht 100%ig sicher, aber Sie meinen alles sei offen?
Aber Gott sei Dank ist dem nicht so... Seit Maslow wissen wir, dass der Mensch ein biologisches Backup besitzt. Wenn etwas sicher ist dann, dass der Mensch ein bedürfnisgetriebener Organismus ist. Wie jeder biologische Organismus. Gewisse Parameter müssen eingestellt werden, um eine weitere Ebene zu erreichen.
Jeder Mensch wird stets dass tun, was er denkt, es sei am besten für ihn. Und in unserer heutigen Gesellschaft, in der wir genau das sammeln und in Statistiken zum Durchschnitt packen, was wir Menschen wollen (siehe: Google), wird es immer leichter, seinem Gegenüber einen Gedanken voraus zu sein...

Kommt das Abgeschnittene eigentlich voraus in den Himmel?

So ein "Philosoph" hat's gut.

Der muß nix entscheiden.
Nur völlig konsequenzfrei geistig onanieren.

so wie der poster

aha... ist es nicht eigentlich andersrum,...

dass nämlich der Informationsstand über den Umgang mit der Moral entscheidet? Jedenfalls liegt darin der Grund für mich, warum viele Hochintellektuelle ein sehr differenziertes Weltbild zum Otto Normalverbraucher haben.
Anstatt unsere Riten neu zu überdenken (derselbe Typ redet im gleichen Text über Religionsfreiheit!!) sollten wir uns die Informationsquellen vorknöpfen und jeden Menschen mundgerecht aufklären! Wiedermal.
Ansonsten funktioniert das Konstrukt Demokratie nur als Bühnenbild für ein gar schrecklich grausames Schauspiel. Ein Marionettentheater.

Genug Hochintellektuelle benutzen bzw manipulieren Information um eine erwünschte Realität zu erzeugen ... dies Marionettentheater (bei Platon noch ein Schattenspiel) dient auch nur zur Sicherung der Interessen einer kleinen politischen Kaste ! Im Internetzeitalter ist es wohl eher die Schwierigkeit die Desinformation erkennen zu können.

Das ist jetzt aber kein Argument gegen Information. Im Gegenteil, je mehr Informationen aus möglichst vielen verschiedenen Quellen zur Verfügung steht, um so leichter wird es Desinformation zu erkennen.

Gegen Information argumentieren ... !? Nie beabsichtigt, aber egal - natürlich muss ein ungeschränkter Zugang vorliegen aber "Schwachsinn" kostet oft zu Lasten wichtigerer Informationen desöfteren zB Speicherplatz, und Desinformation zu erkennen - tja, da kann man sich die west-ost Presse zu Syrien bzw im Netz die pro/anti-Assad Propaganda anschauen - keine leichte Aufgabe die Spreu vom Weizen zu trennen !!!

Information vernünftig aufteilen

Guten Tag. Ich möchte mich hier kurz einschalten, da mein Eintrag als sozusagen Start diente. Also, Information ist sehr wohl von geeigneter Stelle an die einzelnen Zielgruppen weiterzuleiten. Wenn ich alle Information gleich zur Verfügung stellen würde, wer hätte was davon?
Wer würde sich wirklich auskennen und vernünftig über ein Fachthema entscheiden?
Nein, die Lösung dieses Dilemmas ist eine langwierige. Es geht um Bewusstseinsbildung angefangen bei den Jüngsten und weiter mit Arbeitstechniken, wie mit Info umzugehen ist. Ansonsten fehlt das Werkzeug und dies führt lediglich zum "Informations - Messi". Damit meine ich eine Person, die Info anhäuft, diese aber in nur sehr gering produktiver Weise verwerten kann.

Stimme zu ...

Überangebot an Information "per se" gibt es nicht - jegliche Form der "Klassifizierung" von Information seitens übergeordneter Stelle wäre Zensur - ergo und folgerichtig muss die Wahrnehmung des Individuums geschult werden ...

