Innenbandriss, WM-Aus, Saisonende

22. Dezember 2012, 12:46
  • Marlies 
Schild mit den behandelden Ärzten Karl Golser (links) und Gernot Sperner nach erfolgter Knieoperation: "Schauen, ob das Gefühl wieder kommt".
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    foto: apa/parigger

    Marlies Schild mit den behandelden Ärzten Karl Golser (links) und Gernot Sperner nach erfolgter Knieoperation: "Schauen, ob das Gefühl wieder kommt".

Marlies Schild hat sich bei ihrem Sturz in Aare einen Innenbandriss zugezogen. Damit ist die WM-Saison für die Titelverteidigerin im Slalom gelaufen. Für ÖSV-Sportdirektor Hans Pum ist die Diagnose "ein Schock"

Innsbruck - Noch während die Teamkolleginnen am Freitagvormittag auf der Heimreise aus Schweden waren, lag Marlies Schild im Innsbrucker Sanatorium Kettenbrücke bereits unter dem Messer. Nach ihrem Trainingssturz am Donnerstag in Aare hatten die Unfallchirurgen Gernot Sperner und Karl Golser einen Riss des inneren Seitenbandes im rechten Knie diagnostiziert. Eine konservative Ausheilung war nicht zu erwarten, also entschlossen sich die beiden Ärzte zu einem sofortigen Eingriff.

Durch zwei Krücken gestützt und sichtlich bedrückt zeigte sich die Patientin dann am Samstag bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit. Die Salzburgerin versuchte tapfer zu sein, ein Ende ihrer Karriere wollte sie jedoch nicht ausschließen. "Es ist noch nicht die Zeit, um konkret darüber nachzudenken. Ich möchte wieder topfit werden, der Rest muss sich dann ergeben", meinte Schild.

Wieder keine WM

Am Sonntag wird die 31-Jährige die Klinik verlassen können. Schild muss nun sechs Wochen eine Schiene tragen, drei Wochen lang darf das verletzte Knie nicht bewegt werden. Ab der vierten Woche kann mit dem Stabilisierungs- und Aufbautraining begonnen werden, damit ist die WM-Saison für die Slalom-Weltmeisterin definitiv gelaufen.

"Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber es gibt Schlimmeres. Im Vergleich zu anderen Verletzungen sind das Peanuts", sagte die leidgeprüfte Schild, die sich 2008 bei einem Trainingssturz in Sölden einen schweren Trümmerbruch im Schien- und Wadenbein zugezogen hatte. Die behandelnden Ärzte zeigten sich optimistisch. "Die Operation war komplikationsfrei und dauerte 35 Minuten", berichtete Sperner. Golser erwartete eine eine völlige Ausheilung der Verletzung ohne Einschränkung.

"Schock"

"Wenn die stärkste und beständigste Slalomläuferin der vergangenen Jahre kurz vor der Heim-WM mit einer schweren Verletzung ausfällt, ist das natürlich ein Schock für uns", sagte Hans Pum, der Sportdirektor des Skiverbandes (ÖSV). "Jetzt geht es aber einzig und allein darum, dass Marlies wieder fit und gesund wird."

Damit verpasst Schild nach 2009 (WM in Val d'Isere) das nächste Großereignis. Im Oktober 2008 hatte sich Schild während des Riesentorlauf-Trainings auf dem Rettenbachferner ob Sölden bei einem Sturz einen Trümmerbruch im linken Schien- und Wadenbein und einen Bruch des Schienbeinkopfes zugezogen. Sie wurde in Innsbruck von Sperner und Golser operiert und verpasste die gesamte Saison.

Die neuerliche Verletzungspause, die ein Antreten bei der WM in Schladming unmöglich macht, nahm Schild natürlich schwer enttäuscht zur Kenntnis, sagte Sperner. "Letztlich hat sie dem aber gefasst ins Auge geschaut." Ob und wann Schild in den Weltcup zurückkehrt, ist noch nicht bekannt. Österreichs Sportlerin des Jahres nannte am Anfang der Saison die Heim-WM und die Winterspiele 2014 in Sotschi als nächste Ziele. Eine olympische Goldmedaille fehlt der Zweiten von Vancouver 2010 noch.

