UEFA macht Ernst: Málaga fliegt aus Europacup

21. Dezember 2012, 19:33
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CL-Achtelfinalist wegen Verstößen gegen die Regeln des Financial Fair Play für ein Jahr gesperrt

Nyon - Die UEFA legt Finanz-Jongleuren im Fußball erstmals das Handwerk. Der Champions-League-Achtelfinalist FC Málaga wird wegen Verstößen gegen gegen das Financial Fair Play für ein Jahr aus den Europapokal-Wettbewerben ausgeschlossen. Die UEFA setzt damit die vom Präsidenten Michel Platini bereits vor zwei Jahren angekündigte harte Linie in die Tat um. Ein weiteres Jahr Sperre droht, falls die Spanier bis zum 31. März 2013 nicht nachweisen können, ihren finanziellen Verpflichtungen nachgekommen zu sein.

Schuldenberg nach Scheich-Abschied

Málaga kann seine Schulden nicht mehr begleichen, nachdem der schwerreiche katarische Besitzer Abdullah Bin Nasser Al Thani den Geldhahn zugedreht hat. Unter anderem stehen Gehaltszahlungen an Spieler in Millionenhöhe aus, auch bei anderen Vereinen und dem spanischen Staat steht Málaga in der Kreide. Derzeit versucht der sportlich erfolgreiche Verein, sich neu zu strukturieren. "Die Maßnahmen sind völlig unangemessen und ungerechtfertigt", teilte man in einer ersten Reaktion mit, Verwantwortliche sprachen von "totaler Empörung und Bestürzung".

Falls Málaga sich in dieser Saison nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert, gilt die ausgesprochene Strafe auch für ihre erste kommende Europacup-Qualifikation im Zeitraum von vier Jahren. Erfüllt Malaga die geforderten UEFA-Beschlüsse nicht bis zum 31. März 2013, droht den Andalusiern zusätzlich ein weiteres Jahr Sperre. Dabei geht es um den Nachweis, Verbindlichkeiten gegenüber anderen Vereinen oder Steuerbehörden getilgt zu haben. Zudem muss der Verein 300.000 Euro Geldstrafe zahlen. Die laufende Champions-League-Saison ist nicht betroffen - Málaga tritt im Achtelfinale gegen den FC Porto an. In der Liga liegt der Klub als Tabellenvierter wieder auf Europapokal-Kurs.

Nach Bekanntwerden der UEFA-Entscheidung kündigte der Verein sofort an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Man habe eine "ungerechte, abschreckende Strafe bekommen, um als Sündenbock dargestellt zu werden." Man versicherte, dass alle finanziellen Verpflichtungen gegenüber anderen Klubs und den eigenen Spielern erfüllt habe. Ein Beweis dafür seien die mehr als sieben Millionen Euro, die Al Thani neulich in den Verein investiert habe.

Damoklesschwert über sieben Klubs

Gegen sieben weitere Vereine wurden Bewährungsstrafen verhängt: Hajduk Split, NK Osijek (beide Kroatien), Rapid und Dinamo Bukarest sowie Partizan Belgrad können dem Ausschluss für eine Saison nur entgehen, wenn sie ebenfalls bis zum 31. März nachweisen, ihre Finanzen in Ordnung gebracht zu haben. Der Zeitraum in dem die Sperre eintreten kann, ist in diesen Fällen auf drei Jahre beschränkt.

Platini und Karl-Heinz Rummenigge, Vorsitzender der Vereins-Lobby European Club Association (ECA), hatten das Financial Fair Play bereits Anfang des vergangenen Jahres vorgestellt. Die Vereine sollen nicht mehr über ihre Verhältnisse leben, sie müssen nach Übergangsfristen einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen.

"Es gibt kein Zurück mehr", hatte Platini angekündigt. Man wolle die Vereine (vor sich selbst) schützen, nicht verfolgen, hatte der UEFA-Präsident betont. der Franzose. Rummenigge hatte immer wieder gefordert, undurchsichtiges Finanzgebaren konsequent zu ahnden. "Es scheint, als ob einige Klubs die Botschaft nicht verstanden haben. Es ist Zeit, die neuen Regeln ernst zu nehmen", sagte er zuletzt. (sid/APA/red - 21.12. 2012)

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    Sportlich läuft es für die Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini bestens. Aber das könnte zu wenig sein...

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