Hypo-Aufseher Ditz fordert eine Bad Bank

21. Dezember 2012, 10:51
16 Postings

Die Baustelle notleidende Kredite werde Zeit brauchen, um den Abbau ohne Gefahr für die Steuerzahler durchzuführen

Wien/Klagenfurt/München -Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hypo Alpe Adria, Johannes Ditz, geht davon aus, dass der Gerichtsstandort im Bankenkrieg mit der Ex-Hypo-Mutter BayernLB München sein wird. Die Verkäufe von Hypo-Töchtern dürften sich indes weiter ziehen - bis 2015/2016, gestand Ditz ein. Der Abbau der zehn Milliarden Euro Leichen im Hypo-Keller - notleidende Kredite, Leasinggeschäfte, Immobilien, Grundstücke, marode Tourismusprojekte - werde noch zehn Jahre brauchen. Für den Abbau forderte Ditz erneut eine "Art Bad Bank".

Rechtlich gerüstet

Im Streit mit der BayernLB dürfe der Bankvorstand gar nicht anders handeln als die Rückzahlung zu stoppen, wiederholte Ditz den Hypo-Standpunkt. "Das Verfahren wird aber nach österreichischem Recht geführt werden", gibt sich der ehemalige VP-Wirtschaftsminister zum Wirtschaftsblatt überzeugt. Man sei "rechtlich gut gerüstet", so Ditz mit Bezug auf das Eigenkapitalersatzgesetz (EKEG), das die Bayern hingegen als nicht anwendbar betrachten.

Auch sehe die notverstaatlichte Bank keine negativen Auswirkungen durch die Anzeige der BayernLB bei der EU. Die Union habe auch immer "eine Linie der Lastenteilung" bei Sanierungen vertreten, so Ditz.

Schritt für Schritt

Zum Ziel des Verkaufs der Hypo-Töchter auf dem Balkan, der schleppend verläuft, solle es im Frühjahr eine Entscheidung der EU in Sachen des Hypo-Beihilfeverfahrens geben. "Unsere Position ist, dass der Zeitplan so realistisch ist, dass wir die Banken unter wettbewerbsfähigen Bedingungen verkaufen können", hoffte der Aufsichtsratschef.

Die Österreich-Bank sei bis 2013/2014 verkaufbar, ein Signing noch 2013 möglich, so Ditz. "Beim Südosteuropa-Netzwerk gehen wir von 2015/2016 aus, und in Italien ist die Lage so schwierig, dass es momentan überhaupt keine Verkaufschancen gibt." Eine Lösung sei dennoch bis Ende 2016 vorstellbar.

Zum Abbauteil der Hypo mit dem Volumen von zehn Milliarden Euro sagte Ditz: "Wir werden wohl deutlich mehr Zeit brauchen, um den Abbau ohne Gefahr für die Steuerzahler durchführen zu können." Er gehe von "deutlich mehr als fünf Jahren" aus. "Zehn Jahre könnten ein guter Zeitraum sein, um alles kontrolliert abzuarbeiten", unterstrich Ditz das Ausmaß der Schwierigkeiten, in denen die Bank steckt. Für den Abbau forderte Ditz erneut eine "Art Bad Bank".

Hoffen auf Fekter-Ja

Für den Abbau konnte sich Ditz im Wirtschaftsblatt erneut vorstellen, eine "eigene Abbaugesellschaft rechtlich zu gestalten", die für die EU "grundsätzlich kein Problem" darstelle - "eine Art Bad Bank - aber eine, auf die das Bankwesengesetz nicht zur Anwendung kommt". Management und Eigentümer - Republik Österreich - müssten den "notwendigen zeitlichen Spielraum für einen geordneten Verkauf der Assets" festlegen.

Zur "Art Bad Bank", von der es von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) bisher kein Okay gab, sagte Ditz weiter: "Man muss sich das noch genau anschauen, wie das machbar ist und wie es zu einer sinnvollen Verknüpfung mit dem Bundesbudget kommen kann."

Im Jahr 2013 gehe es für die Hypo darum, "operativ nicht negativ zu werden". (APA, 21.12.2012)

  • Ditz: "Wir
werden wohl deutlich mehr Zeit brauchen, um den Abbau ohne Gefahr für die
Steuerzahler durchführen zu können."
    foto: standard/hendrich

    Ditz: "Wir werden wohl deutlich mehr Zeit brauchen, um den Abbau ohne Gefahr für die Steuerzahler durchführen zu können."

Share if you care.