Man sieht nur mit dem Herzen weit

Saint-Exupérie und Ferstl sind sich darin einig: Für den Weitblick bedarf es immer einer Innenschau - auch um Bad Schönau

Beim Ortsbauern oberhalb von Bad Schönau befindet sich eine Station des "Weges der Blicke" mit einem Spruch des in Zöbing aufgewachsenen Schriftstellers Ernst Ferstl: "Eine Entdeckung des Wunderbaren im Alltäglichen bedarf der Fähigkeit, mit den Augen des Herzens sehen zu können." Das klingt ein wenig nach Saint-Exupéries Der kleine Prinz, ist aber auch ein schönes und treffendes Motto für eine Wanderung auf den Hutwisch, der höchsten Erhebung der Buckligen Welt.

Der Wechsel von bewaldeten Abschnitten mit freien Flächen beschert ständig neue Einblicke in das "Land der tausend Hügel", der Rundblick von der 22 Meter hohen Warte auf dem höchsten Punkt bildet die Krönung: Es präsentieren sich Rax und Schneeberg von einer ungewohnten Seite, der Hochwechsel zeigt sich in voller Größe und Schönheit. Der Blick schweift weit über den Neusiedler See hinaus, angeblich sind bei besonders günstigen Verhältnissen auch die Steiner Alpen zu erspähen. Es zeigen sich die erloschenen Vulkane Pauliberg und Stradnerkogel sowie die Riegersburg, die auf dem Schlot eines ehemals Feuer speienden Berges liegt. Zu sehen sind auch die Berge um Bernstein, Geschriebenstein und ein Teil der Fischbacher Alpen.

Gut gemachte Hinweistafeln auf der Plattform erleichtern die Orientierung. Es überrascht nicht, dass schon in grauer Vorzeit auf dem Berg eine befestigte Wachstation stand. Die drei Wetterkreuze oberhalb von Schützenkasten weisen auf eine alte, heidnische Kultstätte hin, beim Höhwirt finden sich Reste alter Schanzen aus der Zeit der Auseinandersetzungen mit den Osmanen.

Die Tour weist keine Schwierigkeiten auf, Markierungen und Wegweiser sind ausreichend, nur manche Zeitangaben sind cum grano salis zu bewerten oder etwas kurios; bei den Wetterkreuzen stehen zwei Schilder - nur wenige Meter voneinander entfernt -, von denen das eine die Gehzeit bis zum Gipfel mit 35, das andere mit 34 Minuten angibt.

Die Wanderroute: Von Bad Schönau steigt man auf Asphalt - vorbei an Kirche und Friedhof, rot und blau markiert - zum Ortsbauern an, dann geht es kurz hinab in das Tal des Hollersbaches. Auf der roten Markierung quert man die Talsohle und gelangt im gleichmäßigen Anstieg zum Weiler Schützenkasten. Über freies Gelände geht es weiter zu den Wetterkreuzen und zur Häusergruppe von Wenigreith. Die rot markierte Route wendet sich von der Straße nach rechts und wird steil. Später wechselt man auf die blaue Markierung und erreicht den Gipfel mit der Aussichtswarte. Gehzeit ab Bad Schönau 2 Stunden.

Auf der nach Nordwesten hinabführenden gelben Markierung wandert man in einer halben Stunde zum Höhwirt.

Der weitere Weg ist ebenfalls gelb markiert, zuerst am Waldrand, dann nach links steil hinab führt die Route einen Hang entlang, später wählt man bei einer Weggabel den linken - grün markierten - Ast. Beim Gasthaus Nussbaumhof erreicht man die Anstiegsroute und gleich darauf den Ausgangspunkt. Gehzeit ab Höhwirt zwei Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 22.12.2012)

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5 Postings
Naja,

es ist vielleicht unüblich in Österreich, französische Literaten auch richtig zu schreiben. Der Ort, der mit Ernst Ferstl biografisch verbunden ist, heisst Zöbern. Zöbing im Kamptal hat auch seine Reize, aber ich mutmaße, dass Herr Orfer dieser Name eher aufgrund der Weine aus diesem Ort aus der Feder rutschte.

Wie lange hätte es gedauert

auf Wikipedia nachzusehen, wie man Saint-Exupéry schreibt?

Habt Ihr noch immer nicht begriffen, dass Allgemeinbildung einfach megaout ist?

Zum Googlen sollte es aber zumindest reichen

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