Einkommen

Einserkastl | Hans Rauscher
20. Dezember 2012, 18:29

Die Zeiten, wo für Beamte der Spruch galt: "Da hast nix, dafür aber fix", sind jedenfalls lange vorbei

Beamte verdienen besser als alle anderen, weil sie im Schnitt besser ausgebildet und zwölf Jahre älter sind als Angestellte - sagt der Rechnungshof in seinem neuen Einkommensbericht.

Wird so sein. Die Zeiten, wo für Beamte der Spruch galt: "Da hast nix, dafür aber fix", sind jedenfalls lange vorbei. Das mittlere Einkommen aller unselbstständig Beschäftigten im Jahr 2011 betrug laut dem Rechnungshof-Bericht 24.843 Euro/Jahr brutto. Die Beamteneinkommen liegen mit 49.274 Euro/Jahr ganz weit vorne. Die Vertragsbediensteten (im öffentlichen Dienst) stehen mit großem Abstand an zweiter Stelle: 29.103 Euro. Dann erst kommen die Angestellten mit 28.092 Euro und die Arbeiter mit 18.157 Euro Jahresbrutto.

Die Kluft zwischen "Arm" und "Reich" verläuft also ganz sicher auch zwischen dem ungeschützten und dem geschützten Sektor (wobei die Pensionen von Beamten und Quasi-Beamten - etwa in der Sozialversicherung - ebenfalls viel höher sind).

Diese Kluft verläuft aber auch zwischen den zahlenmäßig enorm gestiegenen Teilzeitbeschäftigten (und sonstigen atypisch Beschäftigten) und den "normalen" Arbeitnehmern, zwischen schlecht Ausgebildeten und besser Ausgebildeten.

Aber unterm Strich bleibt, dass die arbeitsplatzmäßig am besten Geschützten auch am besten verdienen und die höchsten Pensionen beziehen. Ein Thema für die "Gerechtigkeits"-Debatte?
(Hans Rauscher, DER STANDARD, 21.12.2012)

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die Männer im Privatsektor

verdienen oft eh super.
Diskriminiert werden meistens die Frauen, was dann die Einkommen im Vergleich zu den Beamten im Schnitt statistisch nach unten zieht.

der RAUe unterschied reich/wohlhabend

.........Was Foglar noch sagte - dass der Mittelstand von den Vermögenssteuerplänen des ÖGB nicht betroffen sei, weil die Grenze bei 700.000 Euro liege, "und die hat fast niemand", widerspricht ebenfalls jeder Realität. Mit 700.000 ist man wohlhabend, aber nicht superreich.......

Jaa!

Schaffen wir sie ab, die Beamtenprivilegien!

Weg mit dem akademischen Lehrpersonal in den Universitäten, weg mit gutbezahlen Ärzten in öffentlichen Spitälern, weg mit den LehrerInnen!

Alle, die besser bezahlt werden als Putzfrauen, sind Schmarotzer!

Und dann hatte ich ein déjà vu: war das nicht einmal genau so im Kommunismus? War das nicht umgesetzt worden? Ist der Osten nicht daran gescheitert, dass die Arbeitsplätze zwar sicher waren, die Bezahlung aber mies?

Ach, wahrscheinlich hab ich einfach nur den rau missverstanden...

NEIN!

Der Kommunismus ist gescheitert, weil er zum Stalinismus mutiert ist.
Dadurch waren die Arbeitsplätze nur sicher, solange man sich dem Diktat unterordnete.
Auch die Lebenserhaltungskosten waren in Relation niedriger, somit lestbarer als im Westen.

L.G., Pefo (ein Flüchtling aus dem "Osten")

Interpretiere jetzt RAU, dass er mit der sog. Beamtenschaft,

vor allem jene im aufgeblähten Verwaltungsapparat meint (Stichwort auch: Föderalismus). Dazu ein Beispiel: Sektion in einem Bundesministerium.

Personal insgesamt (ohne Sektionsleitung): 67 (davon 7 in div. Sekretariaten). Abteilungen: 8
Das heißt: durchschnittliche Abteilungsgröße: 8 MA

Also 8 Abteilungsleiter + Stellvertreter für insgesamt 51 MA (67 minus 16)

Oder sarkastisch formuliert: In dieser Sektion ist fast ein jeder sein eigener Abteilungsleiter (mit entsprechender Gehaltshöhe).

Fairerweise hinzugefügt: Von den 67 MA sind knapp ein Drittel Vertragsbedienstete.

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Menschen in festen Arbeitsverhältnissen nichts von der Steuer absetzen können?

Alle Unternehmer und Selbständigen können das.

Außerdem können ASVG- und als Beamte Versicherte nichts abschreiben, wie z.B. auch privat genutzten Dinge wie Autos...

Und ansonsten, Frau Tiny Pony - erklären Sie mir einmal, wie eine große, sehr differenzierte Gesellschaft funktionieren soll ohne Verwaltung? Ohne Vertretung nach außen? Ohne Koordination? Oder glauben Sie, dass im öffentlichen Dienst nicht gearbeitet wird?