Lange Krankengeschichte

Willensstärke nach Verletzungen hat die Weltmeisterin von Garmisch-Partenkirchen 2011 schon oft genug bewiesen. Mit 15 erlitt sie ihren ersten Kreuzbandriss, mit nur 19 Jahren hatte sie bereits fünf Knieoperationen hinter sich. Schild wandte sich daraufhin zunehmend den technischen Disziplinen zu.

Trotz der Rückschläge ist Schild mit 33 Siegen die zweitbeste Slalomfahrerin aller bisherigen Zeiten. Auf die Einstellung des Rekordes der Schweizerin Vreni Schneider fehlt ihr nur noch ein weiterer Erfolg. Schild gewann zudem 2004 den Riesenslalom auf dem Semmering und 2006 die Super-Kombination auf der Reiteralm. Ihrem Comebacksieg am 29. Dezember 2009 in Lienz nach mehr als einjähriger Verletzungspause ließ Schild eine beeindruckende Serie folgen. Zwei Jahre lang fuhr sie in allen Slaloms, die sie beendete, auf das Podest.

In dieser Saison blieb Schild ein Erfolg allerdings versagt. In Levi schied sie aus, in Aspen wurde sie hinter Teamkollegin Kathrin Zettel Zweite. Ohne die Slalom-Dominatorin enttäuschten die ÖSV-Damen beim Premierensieg der erst 17-jährigen US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin am Donnerstagabend in Aare. Zettel scheiterte bereits im ersten Durchgang, Michaela Kirchgasser wurde Neunte, Nicole Hosp fuhr auf Rang 16. Nach Weihnachten und noch vor dem Jahreswechsel folgen am 28. und 29. Dezember ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Semmering. Dort hat Schild bisher dreimal gewonnen. (krud/red/APA - 22.12.2012)

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Gute Genesung liebe Marlies!

Bei so einem Pech ist es zu Hause immer am besten. Wir wünschen Dir alles Gute für 2013 damit Du wieder voller Energie im Leben stehst.
Herzliche Grüße von Sebastian mit Schifa
Ilie

Marlies moch wos gscheits...

...bevor zum Sportkrüppl wirst !
Gute Besserung, erhol dich und denk über deine junge Zukuft nach...!!!

Marlies Schild hat sich wenigstens nur beim Sport verletzt und dabei herausragende Leistungen erbracht. Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen zieht es hingegen vor, durch übermäßigen Alkoholkonsum zu verblöden oder durch Bewegungsarmut dem Herzinfarkt tief ins Auge zu blicken.

Ich kann nicht verstehen, warum in einigen Kommentaren so auf Marlies Schild herumgehackt wird. Sobald sie als Erste durchs Tor gefahren ist, haben vermutlich genau diejenigen laut gejubelt und waren stolz Österreicher zu sein! Natürlich hat jeder Sportler das Risiko, sich zu verletzen, aber so viele schwere Verletzungen innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne sind schon ein großes Pech. Ich finde es schade, dass sie bei der WM nicht zeigen kann, was sie drauf hat und wünsche ihr, dass sie bald wieder fit ist!

Liebe Sportjournalisten des DerStandards!

Aare gibt es nicht, außer in den muskulösen Köpfen der Sportjournalisten, weil diese nicht die Geringst Ahnung davon haben, dass der Ort Åre heißt und dass mit der Tastatur vor ihrer eigenen Nase jeder einzelne Buchstabe, den es in den Schriftsprachen der EU gibt, geschrieben werden kann. Sowohl Kärntens Železna kapla als Schwedens Åre.

Auf meiner deutschen Windows-Tastatur gibt

es keine direkte Taste für das Å.

du hast durchaus recht, aber jemand, der selber nicht g'scheit deutsch kann, sollte seine kritik in einem anderen tonfall vorbringen. ;-)

die Aare ist ein Fluß in der Schweiz

Hinterher gefahren

die ist doch ohnehin seit Saisonbeginn nur
mehr hinterher gefahren

also so what?

