Die Geschichte der "Gesellschaft gegen unnützes Schenken"

24. Dezember 2012, 20:48

Selbst in den USA weiß heute kaum noch jemand, was "SPUG" bedeutet: Als Frauen 1912 den Aufstand gegen eine weihnachtliche Unsitte probten

Den christlichen Kirchen ist der Kommerz, der sich um Weihnachten entwickelt hat, ein Dorn im Auge. Menschen mit anderem oder gar keinem Glaubensbekenntnis verweisen darauf, dass in den multikulturellen Gesellschaften von heute das Fest einer Religion nicht automatisch von allen Menschen "mitgefeiert" werden muss. Und wieder andere würden vom omnipräsenten Jahresendzeit-Rummel am liebsten gleich ganz in Ruhe gelassen werden. Das sind alle sehr unterschiedliche Motive, denen der in den englischsprachigen Ländern kursierende Begriff "War on Christmas" nicht wirklich gerecht wird.

Ein Motiv ganz anderer Art, gegen Weihnachten vorzugehen, hatten Frauen im frühen 20. Jahrhundert - und ein gutes dazu. 1912 wurde in New York die "Society for the Prevention of Useless Giving" (SPUG), hervorgegangen aus einem Fonds, mit dem weibliche Handelsangestellte unterstützt wurden. Der Groll von SPUG richtete sich aber nicht gegen Weihnachten an sich, sondern vor allem gegen die Unsitte, dass arbeitende Frauen damals (inoffiziell, aber doch) dazu verpflichtet waren, ihren Vorgesetzten teure Weihnachtsgeschenke zu machen. Ein erheblicher Teil des letzten Monatsgehalts im Jahr war damit futsch.

SPUG wuchs schnell und sorgte für Schlagzeilen, sollte aber auch schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Spätestens mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs war es vorbei - und die Konsumgesellschaft tat das, was sie am besten kann: Sie modelte den Ausdruck "SPUG" zu etwas Vermarktbarem um ...

Anlässlich des 100. Jubiläums erinnert das Magazin "Slate" an die kurze wechselvolle Geschichte der Gesellschaft zur Verhinderung unnützen Schenkens:

--> Slate: "The Original War on Christmas"

(APA/red, derStandard.at, 24. 12. 2012)

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12 Postings
"Was feiern wir denn?", habe ich mit 4 Jahren gefragt.

"Den Geburtstag vom Christkind.", war die treffende Antwort. "Warum bekomme dann ich die Geschenke und nicht das Christkind?". Diese Frage blieb unbeantwortet. Ich liebe es spontan zu schenken und beschenkt zu werden, jedoch - Weihnachten war mir hinfort verleidet. Warum schenken wir nicht dem "Christkind" etwas, in "seinem" Sinne ...

Eine Spende?

Besser noch, wir öffnen die Augen für Menschen, denen es nicht gut geht. Dann wissen wir sofort, wer das Geschenk für das "Christkind" bekommt, und woran es mangelt.

Als spirituellem Menschen, der Jesus als einen großen Lehrer empfindet, ergibt sich für mich ein Abstand zu Konsumwahn und Kirche gleichermaßen. Ein persönliches Verständnis des alten Midwinterfestes und der Lehre von Jesus tut not

wieder einmal gefeiert

seit Jahren konnte ich es ignorieren, dieses Weihnachten. Heuer wurde es ein fröhliches Familientreffen, nachdem vorher klar war: ein Familientreffen, kein Hokuspokusfest, keine Bibelsaga. Wenn man kein Christ ist, so ist Weihnachten etwas zutiefst abergläubisches, groteskes. Ist man ein paar Jahre davon abstinent, so erscheint es wie ein abstruser Massenwahn. In Zeiten der Not hat es seinen Sinn, ein Fest zu feiern, das zur symbolisch dunkelsten Stunde des Jahres Hoffnung spendet. Aber nein, da wird während dieser elendslangen Adventzeit ein hysterisches, gieriges Monstrum hochgezüchtet, das einen sogar mit allen Kitsch in China verfolgt! Weihnachten ist ein Marketingschmarrn. Geld und Zeit spare man besser auf, also so zu vergeuden.

Sie haben schon recht, aber die epidemisch sich ausbreitenden Glühweinstandl haben so gar nichts mit "altem Brauchtum" zu tun. Sie haben sich zusammen mit dem kollektiven Kunsumrausch im großen und ganzen in den letzten Jahrzehnten angesiedelt.
Und seit (schätzomativen) zehn Jahren reicht die offizielle Adventzeit auch nicht mehr aus, jetzt müssen schon im August die ersten Weihnachtsartikel angeboten werden, und ab Oktober gibts schon die Weihnachtsnaschereien. Es droht, zusammen mit Ostern, zu einem "Ganzjahresfestival" zu werden - übrigens, in Deutschland wissen angeblich schon viele Leute garnicht mehr, was da eigentlich gefeiert wird.

"Den christlichen Kirchen ist der Kommerz, der sich um Weihnachten entwickelt hat, ein Dorn im Auge."

Diese Kirche hat noch vor wenigen Jahrhunderten den Ablasshandel erfunden.

Ich wär also an der Stelle der Kirche gaaaaaanz schweige :D

mich macht es betroffen, wie in der adventszeit teils die aggressionen hochgehen.
weihnachten selbst, eine zeit des friedens, geschenke, alles nett. das wunder, als kind selbst erlebt, bis heute immer wieder existent - allerdings nicht das mit religiösem hintergrund, eher die überraschung und das beschenkt werden.
man kann auch zu festtagen ander religionen gratulieren, wenn man jemanden kennt. ich hoffe, dass weihnachtswünsche nicht als der aggressive akt wahrgenommen werden, gerade auch im vergleich zu den zuständen in der adventszeit.

weihnachten: winter, kälte, dunkelheit, die aussicht auf weitere 2,5 monate bis es wieder heller und wärmer wird. dazu noch das geforderte nett-sein und sich über diese aussichten freuen.
verstehen sie jetzt die agressionen mancher menschen?

sehen sie, da liegen sie nicht ganz richtig -

zu weihnachten wird die wintersonnenwende gefeiert. ab jetzt wird es jeden tag ein bisschen heller.

dass weiss ich aber es hilft nicht. das fürchterliche ist,ich merke, dass es heller wird aber es hilft nichts gegen die kälte :-(

Klingt eher nach etwas, was depressiv und daher eher träge und traurig macht.

träge und traurig, damit haben sie recht aber das ists nicht, kälte und dunkelheit und aufgeben dass sind die gemeinheiten, das erste und zweite kriegens noch hin über wissen, dass das nur eine unterdosierung ist aber dass dritte ist nicht so lustig, da hillft nichts

eigene Erfahrung ?

Feiere Weihnachten nicht mehr, mit allen Freunden, auch den "engen Bezugspersonen" gemeinsam beschlossen. Sind ausgestiegen.
Wir beobachten gelassen, wie auf der Mahü die Menschen in die Einkaufszentren stürmen, wie das Vieh zur Futter-Tränke...

Nicht, dass es ein christliches Fest ist, sondern der Umstand, dass alle meinen, man müsse sich gefälligst mit Weihnachten irgendwie ausienandersetzen wollen, sei es durch Schenken, Feiern oder sonstwas, macht es mir so unsympathisch.

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