Hollister ist Zwangs-Beschaller of the year

23. Dezember 2012, 17:06
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Dröhnende Musik in hoher Lautstärke: Dafür gab bekam die Textilkette schon zum zweiten Mal einen zweifelhaften Preis

Salzburg/Wien - Der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hat sich zusammen mit der Linzer Initiative Hörstadt und der Katholischen Kirche einen ganz besonderen Preis ausgedacht. Verliehen bekam den "Zwangsbeschaller" 2012 der Textil-Händler "Hollister Co". Was dahinter steckt? Für die Kampagne wurden rund 350 Lärmmessungen in ganz Österreich durchgeführt. Die Techniker stellten dabei Spitzen-Pegel bis zu 99 Dezibel fest.

"Bei Hollister wurden dauerhafte Schallpegel von 90 Dezibel gemessen. Zudem dröhnt die Musik in allen Ecken des insgesamt engen und düsteren Geschäfts, was die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zusätzlich erschwert", sagte Gerald Forcher, Regionalgeschäftsführer der GPA. "90 Dezibel, das entspricht etwa einer Kettensäge. Wer unter diesen Bedingungen täglich stundenlang arbeitet, muss mit sämtlichen Stress-Symptomen bis hin zu hohem Blutdruck, irreparablen Hörschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rechnen." Forcher wies darauf hin, dass laut Gewerbeordnung ab 80 Dezibel bei Lehrlingen und ab 85 Dezibel für alle Mitarbeiter ein Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben sei.

Die Filiale der Textilkette Hollister im Salzburger Einkaufszentrum "Europark" wurde übrigens schon im Jahr 2011 mit dem "Zwangsbeschaller" für das Land Salzburg "ausgezeichnet". Am Freitag versuchten Vertreter der Gewerkschaft, der Initiative Hörstadt und der Katholischen Kirche (darunter Domprälat Balthasar Sieberer) den Hollister-Mitarbeitern den "Zwangsbeschaller" zu überreichen. Die hatten auf das "Präsent" ganz offenbar keine Lust und wiesen Preisverleiher und Presse aus der Filiale. (APA, 21.12.2012)

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