Facebook testet kostenpflichtigen Nachrichten-Versand

  • Mit zwei Filter-Einstellungen soll gewährleistet werden, dass unerwünschte Nachrichten nicht ankommen
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    Mit zwei Filter-Einstellungen soll gewährleistet werden, dass unerwünschte Nachrichten nicht ankommen

Das Verschicken von Nachrichten an unbekannte Personen könnte zukünftig kostenpflichtig werden

Am Donnerstag kündigte Facebook in seinem Newsroom Änderungen an, die künftig auf User zukommen werden, wenn sie private Nachrichten verschicken. Wie das Unternehmen schreibt, gab es zahlreiche User, die Probleme mit dem "Others"-Ordner im Nachrichten-Eingang hatten. So kamen dort häufig wichtige Nachrichten an, die dem User nicht mitgeteilt wurden und somit nicht gelesen wurden. Facebook führt deshalb Filter ein, die das Inbox-Problem beheben sollen.

Automatische Umstellung

Die Einstellung"basic filtering" soll demnach nur Nachrichten ausliefern, die von Freunden kommen oder von Menschen, die man kennen könnte - beispielsweise Freunde von Freunden. Wer zuvor schon eingestellt hat, Nachrichten von Freunden von Freunden oder "von allen" empfangen zu können, wird automatisch auf "Basic Filtering" umgestellt.

Nachrichten von Android-Usern

Das "strict filtering" zeigt nur Nachrichten von Freunden in der Mailbox an. Dies entspricht etwa der alten Einstellung, mit der nur Freunde Nachrichten an einen User schicken konnten. Zusätzlich sollen auch Nachrichten von "Messenger for Android" ankommen, also auch von Usern, die keinen Facebook Account haben, aber die Kontaktinformation des Users am Smartphone gespeichert haben und sich somit im sozialen Umfeld des Empfängers bewegen. Freunde von Freunden sollen einen User künftig auch in Massen-Nachrichten inkludieren können. Es soll weiterhin die Möglichkeit geben, Personen zu blocken, sodass diese keine weiteren Nachrichten an den User verschicken können.

Ein Dollar pro Nachricht

In Zukunft will Facebook nur noch Nachrichten ausliefern, die auch relevant sind für den User. Dafür zieht Facebook die Beziehung des Empfängers und des Senders heran, die Facebook durch den sozialen Graphen ermessen kann. Neu ist dabei auch, dass Facebook Usern, die sonst nicht in der Inbox mit ihren Nachrichten landen würden, die Möglichkeit geben möchte, sich "einzukaufen". Für einen US-Dollar kann also jemand in Zukunft sicherstellen, dass die Nachricht in der Inbox des Empfängers ankommt, auch, wenn zu dieser Person keinerlei Beziehung besteht. Dadurch soll gewährleistet werden, dass User weniger Spam erhalten, da der Sender eine "Gebühr" zahlen muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Zunächst nur ein Test

Diese Option befindet sich in der Testphase und greift dann, wenn soziale und algorithmische Faktoren nicht ausreichen, um eine Nachricht mit Sicherheit auszuliefern. Auch der Empfänger kann dadurch sichergehen, dass es sich um eine "wichtige" Nachricht handelt, da der Sender schließlich dafür gezahlt hat. Zunächst wird diese Option nur in den USA getestet. Die maximale Anzahl der Nachrichten, die dann vom "Others"-Ordner direkt in die Inbox gelangen können, soll sich auf eine pro Woche belaufen. Facebook kündigte an, in den nächsten Monaten noch einige weitere Änderungen und Optimierungen bei den Nachrichten durchzuführen. (iw, derStandard.at, 21.12.2012)

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