Ethnische Unruhen zwischen Volksgruppen in Kenia

21. Dezember 2012, 16:25
posten

Mindestens 32 Tote bei Kämpfen zwischen Pokomo und Orma im Süden des Landes

Nairobi - Bei schweren ethnischen Unruhen in der kenianischen Küstenprovinz Tana River Delta sind mindestens 32 Menschen grausam getötet worden. Unter den Opfern seien auch fünf Frauen und sieben Kinder, teilte das Rote Kreuz mit. Zehn der mit Macheten und anderen Waffen ausgerüsteten Angreifer kamen bei den Zusammenstößen ebenfalls ums Leben. Mindestens 30 Menschen wurden verletzt.

Die Attacke auf das Dorf Kipau ereignete sich in der Nacht zum Freitag gegen 4.00 Uhr morgens. Mindestens 45 Häuser wurden in Brand gesteckt. Den ganzen Tag lag Rauch über dem Gebiet.

Streit um Land- und Wasserrechte

Im August und September waren mehr als 100 Menschen bei dem blutigen Konflikt der rivalisierenden Volksgruppen Pokomo und Orma getötet worden. Der seit Jahrzehnten dauernde Streit wird Berichten zufolge auch von Lokalpolitikern angestachelt. Hintergrund ist ein Streit um Land- und Wasserrechte. Auch eine vor Monaten in die Region entsandte paramilitärische Polizeitruppe, die 1.000 Mann umfasst, konnte den neuerlichen Gewaltausbruch nicht verhindern.

"Weil es bereits vor einigen Monaten zu Attacken gekommen ist, war das Rote Kreuz bereits vor Ort und konnte schnell auf diesen neuen Gewaltausbruch reagieren", sagte Nelly Muluku vom Roten Kreuz. "Aber die Situation bleibt unsicher."

In dem ostafrikanischen Land stehen im März 2013 Präsidentenwahlen an. Nach der letzten Abstimmung 2007 hatte es schwere Ausschreitungen und Zusammenstöße verschiedener ethnischer Gruppen gegeben. Mindestens 1.000 Menschen kamen ums Leben. Nun geht die Angst um, dass die Küstenregion im kommenden Jahr Schauplatz weiterer blutiger Ausschreitungen werden könnte. (APA, 21.12.2012)

Share if you care.