Energie AG muss 35 Millionen wertberichtigen

20. Dezember 2012, 17:21
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Teures Gas als schwere Bürde

Linz/Wien - Die Schere zwischen hohem Gaspreis und vergleichsweise niedrigem Strompreis hat auch der Energie AG Oberösterreich (EAG) Ertragskraft gekostet. In dem mit September 2012 beendeten Geschäftsjahr hat der oberösterreichische Energieversorger das Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam um 35 Millionen Euro wertberichtigt.

"Wir haben alles hineingepackt, 2013 kommt da nichts mehr", sagte EAG-Generaldirektor Leo Windtner dem Standard. Ohne diese bilanzielle Vorsorge hätte man das budgetierte Ergebnis von 149 Millionen Euro sogar übertroffen. So aber fiel das operative Ergebnis (Ebit) mit 115,2 Mio. Euro um 8,3 Prozent schwächer aus als im Jahr zuvor. Der Konzernumsatz war mit 2,12 Mrd. Euro (minus 4,3 Prozent) im Vergleich mit dem Jahr davor rückläufig.

Preisnachlässe

"Wir haben in Verhandlungen mit dem Vorlieferanten Econgas Preisnachlässe bekommen", sagte Windtner. "Das kann aber nur ein erster Schritt sein, weitere müssen folgen. Sonst kommen Gaskraftwerke nie mehr ans Netz."

Wie berichtet haben alle Energieversorger, die für die Stromproduktion Gas nützen, schon seit geraumer Zeit Probleme. Grund sind die Langfristverträge mit Russland, die ölpreisindexiert sind. Weil der Preis für Öl kräftig gestiegen ist, haben sich auch die Bezugspreise von Pipelinegas drastisch verteuert. Auf diesen Kosten sind sie bisher sitzengeblieben.

Durch Kostendrosselung im Sach- und Personalbereich will Windtner ab 2015/16 nachhaltig 20 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Geplant ist unter anderem, diverse Zulagen und Sozialleistungen zu streichen. (stro, DER STANDARD, 21.12.2012)

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