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Graz - In der Oststeiermark wird zunehmend Stellung gegen ein von der Agrarfirma Frutura geplantes und mittels Geothermie beheiztes Glashaus-Großprojekt bezogen. Waren erst nur eine Bürgerinitiative, die Rogner-Therme in Bad Blumau sowie die steirischen Grünen dagegen, so äußerte man am Donnerstag seitens aller Anlagen des Thermenlandes Bedenken: Bei einer Pressekonferenz in Graz wurde aus Sorge um die Thermalwasserversorgung erstens Parteienstellung und zweitens eine unabhängige hydrologische Prüfung des Projekts gefordert.
Die Firma Frutura wolle zur Beheizung der Gemüsezuchtanlage mehr Thermalwasser fördern als alle Thermen miteinander, wurde ein bereits öfters genanntes Argument bekräftigt. "Obwohl die Planer des Projektes das Thermalwasser aus dem gleichen Horizont entnehmen wollen wie wir, hat uns das Land im laufenden Wasserrechtsverfahren bisher keine Parteienstellung eingeräumt", so Gernot Deutsch, Geschäftsführer des Dachverbandes "Thermenland Steiermark". Es stehe zu viel auf dem Spiel. Eine Thermenregion ohne Thermalwasser sei wie ein Skigebiet ohne Schnee.
Die Thermenbetreiber befürchten Versorgungsengpässe bei ihren Objekten, wenn es zu einer zusätzlichen Wasserentnahme im großen Stil komme. Man brauche auch grundsätzlich mehr Fakten und Daten zu den regionalen morphologischen und hydrologischen Verhältnissen. "Welche Auswirkungen eine zusätzliche Förderung von Thermalwasser in dem von Frutura geplanten Ausmaß hat, kann derzeit niemand abschätzen", sagte Deutsch. "Wir können es uns aber nicht leisten, auch nur das geringste Risiko einzugehen." Schließlich sei der Thermentourismus mit 6.000 Arbeitsplätzen, 15.000 Betten, 2,1 Millionen Nächtigungen und 250 Mio. Euro direktem Umsatz der wichtigste Wirtschaftszweig der Südoststeiermark.
Die Thermenorte fordern neben Parteienstellung aller betroffenen Thermen im Wasserrechtsverfahren eine unabhängige hydrologische Prüfung. "Alle Beteiligten müssen sich auf einen Experten oder eine Expertengruppe einigen, dessen oder deren Wort dann auch gilt", so Deutsch. Die Prüfung sei über das geplante Projekt von Frutura hinaus sinnvoll, um Wissen über die unterirdischen Verhältnisse zu sammeln. (APA, 20.12.2012)
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