Honda: Comeback der Halbliter-Klasse

24. Dezember 2012, 16:53
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Die Führerscheinklasse A2 tritt in Kraft, mit der man Motorräder bis zu 48 PS fahren darf. Grund genug für Honda, den halben Liter zu befeuern

Mit den neuen 500er-Modellen winkt Honda eindeutig in Richtung der ersten Führerscheinbesitzer des A2-Zettels. Mit 17 1/2 Jahren darf man die Ausbildung dazu beginnen, ab 18 Jahren dann, nach bestandener Prüfung Motorräder mit bis zu 48 PS fahren. Und genau so viele Pferde haben die Honda CB500F, CB500X und CBR500R.

Kein Wunder also, dass alle drei Motorräder den gleichen Rahmen und den gleichen Motor haben. Nur im Endausbau unterscheiden sie sich. Die CB500F ist nackt und erinnert an die CB1000R, die CB500X ist endurig nach dem Vorbild der Crosstourer, die CBR500R supersportlich und spielt mit dem Styling der CBR1000RR Fireblade.

Einfach durchdacht

Schon auf den ersten Blick ist klar, dass Honda ein günstiges Motorrad bauen wollte. Geld wächst bei der angepeilten Käuferschicht nicht auf den Bäumen. Deutlich sieht man das an der einfachen Kastenschwinge, dem lieblosen Auspuff und der Einscheiben-Bremse vorne.

Weil die Hondas aber in Sachen Motorrad die japanischen Volvos sind, haben alle Motorräder selbstredend ein ABS verbaut, das vorne über eine Zweikolben-, hinten über eine Einkolben-Bremszange arbeitet.

Der Motor ist ein 471 Kubikzentimeter großer Zweizylinder, der sein Leistungsmaximum bei 8500 Umdrehungen erreicht. Etwas früher, bei 7000 Umdrehungen, liegt das maximale Drehmoment von 43 Newtonmeter an.

Also brutale Kraftlackl sind die neuen 500er nicht, wenn man aber gerade erst von der U-Bahn oder vom Puch Maxi auf eine dieser Maschinen steigt, kann einem schon passieren, dass das Herzerl ein paar Extrapumperer pro Sekunde einlegt.

Universalbereifung

Mit rund vier Litern Sprit sollen diese Radeln 100 Kilometer weit kommen. Eine weitere Ansage von Honda an das gequälte Geldbörsel notorischer Nachtmenschen. Zudem sind 160er-Hinterreifen günstiger als 190er-Walzen - ganz zu schwiegen davon, dass sich mit ihnen ein Motorrad leichter durch die Kurven schießen lässt.

Ja, auch die Reifen sind an allen drei Motorrädern gleich. Das heißt, dass die Enduro CB500X nicht wirklich fürs Gelände geschaffen ist, die CBR500R nicht für die Rennstrecke. Die X hat aber das Zeug für die lange Tour und die R schaut scharf genug aus, dass man von vorne zwei Mal schauen wird müssen, um sie von der 1000er unterscheiden zu können.

Es knallt auf der Hondabudel

In Puncto Styling hat Honda bei allen Motorrädern ganze Arbeit geleistet. Gut, Details, wie zuvor besprochen, fallen beim genauen Hinschauen auf, aber die Masken sind scharf wie Chilischoten.

Da werden nicht nur Einsteiger eine Freud haben, sondern auch der eine oder andere Downsizer - der seinerzeit selbst auf einer Honda CB500 gesessen ist - wird dabei glasige Augen bekommen und sein Bares auf die Hondabudel knallen.

Faire Preise

Wie viel Geld das genau sein wird, wissen wir noch nicht. In wenigen Wochen wird Honda die Preise für die drei Motorräder ausrufen. Aber wir dürfen von einem mehr als fairen Preis für die unter 200 Kilogramm schweren CBs ausgehen. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 24.12.2012)

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Honda

  • Ein halber Liter in drei Variationen: hier die CB500F.
    foto: honda

    Ein halber Liter in drei Variationen: hier die CB500F.

  • Die CB500F in dezentem Schwarz.
    foto: honda

    Die CB500F in dezentem Schwarz.

  • Macht optisch auf Enduro: die CB500X.
    foto: honda

    Macht optisch auf Enduro: die CB500X.

  • 160er-Hinterreifen schmücken jede der drei 500er.
    foto: honda

    160er-Hinterreifen schmücken jede der drei 500er.

  • Sportive Looks sind die Sache der CBR500R.
    foto: honda

    Sportive Looks sind die Sache der CBR500R.

  • Die CBR500R in sportlich-elegant.
    foto: honda

    Die CBR500R in sportlich-elegant.

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