Der Missbrauch des Begriffs "Freiheit"...

ursprünglich wollte ich als Überschrift schreiben "die Ferkelei mit dem Begriff Freiheit" aber dann wäre mein Beitrag womöglich schon bei der Überschrift rausgeflogen. Zu Recht ! Wer alles auf dieser Welt mißbraucht den Begriff "Freiheit" für seine Zwecke und kaschiert mit der Unschärfe die größten Schweinereien. Selbst beim Töten wird die Freiheit mißbraucht: "Rebellen" oder "Aktivisten" für die "Freiheit" dürfen töten, Terroristen nicht. Ich möchte auch nicht immer wieder die sogenannte Medienfreiheit oder die Waffenfreiheit vor den Vorhang zitieren, die viel Leid über die Menschen bringen kann.
Verbindlich präzisiert sollten die Grenzen der Freiheit in den Menschenrechten werden.

seit wann dürfen rebellen oder aktivisten töten?

Ein gut versorgter Herr sitzt vor einer schönen Bücherwand und erklärt uns das Leben. Wer könnte da nicht ins Schwärmen kommen und vergessen, was Merkel und Co. treiben. Der alte Schmidt treibt ja auch allen die Tränen der Rührung und der Nostalgie in die Augen, und jeder Satz hat den Charakter eines Evangeliums, und sei es noch so weltfremd und abgehoben - man nennt das "weise".

beschneidung
damit werden wir uns noch 1000 oder mehr Jahre beschäftigen
das ist unser einziges problem da

gedanken kosten nichts
philosophieren kostet auch nichts
beratschlagen kostet auch nichts

was kostet sind Einrichtungen
ausgebildete experten
ausgebildete hilfsdienste
ausgebildete Infrastruktur
ausgebildete vorstruktur
ausgebildete nachstruktur

reden kann man so leicht

gedanken kosten vielleicht nix (ausgenommen zeit), sie bringen jedoch was, wenn sie gut sind

Und was helfen ihnen die so gut Ausgebildeten, ...

wenn sie danach keine (philosophischen) Gedanken mehr verschwenden.
Ordentlich Arbeiten hält uns am Status Quo. Fortschreiten wird die Gesellschaft mit den Gedanken, dem Philosophieren und Beratschlagen.

Was ist den dass bitte für ein Philosoph...

...der nicht mal erkennen kann, dass die Religionsfreiheit des Kindes ebenso auf dem Spiel steht? Das alleine würde seinem Vier-Schritte-Modell auf die Sprünge helfen.

Oder dass die Religionsfreiheit der Eltern nicht auf die Persönlichkeitsrechte der Kinder einwirken dürfen, sofern diese sich nicht freiwillig und bewusst für diese entschieden haben? Sonst könnte man jede beliebige Person ebensogut den Geboten und Dogmen einer Religion unterwerfen könnte.

Oder dass die moderne Ethik viele dieser "Probleme" (Embryonenforschung, In-vitro-Fertilisation, Pränataldiagnostik, Präimplantationsdiagnostik, Genpatentierung, Sterbehilfe) längst beantworten konnte, es aber genau wegen diesem Herumtänzeln um klare Aussagen zu keiner Veränderung kommt.

Ihren Ausführungen...

...folgend würden Sie die Erziehung der Kinder also der Obhut des Staates übergeben oder wie stellen Sie sich das mit der religiösen Bevormundung vor.
Die Eltern, ob religiös oder nicht religiös, erziehen nun mal ihre Kinder und beeinflussen mit ihren Wertvorstellungen, Prinzipien usw. die geistige bzw. ethisch-moralische Entwicklung ihrer Kinder. Ihrer Logik nach dürften die Eltern mit ihren Kindern nicht mehr sprechen, da sie ja auch andere Weltbilder weitergeben.
Ich finde auch, dass es eine klarere Trennung zwischen Kirche und Staat geben sollte und die Kirche keine Privilegien genießen sollte, aber genauso wichtig ist die Toleranz den Gläubigen gegenüber.
Oder sollen Eltern vor dem Kirchenbesuch ihre Kinder irgendwo abgeben müssen?

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