Koalition einigt sich auf Spekulationsverbot

Andreas Schnauder, Michael Völker, 21. Dezember 2012, 17:48
  • Rechnungshof-Präsident Josef Moser zu Gast in Salzburg.
    foto: apa/neumayr

    Rechnungshof-Präsident Josef Moser zu Gast in Salzburg.

  • Willi Hemetsberger machte mit dem Land gute Geschäfte.
    foto: standard/cremer

    Willi Hemetsberger machte mit dem Land gute Geschäfte.

Rot-Schwarz einigt sich auf Staatsvertrag mit Ländern und kleine Verfassungsänderung. Die Suche nach den verschwundenen Salzburger Millionen führt zu den Banken

Wien/Salzburg - Zwischen SPÖ und ÖVP gibt es offenbar eine Einigung, wie das abgestrebte Spekulationsverbot für öffentliche Gelder umgesetzt werden soll. Das bestätigten Vertreter beider Parteien am Freitag dem STANDARD, und beide Parteien nehmen für sich in Anspruch, sich durchgesetzt zu haben. Tatsächlich schaut die Lösung so aus, dass niemand sein Gesicht verliert: Die Bedingungen für das Finanzmanagement der Länder sollen in einer 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Länder festgeschrieben werden, wie die ÖVP und ein Teil der Länder das gefordert hatten. Außerdem soll ein Verbot von Hochrisikospekulationen ganz allgemein auch als Zusatzbestimmung in der Verfassung formuliert werden. Das entspricht wiederum der zentralen Forderung der SPÖ.

Über die genaue Formulierung sowohl der 15a-Vereinbarung als auch der Verfassungsbestimmung wird koalitionsintern noch verhandelt, ab dem 4. Jänner soll das weitere Vorgehen dann mit den Ländern abgestimmt werden. Zudem sollen die für die Bundesfinanzierungsagentur geltenden Veranlagungsregeln einfach gesetzlich festgeschrieben werden. Bei Verstößen soll eine Amtshaftung greifen.

Fehlende Mittel bei Banken

Während es somit auf Bundesebene kleine Fortschritte gibt, sind die Aufräumarbeiten in Salzburg noch am Anfang. Neben der Klärung der verlustreichen Derivate steht die Suche nach den verschwundenen Krediten der Bundesfinanzierungsagentur im Vordergrund. Bei den knapp 600 Millionen Euro gibt es jetzt erste Anhaltspunkte: Salzburg könnte zumindest einen Teil des Betrags den Banken als Sicherheit zur Verfügung gestellt haben, heißt es in eingeweihten Kreisen.

Die Institute verlangen in der Regel ein Cash-Depot, auf das sie bei Ausfällen zugreifen können. Durch die steigenden Spekulationsverluste hätten die Banken immer höhere Nachschüsse eingefordert - und bekommen. Eine bedeutende und kritische Rolle spielen Ex-Banker auch bei der Aufarbeitung. Der Nachfolger der entlassenen Referatsleiterin Monika R. ist von der Deutschen Bank geholt werden. Willi Hemetsberger, der als externer Experte beigezogen wurde, verantwortete als Bank-Austria-Vorstand das Derivategeschäft. Die Bank war einer der größten Geschäftspartner Salzburgs, allein im Derivategeschäft mit dem Land verdiente das Institut unter Hemetsberger gut sieben Millionen Euro. Hemetsberger betont, dass er "nur" Hauptaktionär und Aufsichtsrat der mandatierten Firma Ithuba sei.

Die im Raum stehende Befangenheit scheint auch dem Rechnungshof ein Dorn im Auge zu sein. Präsident Josef Moser sagt, er wolle "sehr rasch Interessenkonflikte" auflösen. (Andreas Schnauder und Michael Völker, DER STANDARD, 22.12.2012)

persönlich haftung

von politikern in die verfassung bitte!

Bock zum Gärtner

Ein Grossteil der Landesverluste sind Gewinne der "Deutschen Bank". Und jetzt lässt man mit Hemetsberger einen Mitarbeiter dieser Bank diese Geschäfte "aufklären" und beendigen?

Ähm, einigt man sich jetzt auf ein Spekulationsverbot,

das es eigentlich eh schon gibt?

Wenn dieses Spekulationsverbot in Kraft tritt...

...dann könnten doch einige Beamte (Politiker) eingespart werden. Diese wurden für ihr Hobby auch noch gut bezahlt!

Das ist eine typisch österreichische Lösung

Man schließt mit den Ländern eine §15a-Vereinbarung, die diese dann in landesgesetzlichen Bestimmungen umsetzen.
Zusätzlich soll es eine Verfassungsbestimmung geben, die hochspekulative Anlageformen verbietet.

Warum macht man nicht gleich eine ordentliche Verfassungsbestimmung, an die sich alle zu halten haben? Das würde völlig ausreichen und die Länder könnten nicht wieder durch eigene legistische Maßnahmen Schlupflöcher finden. So ist's wieder eine Lösung, die zahlreiche "Hintertürchen" offen halten wird - und jeder macht wieder, was er will.......

ganz einfach, so könnte doch der Spindelegger nicht sagen, wie's langgeht ;-)
Und die Sozialdemokratie kriecht wieder einmal mehr zu Giebelkreuze - echt widerlich

so ist es.
aber vielleicht geht's eben darum, daß man sich hintertürchen offen lassen möchte...

Österreich ist ja vorbildlich, was präzise Vereinbarungen anbelangt...

Inserate für Politiker werden genauso ruckzuck der Vergangenheit angehören, wie Parteispenden... Beides wurde mit erschreckenden Vehemenz geregelt, sodass die Regierungsparteien wirklich Federn lassen. Genauso wild und heftig wird sich die Selbstbeschneidung der Landeshauptleute auswirken. Die freuen sich schon drauf, Schiebereien der Landes(nahen) Unternehmen auch als solche zu deklarieren oder die Zuwendungen an die befreundeten Unternehmen...
Heute ist doch der beste Tag für Märchen! ;-)

Geld doch bei Banken!

Danke dem Standard für diese "Aufklärung" rund um angeblichlich fehlende 600 Millionen - also bei Banken liegt das Geld offenbar sicher, so sicher, dass dies sogar die sich in dieser Causa besonders engagierten "Salzburger Nachrichten" verschlafen, schliesslich müssen sie ja zunächst pausenlos
hin-und draufschlagen was ihre Druckerei nur hergibt: alle sind Gauner, nur die vermutlich Hauptschuldige und ihr Anwalt (mit besonderen Beziehungen zu den SN?) werden so behandelt, als seien sie unter einem Schutzschild. Wie sagte der Rechnungshof-Präsident am Donnerstag: Zahlreiche Finanzberichte und Dokumente seien gefälscht. Von wem wohl? Sicher nicht von der SPÖ- LH-Frau, ihrem ÖvP-Stellv.Haslauer oder dem SPÖ-Ressortchef LhStv.Brenner.........

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