Ansturm auf Luxus in der Schweiz lässt nach

21. Dezember 2012, 11:06
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Wohnungen im gehobenen Segment sind bereits auf einem "exorbitanten Niveau", das sich nur noch wenige Haushalte leisten können

Die Preissteigerungen bei Luxuswohnungen in der Schweiz stoßen allmählich an die Decke. Und in gewissen Regionen wie Zürich und am Genfer See könnte sich eine "räumlich begrenzte" Preisblase gebildet haben. Dies besagt der "Immobilien-Almanach" des Beratungsbüros Fahrländer Partner.

Bei den Wohnungen im gehobenen Segment hätten die Preise ein exorbitantes Niveau erreicht, das sich nur noch wenige Haushalte leisten könnten. Es würden daher nicht mehr alle Angebote einen Abnehmer finden, heißt es in der Studie. Dies gelte auch für die Mieten ausgeschriebener Luxuswohnungen.

Plus 75 Prozent in zehn Jahren

Auch große Neubau-Wohnungen dürften mittelfristig auf eine tendenziell sinkende Nachfrage stoßen. In den letzten zehn Jahren sind die Preise für Eigentumswohnungen laut den Angaben um rund 75 Prozent gestiegen, allein im dritten Quartal 2012 um 5,4 Prozent.

Die Frage, ob sich auf gesamtschweizerischer Ebene eine Immobilien-Preisblase gebildet habe, könne aber verneint werden. Denn die Entwicklung könne mit fundamentalen Faktoren erklärt werden. Fahrländer Partner erwähnt dazu die anhaltende Einwanderung, die selbst durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht nennenswert gebremst werde.

Korrektur lässt auf sich warten

Insgesamt sei vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen und der anhaltend hohen Immigration in den kommenden zwei Jahren mit weiter steigenden Preisen für Wohneigentum zu rechnen. Die schon seit längerem erwartete Korrektur werde weiter in die Zukunft verschoben, heißt es.

Fahrländer Partner geht davon aus, dass eine Erhöhung des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) frühestens Anfang 2015 erfolgen wird. Dies dürfte auch die Mieten in bestehenden Verträgen stabil halten.

Wer allerdings in eine kleinere oder mittlere Wohnung ziehen will, muss wohl nochmals tiefer in die Tasche greifen: Laut der Studie ist weiterhin von steigenden Angebotsmieten auszugehen. Trotz hoher Bautätigkeit herrsche in den Zentren und Agglomerationen Wohnungsnot. (APA, 21.12.2012)

  • Nicht mehr alle Schweizer Luxusangebote finden Abnehmer (Bild: Zürich).
    foto: putschögl

    Nicht mehr alle Schweizer Luxusangebote finden Abnehmer (Bild: Zürich).

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