Sie wird doch schon genug Geld eingesammelt haben in den letzten Jahren
oder ned?

Du bist so unsensibel!

Marlies, tu dir das nicht mehr an! Es gibt ein Leben nach dem Leistungssport! Alles Gute!

"Mit 15 erlitt sie ihren ersten Kreuzbandriss, mit nur 19 Jahren hatte sie bereits fünf Knieoperationen hinter sich."

....wieviele Nachwuchstalente bleiben da eigentlich auf der Strecke?

Die KK in Ö. blecht alles!

das zahlen alles die Krankenkassen in Österreich.

Und somit wir alle als Beitragszahler-Innen und Leistungsbezieher-Innen, während sich diese "Skistars" zig Millionen € zum extra niedrigem Steuersatz ungeniert einsammeln

naja

mir hamms ja....

Nur so nebenbei: Die haben alle Unfallversicherungen mit Prämien, die du nicht einmal als Monatsgehalt hast.
Bitte zuerst korrekt recherchieren oder jemanden fragen, der sich auskennt.

vollkommen richtig!

die Sportler ruinieren unser Gesundheitssystem. Die sind doch Dauerpatienten, die Orthopäden leben von den Joggern!

Wer wird aber kritisiert? Kranke Menschen wie Raucher oder Fettleibige. Die können aber nichts dafür, das sind Opfer der sozialen Verhältnisse und der Gene.

dann würd ich vorschlagen
check dir ein neues hirn
aber eins mit peinlichkeitsmelder

soll sich net so anstellen, ist Berufsrisiko

Jeder hat so was. Bei mir (90% vor dem Computer): Haltungsschäden, Kreuzschmerzen, Fettleibigkeit.

Weder schreibt wer darüber noch verdien ich so viel Kohle wie die Schild.
Als Beamter diene ich dem Staat für ein mickriges Einkommen und werd sogar noch angefeindet.

Ich glaube, diese stillen Helden, die für die Gemeinschaft die Gesundheit ruinieren, sollten auch mal anerkannt werden.

Fahren Sie mit dem Radl in die Arbeit, gehen Sie nach dem Dienst ein, zwei Runden Joggen, am Wochenenden ausgedehnte Spaziergänge oder Radlausflüge auf der Donauinsel

Zu Fuß zum Billa, statt mit dem Auto. Und und und.
Auch sitzend Arbeitende sind nicht zu einem frühen Tod verdammt.

ihre milchmaedchenrechnung ist nicht komplett

eine leistungssportlerin hat ein 10 jahriges erwerbsleben, als computermensch sitzen sie mind. 4 x solange vor ihrem schirm

Arbeiten Sie 24/7 oder hätten Sie theoretisch vielleicht die Möglichkeit Haltungsschäden und Fettleibigkeit in der Freizeit vorzubeugen?

Von Computerarbeit jedenfalls ist noch keiner fett geworden – das kommt immer noch vom Essen (sag ich aus vollster, leider experimentell verifizierter, Überzeugung).

Frau Schild, wird gegen Verletzungen kaum vorbeugen können, es sei denn sie wechselt den Job.

ist klar, dass Sheldon Ironie nicht versteht

Dann laufen nach dem bisherigen Klickverhalten hier aber immerhin ca. 50% Sheldons herum.

So Braindead wie manche Standardposter sind, muß man Ironie sowieso eher hintanstellen – siehe Neu-Delhi-Vergewaltigungsthread.

Ironie oder?

du held du.

keines deiner leiden ist mMn berufsbedingt (zumindest lassen sie sich vermeiden/mindern). fettleibigkeit, gehts noch, dein zu viel fressen, aufs beamtentum schieben, ist aber schon jenseitig.

und dann wundert sich diese schicht (mitglieder davon), deren gehalt stärker stieg als bei kaum einer anderen größeren schicht (die 1000 top manager in ö sind keine große schicht) das sie auch noch angefeindet werden, wenn sie solche meldungen schieben.

wobei ganze gruppen anfeinden gibts bei mir eher eh nicht, nicht mal beamten. aber helden sinds auch nicht.

von Neid zerfressen...

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