Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Fernöstliches Schwelgen auf der anderen Seite der Welt: Bruno Fegers Skulptur "Kirsche" (2004).
Um 1900 war eine rabiate Zeit in der ästhetischen Produktion. Pierre Bourdieu erzählt in seinem Hauptwerk über die Regeln der Kunst von einem Treffen in Paris, bei dem sich die Vertreter der Ismen - des Impulsionismus, des Intensismus, des Floralismus, aber auch des Futurismus - aussprechen und eine gemeinsame Linie finden wollten. Das Ganze endete vorhersehbarerweise in einer Schlägerei. Zwar waren die avantgardistischen Stoßtrupps bisweilen gerade einen Mann hoch, doch schienen die jeweiligen Ansprüche auf Alleinvertretung deshalb umso plausibler.
Da tut es gut, von einem Ismus zu wissen, der auf wundersame Weise alle auf sich verpflichtete. Der Japonismus ist es, das Kurpfälzische Museum mitten in Heidelberg widmet ihm gerade eine mit Fug friedfertige Schau mit ebensolchem Titel: Kirschblütenträume. Statt aufeinander loszugehen, übten sich die Künstler an Zweiglein und Bäumen, nach den bekannten Prinzipien der Flächigkeit, mit einem Faible für Diagonalen und ausladende monochrome Farbpartien, weitgehend ohne räumliche Koordinaten, auf Tiefe verzichtend. Wem das zu avanciert war, der stellte die Accessoires dar, die Kimonos und die Schirme, und umgab die Interieurs mit geblümten Draperien.
Irgendwann übten sie sich alle, so emphatisch sie sonst waren, in fernöstlichem Schmelz: Wilhelm Trübner, der Realist, Max Slevogt, der Impressionist, Ernst Ludwig Kirchner, der Expressionist, Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter von der Münchner Speerspitze des Spiritismus, Klimt und anderen Ich-AGs wie Ferdinand Hodler, Felix Vallotton oder ein Aquarellist aus Wien namens Egon Schiele.
In der Ausstellung fehlt Vincent van Gogh, der das Genre nicht begründet, aber mit Authentizität aufgeladen hat; seither legen sie alle eine Facette der Einheit von Kunst und Leben bei sich bloß, wenn sie, die sie nie in Japan waren, dessen Fundus plündern.
Apropos plündern: US-Soldaten waren es, die 1854 das Land aus seiner Splendid Isolation zwangen. Von da an brandete Handelsgut in den Westen, befördert von den Weltausstellungen, voran jener in Paris 1867, die die Mode begründete. Wien 1873 tat ein Weiteres, und die Kunst, der jede Aneignung, Appropriation, Einverleibung, vulgo: jeder Klau recht ist, bediente sich, wie die anderen Märkte auch, mit Vorliebe.
Japan war ein Präzedenzfall für das, was kommen würde in der orthodoxen Moderne. Es war zurückgeblieben, aber nicht primitiv; es diente dem Imperialismus, behielt aber politisch Selbstständigkeit; es ließ sich herbei für die westlichen Bedürfnisse nach Exotismus und Erotizismus, blieb aber einigermaßen auf Augenhöhe. Später, in Afrika, würde es nicht mehr so kuschelig zugehen.
Die Heidelberger Schau verteilt all das auf gerade vier Räumen. Das Wiener Mak hat mitgeholfen und einige dutzend Beispiele aus seiner Sammlung japanischer Holzschnitte beigesteuert, die Klassiker von Hiroshige, Utagawa oder Hokusai. Zustandegekommen ist eine kleine, feine Präsentation, unprätentiös und mit bestem Angebot an Exponaten. Ein wunderbares Plädoyer für das Prinzip Studioausstellung. (Rainer Metzger aus Heidelberg, DER STANDARD, 21.12.2012)
Bis 10. Februar
Mehr als 3.000 Pläne, Skizzen, Zeichnungen und Modelle zu seinen Bauprojekten in Deutschland
Mit falschen Erwartungen und einem zu wenig akzentuierten Programm kämpft "What Would Thomas Bernhard Do"
Delogierung mal anders: Architekt Édouard François stapelte für den Bauträger Paris Habitat verschiedene Wohnhäuser zu einer urbanen Collage
Der Zuschlag wurde erteilt, die Planungen für die Kunstbiennale starten Anfang Juli
Arbeiten des deutschen Fotografen sind in der Wiener Galerie Lumina zu sehen
Karlsruhe: Juristisches "Neuland" zu Urheberrecht bei Fotos
Die Bewegungsstudie von 1925 ist Rudolf Koppitz' wohl bekanntestes Foto. Faktisch ist sein Œuvre umfangreicher, wie eine Ausstellung in Brünn und der Kunstmarkt belegen
Eine Ausstellung im Palazzo Strozzi beschäftigt sich umfassend mit dem Ursprung der Renaissance. "Die Ausbreitung der Schönheit" lässt sich dort konzentrierter und ruhiger nachvollziehen als im umgebenden Florenz
Helmut Draxler beschäftigte sich am Beispiel der Generali Foundation mit dem Prinzip Sammeln
Die Berliner Künstler Janina Janke und Maurice de Martin beforschten die UN-Sitze in Wien, Nairobi und New York City als "unbekannte Räume"
Ars-Electronica-Jury hatte aus über 4.000 Einreichungen zu wählen - Preisverleihung am 6. September
René Block tauchte ab in die Tiefen des Depots von Sammler-Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl und fühlte eine Ohnmacht. Aus etwas ihm vertraut Unvertrautem - der österreichischen Avantgarde der 1960er-Jahre - wurde die Schau "Eine kleine Machtmusik"
Ernst Logar hinterfragt in Graz "Orte der Unruhe", wo NS-Opfern gedacht wird
Studienjahr 2013/2014: Internationale Jury kürte je vier Projekte aus den Bereichen Architektur und bildende Kunst sowie jeweils zwei Ersatzprojekte
Jakob Lena Knebls Mahnmal "Schwule Sau" am Morzinplatz in Wien erinnert an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgender-Personen
Kreditvergaben an Kunststiftung zu gering besichert: Anklage gegen acht Personen
Der öffentliche Raum und die Erinnerung sind Kernthemen in Marko Lulics künstlerischer Arbeit: In der Ausstellung "Psychogeography" folgt er sehr persönlichen Wegen durch Wien
Große Bandbreite, Vielschichtigkeit und Komplexität der bildhauerischen und fotografischen Arbeit des Künstlers wird gewürdigt
Geometrische Kompositionen, die sich nur auf den ersten Blick ähneln: Bilder von Ingo Nussbaumer und Florentina Pakosta
Aufnahme in Liste der "World's 50 Greatest Galleries"
Künstler Martin Walde gestaltet den Kunstraum Dornbirn: Die Ausstellung "Von Moment zu Moment" lädt Betrachter zur Kommunikation ein
Inhalte können geteilt und nach Hause geschickt werden
Sabine Marte stellt die Welt auf den Kopf: In der Galerie allerArt in Bludenz sind derzeit ihre Videoarbeiten zu sehen
Eröffnung Mitte September
Bis 20. Juli ist in der Leica Galerie Wien eine Auswahl an Porträts und Reportagefotografien der aus Graz stammenden Magnum-Fotografin zu sehen
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.