"3" kann Orange übernehmen: Letzte Hürde überwunden

  • Der Übernahme des Mobilfunkers Orange
durch den kleineren Mitbewerber "Drei" (Hutchison) steht nun nichts mehr
im Wege.  Laut  "3"-Chef Jan Trionow soll sich für
Orange-Kunden wenig ändern.  Für diese
soll es "nur Verbesserungen geben"  und
die bestehenden Mobilfunkverträge würden erhalten bleiben. Auch die bestehenden
0699-Nummern bleiben erhalten. 
Rasch verschwinden soll die Marke "Orange". "Dies ist der
Wunsch der derzeitigen Eigentümer von Orange und entspricht auch der
Einmarkenstrategie von 3", so  Trionow.
    foto: apa

    Der Übernahme des Mobilfunkers Orange durch den kleineren Mitbewerber "Drei" (Hutchison) steht nun nichts mehr im Wege. Laut "3"-Chef Jan Trionow soll sich für Orange-Kunden wenig ändern. Für diese soll es "nur Verbesserungen geben" und die bestehenden Mobilfunkverträge würden erhalten bleiben. Auch die bestehenden 0699-Nummern bleiben erhalten.

    Rasch verschwinden soll die Marke "Orange". "Dies ist der Wunsch der derzeitigen Eigentümer von Orange und entspricht auch der Einmarkenstrategie von 3", so Trionow.

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Kartellanwalt und Wettbewerbsbehörde verzichten auf Rekurs gegen Genehmigung des Yesss-Verkaufs an Telekom Austria

Der Übernahme des Mobilfunkers Orange durch den kleineren Mitbewerber "3" (Hutchison) steht nun nichts mehr im Wege. Der Bundeskartellanwalt und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) haben sich mit der Entscheidung des Kartellgerichts abgefunden, den Weiterverkauf der Orange-Diskonttochter Yesss an die Telekom Austria zu genehmigen.

Nicht unbedenklich

Der Bundeskartellanwalt und insbesondere die Bundeswettbewerbsbehörde halten den Zusammenschluss von zwei der vier Mobilfunk-Anbieter in Österreich zwar für alles andere als unbedenklich - letztlich mussten sie sich aber geschlagen geben und ihren Widerstand gegen die Fusion aufgeben.

Auflagen

Nachdem die Europäische Kommission vergangene Woche die Übernahme von Orange durch Hutchison 3G Austria unter Auflagen genehmigt hatte und das Kartellgericht für den damit unmittelbar verbundenen Verkauf der Orange-Tochter Yesss an den Marktführer A1 (Telekom Austria) grünes Licht gegeben hatte, stellte auch die österreichische Telekom-Regulierungsbehörde einem Frequenz-Erwerb der Yesss-Mutter Orange Austria durch die Telekom Austria nichts in den Weg.

Ein Rekurs hätte einerseits das Verfahren weiter verlängert

Vor diesem Hintergrund gaben Kartellanwalt und BWB einem möglichen Rekurs gegen die Entscheidung des Kartellgerichts nur geringe Chancen. Es gelte auch "die Kohärenz mit den Verfahrensergebnissen anderer befasster Behörden - wie eben in diesem Fall Europäischer Kommission und Telekom-Regulierungsbehörde - zu berücksichtigen", erklärte der Kartellanwalt am Freitag in einer Aussendung. Ein Rekurs hätte einerseits das Verfahren weiter verlängert, andererseits würden viele Aspekte des vom Kartellgericht eingeholten Sachverständigen-Gutachtens als Fragen der vom Erstgericht vorgenommenen Beweiswürdigung angesehen worden, die vor dem OGH als Kartellobergericht nicht bekämpfbar seien, heißt es in der Erklärung.

Nicht glücklich

Auch in der Wettbewerbsbehörde ist man mit dem Ausgang des Tauziehens offensichtlich nicht glücklich: Die Entscheidung des Kartellgerichts "ist zwar mangelhaft, jedoch vor dem Kartellobergericht (OGH) nicht mit Aussicht auf Erfolg bekämpfbar", begründete die BWB, warum man letztlich das Handtuch warf. Ein Rekursverfahren hätte nur zu Verzögerungen geführt, letztlich aber nichts gebracht. Dass Tatsachenmängel im Rechtsmittelverfahren nicht bekämpfbar seien, ist nach Auffassung der BWB "eine wesentliche Unzulänglichkeit des Kartellgesetzes". Die BWB werde daher weiterhin darauf drängen, dass dieser Mangel in einer Novelle behoben wird.

Reaktionen

Bei den beteiligten Mobilfunkern herrscht sichtbare Erleichterung. "Damit stehen nach langen und intensiven Verhandlungen der letzten Monate endlich alle Ampeln der Übernahme von Orange Austria durch Hutchison 3G Austria auf Grün", sagte "Drei"-CEO Jan Trionow in einem Statement.

