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Die Nachrichtenagentur dapd soll mit neuer Gesellschaftsstruktur auf dem Weg einer übertragenen Sanierung weitergeführt werden. Das teilte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Freitag in Berlin mit, fast drei Monate nach dem überraschenden Insolvenzantrag für acht Gesellschaften der ehemaligen dapd-Gruppe.
Dabei werde die Nachrichtenagentur als strukturell neues Unternehmen von einer Investorengruppe um den Medienmanager Ulrich Ende aus Teilen der insolventen Gesellschaften gegründet, erläuterte der Insolvenzverwalter der Kanzlei Leonhardt. Zu den weiteren Investoren äußerten sich Köhler-Ma und Ende am Freitag auf Nachfrage nicht, die Verträge würden erst in den kommenden Tagen unterzeichnet, hieß es. Insgesamt werde die Investorengruppe mehr als vier Millionen Euro neues Eigenkapital einbringen. Er sei zuversichtlich, die Nachrichtenagentur bis Ende Jänner aus der Insolvenz zu führen, sagte der Insolvenzverwalter.
Köhler-Ma alleiniger Sachwalter
Köhler-Ma ist inzwischen alleiniger Sachwalter der acht nun in Regelinsolvenz stehenden Gesellschaften, Ende wird nach eigenen Angaben Geschäftsführer in dem neugegründeten Unternehmen. Als dapd-Partner für internationale Meldungen sei die Nachrichtenagentur Dow Jones gewonnen worden, Einzelheiten der Vereinbarung würden allerdings noch verhandelt. Auch ein internationaler Bildpartner sei gefunden, werde aber erst im Januar bekanntgegeben. Die dapd hatte bislang einen Kooperationsvertrag mit der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der jedoch Ende Januar ausläuft.
Die dapd war aus der Nachrichtenagentur ddp und dem ehemaligen deutschen Dienst der AP hervorgegangen. Anfang Oktober hatten die dapd nachrichtenagentur GmbH und die dapd nachrichten GmbH sowie weitere sechs Gesellschaften der Gruppe Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.
Wolf von der Fecht gibt Geschäftsführer ab
Zum alleinigen Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften wurde Wolf von der Fecht bestellt, Partner der Düsseldorfer Sozietät Metzeler von der Fecht. Er gab die Leitung mit dem Wechsel der Gesellschaften in eine Regelinsolvenz nun ab. Unter seiner Leitung hatte die Nachrichtenagentur eine Umstrukturierung durchlaufen, bei der 98 der knapp 300 Mitarbeiter die insolventen Gesellschaften verlassen mussten. (APA, 21.12.2012)
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