Europas Leitbörsen im Minus

21. Dezember 2012, 18:30
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag nach einem bewegten Handelstag überwiegend mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 7,21 Einheiten oder 0,27 Prozent auf 2.651,09 Zähler.

Die Chancen auf eine rechtzeitige Einigung im US-Haushaltsstreit zur Umschiffung der sogenannten "Fiskalklippe" sind abrupt gesunken. Republikanerführer John Boehner musste am Donnerstagabend (Ortszeit) überraschend eine von ihm angesetzte Abstimmung über Steuererhöhungen für Superreiche mit mehr als einer Million Dollar Jahreseinkommen absagen. Er räumte selbst ein, dass er im Repräsentantenhaus in dieser Frage keine Mehrheit habe.

Eine Einigung mit US-Präsident Barack Obama ist damit in die Ferne gerückt. Die Unsicherheit belastet laut Devisenexperten vor allem den Euro, da der Dollar weiter als sicherer Hafen gilt. Sollten die Republikaner mit den Demokraten von US-Präsident Barack Obama keine Lösung finden, würde eine Reihe von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen automatisch in Kraft treten. Damit könnten die USA in eine Rezession stürzen.

Eurozone wieder im Fokus

Zudem rückte in der Eurozone die Diskussion um einen Schuldenschnitt für Zypern in den Fokus der Märkte. Bei der Rettung des angeschlagenen Eurostaats zeichnet sich keine einfache Lösung ab. Der scheidende Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker und Zyperns Präsident Dimitris Christofias lehnten einen Schuldenschnitt für das Land ab, während die Bundesregierung keine Position beziehen wollte. Zudem hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Zyperns erneut um zwei Stufen gesenkt. Die Bonitätsnote sei von "B" auf "CCC+" reduziert worden. Hoffnung gab es jedoch aus Rußland. Präsident Wladimir Putin hat einen Beitrag für die Rettung der Mittelmeerinsel nicht ausgeschlossen.

Der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Minus von 0,47 Prozent bei 7626,23 Zählern. Topperformer im Index waren Continental, die mit einem Plus von 2,21 Prozent bei 87,58 Euro schlossen. Am unteren Ende des DAX fand sich die Commerzbank mit einem Minus von 3,41 Prozent bei 1,443 Euro.

Im europäischen Leitindex Euro-Stoxx-50 schlossen als Spitzenreiter Iberdrola mit einem Zuwachs von 2,63 Prozent bei 4,22 Euro. Auch die während des Tagesverlaufs starke Position halten konnten GDF Suez mit einem Plus von 1,58 Prozent bei 15,44 Euro. Als größter Kursverlierer zeigten sich Nokia mit einem Minus von 3,60 Prozent bei 3,054 Euro. Auch ArcelorMittal erholten sich nicht und schlossen bei 12,88 Euro, mit einem Abschlag von 2,46 Prozent.

In London schloss der FT-SE-100 mit einem Abschlag von 18,35 Zählern oder 0,31 Prozent bei 5.939,99 Punkten. Kursgewinner wurde hier der Energiekonzern Randgold mit einem Plus von 2,68 Prozent auf 6.125,00 Pence. Evraz konnten sich im Handelsverlauf nicht erholen und landeten mit einem massiven Abschlag von 3,45 Prozent bei 257,80 Pence. (APA, 21.12.2012)

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