"Wir sind sehr erfreut, dass sowohl der Bundeskartellanwalt als auch die Bundeswettbewerbsbehörde den Weg frei gemacht haben für den Weiterverkauf von Yesss! an A1", sagte Trionow. "Das ist heute nicht nur ein guter Tag für uns, sondern für alle österreichischen Konsumenten", versprach Trionow.

Ein "strategischer Meilenstein, dass wir nun die Möglichkeit haben, Yesss zu erwerben"

Für Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter ist es ein "strategischer Meilenstein, dass wir nun die Möglichkeit haben, Yesss zu erwerben". Die Telekom erhöhe damit ihren Marktanteil von 40 auf 45 Prozent und werde künftig 6 Millionen Mobilfunkkunden haben, unterstrich Ametsreiter. "Wir gehen deutlich gestärkt aus dieser Transaktion hervor." Es sei europaweit einzigartig, dass der Marktführer ohne Auflagen seine Position stärken könne.

Die Diskontmarken "Bob" und "Yesss" seien komplementär, erklärte der Telekom-Chef, beide Marken sollen daher bestehen bleiben. Die Kunden sollen die Übernahme nur in Form einer Qualitätsverbesserung zu spüren bekommen. Man werde nicht nur Basisstationen erwerben und das Netz verbessern, sondern auch weitere Frequenzen erwerben, betonte Ametsreiter. Eine Einschränkung des Wettbewerbs erwartet er durch die Reduktion von vier auf drei Mobilfunkanbieter in Österreich nicht. "Ich glaube, dass die Wettbewerbsdynamik auch weiterhin bestehen bleiben und dass es auch weiterhin sehr gute Angebote im Mobilfunkbereich geben wird."

"Ich bin sehr froh, dass unsere 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun Klarheit bekommen haben über die Zukunft des Unternehmens"

Mit zumindest einem weinenden Auge dürfte Orange-Chef Michael Krammer den Ausgang der beinahe unendlichen Geschichte betrachten. "Ich bin sehr froh, dass unsere 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun Klarheit bekommen haben über die Zukunft des Unternehmens", sagte Krammer. "Sie haben stark dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen in den letzten zwölf Monaten gut entwickelt hat, das ist ihr Verdienst, und ich gratuliere Drei zu dem Spitzenteam, das sie übernehmen."

Mit seiner persönlichen Zukunft habe er sich noch nicht auseinandersetzen können, sagte Krammer, "nachdem wir bis zuletzt nicht gewusst haben, wie die Entscheidung ausgeht und wie es weitergeht". An den Verträgen und Tarifen für die Orange-Kunden soll sich nichts ändern, lediglich die Netze würden durch die Zusammenlegung "optimiert und verbessert" - Orange habe rund 4.600 Sendestationen und Drei habe etwa 4.000. (sum/APA, 21.12. 2012)

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Orange

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“ Die Diskontmarken "Bob" und "Yesss" seien komplementär, erklärte der Telekom-Chef, beide Marken sollen daher bestehen bleiben. Die Kunden sollen die Übernahme nur in Form einer Qualitätsverbesserung zu spüren bekommen.“

Na DA bin ich gespannt...

dann schau ich mir an, ob die empfangsprobleme jetzt besser werden. diese woche im kh hietzing bzw. kh st. pölten keinerlei empfang, t-mobile & a1 keinerlei problem. liegt sicher auch an den smardphones, aber so schlecht wars früher nicht bezüglich empfang und orange als die letzten 1-2 jahre. sollte das nicht besser werden, dann werd ich zu t-mobile wechseln, da wir dort die zweite firmenkooperation haben.

seit einemJahr findet man keine 3 Postings

zum Verbleib der Mitarbeiter nach der Fusion.

Ja, es werden einige wenige mit einem goldenen Handshake belohnt, aber der Rest wird halt sang und klanglos verschwinden müssen.

Im Namen der vielen Kunden (zufriedene und unzufriedene) möchte ich auch Danke für Eure Bemühungen sagen, den erst als One den Markt betreten hat, hat sich bei den Tarifen etwas getan.

One war Klasse. Mit der Orange-Übernahme begann die Talfahrt. Wirklich schade. One war ein toller Mobilfunker.

Das Problem von One war das gleiche, das Orange jetzt hat: Kein brauchbares Netz - was eher schlecht ist für einen Mobilfunker.

so klasse war one nicht

als ich damals meinen vertrag kündigte musste ich noch 8 wochen warten, weil ich das kleingedruckte übersah.

vermutlich machen das andere auch, aber trotzdem ist sowas nicht "klasse"

ja, das ist richtig. mit max-mobil sind die preise zwar gefallen, aber erst mit one hat sich die preisspirale wirklich zu drehen begonnen. kann mich noch erinnern, als ich den ersten anruf von einem one-kunden im büro am festnetz entgegengenommen hab - die sprachqualität war toll, nachdem diese schon im 1800er bereich funkten und die anderen noch im 900er.