Ich war auch schon 2x im öffentlichen Dienst,

aber so viel beamtete KampfposterInnen, wie hier gibt es in keinem anderen Land, in Deutschland und der Schweiz wird Kritik da konstruktiver aufgenommen. In Österreich sehen viele die Lage so perfekt, dass es keiner Änderung bedarf.

mit 1.600.000.000.000 euro

könnte man das problem sicher europaweit lösen. diese 1.600.000.000.000 euro sind aber leider schon für die ärmsten der armen reserviert, denen mittlerweile 90% des gesamten vermögens gehört, nämlich die europäischen banken.

allerdings ist es viel gerechter, DAS innerhalb einer "gerechtigkeitsdebatte" zu verschweigen und stattdessen feinschaft zwischen arbeitern, angestellten und staatsbediensteten zu schüren, denn wenn sich "die kleinen" die folgen einer krise, die sie nicht verursacht haben, unter sich ausmachen, ist das für "die grossen", die die krise verursacht haben, ja viel bequemer...
und wes brot ich ess des lied ich sing...

Interessante Argumentationslinie.

Beamte verdienen besser als alle anderen.

Weil sie im Schnitt besser ausgebildet und zwölf Jahre älter sind als Angestellte, sagt der Rechnungshof. Da es der Rechnungshof sagt, können wir es schwer bestreiten, aber wir können es mit einem lapidaren "Wird so sein." beiseite schieben, um dabei zu bleiben, was wir immer und immer sagen:

Unterm Strich bleibt, dass die arbeitsplatzmäßig am besten Geschützten auch am besten verdienen und die höchsten Pensionen beziehen.

Auf jeden Einwand, dass es Gründe dafür gibt, dass Beamte zu den besser Verdienenden gehören, sagen wir einfach immer: "Wird so sein. Aber unter dem Strich ..."

Rauscher: Krawallkolumnist in der Qualitätszeitung.

Auch wenn man dieselben Altergruppen vergleicht, verdienen Beamte besser. Z. B. (jeweils Median): 20-29jährige Männer: Angestellte 24108 €, Beamte 34839 €. Über 60jährige Männer: Angestellte 65650 €, Beamte 76208 € (Statistik Austria für 2011). Sind die Beamten wirklich soviel besser ausgebildet?

Quelle?

1. Es gibt kaum 20-29jährige Beamte, da (beim Bund) kaum mehr pragmatisiert wird.

2. Liest man die (frei einsehbaren) Gehaltstabellen des öffentlichen Dienstes, fragt man sich schon, woher die hohen Median(!)gehälter kommen sollen. Gerade beim Einstieg ist die Bezahlung im ÖD unter jeder Kritik.

wenn man ALTVerträge mal beiseite lassen würde, würde sich das Bild komplett umdrehen

Vergleichbar sind z.B. Einstiegsgehälter, bei gleichwertigem Ausbildungsgrad der Menschen.

Das Einserkasterl vergleicht hier aber Paradeiser mit Äfpeln.

- rau -
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23.12.2012, 16:19
aber die altverträge kann man nicht beiseite

lassen, weil sie Teil der Realität sind

"die kluft ..."

die größte und entscheidende kluft verläuft immer noch zwischen kapital und arbeit. das sagen analyse und empirie. - alles zusammen aber wahrscheinlich "retro".

Ja, für den Rauscher ist das alles "retro linker Bullshit" wie man aus seinen Kommentaren erfährt.

Der hetzt halt lieber gegen Beamte...

man muß aber sagen, daß die teils sehr hohen einkommen der beamtInnen der generation 50+ das bild etwas verzerren. junge beamtInnen sind teils sogar unterbezahlt. da muß man differenzieren.

Junge Beamte gibt's keine mehr!!!!

Seit Jahern wird fast nirgendwo mehr pragmatisiert! Beamte unter 40 gibt es daher nahezu nicht mehr! Und wenn diese niedrigen Gehaltsstufen fehlen, dann wird eben der Durchschnittbezug bei den real existierenden Beamten von Jahr zu Jahr höher, weil die jüngsten Beamten schon mitten in ihrer Laufbahn sind und nicht am Anfang!

stimmt.
ich neige leider manchmal dazu, alle öffentlich bediensteten automatisch als beamtInnen zu bezeichnen (so wie das in der umgangssprache auch üblich ist).

Median- oder Durchschnittseinkommen?

Bevor man das nicht klar macht ist alle weitere Diskussion sinnlos und nur ein Lehrbeispiel wie man mit Statistik lügen kann.

Korrektur, es handelt sich ums mittlere Einkommen = Medianeinkommen. Asche auf mein Haupt.

1. dass die einkommen steigen und gleichzeitig das alter steigt

sollte eigentlich erkennen lassen dass dies an der de facto abschaffung des beamtenstatus liegt - neueinsteiger werden privatrechtlich als vertragsbedienstete angestellt und bekommen gar keinen beamtenstatus mehr.

rauscher nutzt die gelegenheit statt dessen zu seinem üblichen primitiven beamten-bashing

2. die arbeitnehmer im nicht-öffentlichen dienst werden immer beschiXXener bezahlt und offensichtlich ausgebeutet - DAS ist ein thema für die verteilungsgerechtigkeit, aber nicht so wie rauscher sich das vorstellt.

er nutzt diese sauerei nur zu seinem üblichen primitiven beamten-bashing.

Rauscher hat eben verlernt zu recherchieren. Er wiedergibt den Status vor 20 Jahren

ev. hat er auch den Artikel vor 20 Jahren geschrieben.

Jetzt wo du es erklärst fällt es mir wie Schuppen von den Augen....

...die Beamten haben ja gar keine Privilegien das bilden wir uns alle nur ein.

Da bin ich aber froh, dass du uns aufgeklärt hast.

Und auch, dass die Bezahlung in der Privatwirtschaft erhöht werden muss und dass dann die Gehälter der Beamten nicht mehr hervorstechen ist ein Super-Vorschlag! Dass da noch niemand darauf gekommen ist? Kaum zu glauben.

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