Tolle Entwicklung wenn die EU bestimmt wer in Österreich wen kaufen darf...

Sicher keine Lobbyisten involviert gwesesn... *augenroll*

Sie sind wohl der Experte schlechthin? Weil ja grad Österreich ein Hort der Glücksseligkeit und Transparenz ist, oder? Ohne EU gäbs wahrscheinlich immer noch ein Telekom-Monopol...

verratens uns doch bitte: wer genau ist "die eu", die allen was dreinredet, alles bestimmen will, wie leute wie sie es gerne bezeichnen?
definieren sie bitte diese leere worthülse "die eu" wenn sie sie als feindbild verwenden...
ich bin gespannt.

a chines' kauft an franzosen...

nicht ganz

Ein chinesischer Eigentümer eines globalen Mobilfunkkonzerns hat entschieden, daß die winzige Tochter in einem kleinen Land in Mitteleuropa die kaum größere Tochter eines französischen Mobilfunkkonzerns kaufen darf, welche noch dazu mehrheitlich einem Investmentfonds aus Ungarn gehört(e).

Fast wie Citycom - Mannesmann - Vodafone - Western Wireless - T-Mobaiiil als Eigentümer bei Tele.Ring.

Nebenbei Vodafone war zwischenzeitlich mal kurz an A1 beteiligt, wovon heute nur noch ein paar sinnlose Brandings auf älteren Mobiltelefonen Zeugnis ablegen.

Ist doch ein Klax für no-one, besser yesss zu A-keins als ein Monolog mit Bob.

vor allem wenn es sich um rein österreichische firmen handelt, nicht wahr?

also 3 austria und orange austria sind sicher keine internationalen konzerne ;)

schade... kein guter Tag für die Konsumenten...
die Wettbewerbsbehörde hatte meines Erachtens Recht damit dagegen zu sein.

NA ENDLICH!

Hat Herr Thanner nun endlich eingesehen, dass seine Hinhaltetaktik keinen Effekt auf das Ergebnis, sondern nur eine schlechtere Situation für Kunden, Mitarbeiter und Finanzkraft der beteiligten Firmen gebracht hätte. Herzlichen Glückwunsch zu dieser gerade noch rechtzeitigen Einsicht!
Wenn er wirklich etwas bewegen hätte wollen, hätte er früher tätig werden müssen - er hatte mehrere Monate Zeit.

Cheers Antsch

Kann ich dann als Orange Kunde einfach einen 3 Tarif nehmen?

nehme an hier besteht Gesamtrechtsnachfolge ..

dh, bestehende Verträge bleiben weiter bestehen;
erst wenn ausgelaufen, dann neuer Vertrag ;

und was bedeutet das für mich als orange kunde?

wie rasch wird der deal jetzt über die bühne gehen und was sind die kurzfristigen auswirkungen? zb vertragsbindung... any ideas?

Orange wird als Marke wohl noch bis Ende 2013 vom Markt verschwinden. Verträge werden weiterlaufen. Ob durch die AGBs ein Sonderkündigungsrecht bestehen könnte kann ich nicht beantworten - kommt wohl auch drauf an ob die von Drei da schlechter wären als die von Orange (Änderung zum Nachteil des Kunden) oder ob die alten weiterhin gültig bleiben. Dann bliebe die Bindung bestehen.

Man kauft sich keine Kunden um sie sogleich ziehen zu lassen. 3 wird die Orange Verträge unverändert weiterlaufen lassen. Samt AGB.

Diese nachricht ist für den Wappler ein Weltuntergang

Das ist eine ganz ganz traurige nachricht! Wir werden orange sehr vermissen!

Frequenzen in absehbarer Zeit?

Diese Prozedur hat jetzt beinahe ein Jahr Gedauert!
Wenn man die Tariefentwickung betrachtet, wird man schnell feststellen, dass 3 nicht mehr teurer werden braucht um Lte zu gleichen Preisen anzubieten, der Preis hat sich in den letzten 3 Jahren nach oben geschaut ( in Verbindung mit kaum zu verbrauchen Freiheiten)

schau mal die preise von den nachbarn an und dann überlege es dir nochmal was du geschrieben hast

http://www.t-mobile.de/telefonie... -_,00.html

und übrigens die preise sind in den letzen jahren runtergegangen, u.a. deswegen war die inflation auch niedriger

Schon mal von Inflationsanpassung gehört?
Wenn man ehrlich ist, braucht man in Österreich wegen der Tarife wirklich nicht zu jammern. Wir sind in dieser Hinsicht ein richtiges Paradies.

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