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Wer Angst vor Prüfungen hat, schneidet schlecht ab, wer dagegen entspannt Fragen beantworten kann, erreicht bessere Ergebisse. Was nach einem Gemeinplatz klingt, konnte nun in einer Studie an der Universität Witten/Herdecke mit Zahlen belegt werden.
Der Psychologe Ulrich Weger hat 40 Personen einem Test des Allgemeinwissens unterzogen. Die eine Hälfte wurde unvorbereitet in den Test geschickt, die andere Hälfte wurde speziell vorbereitet: In einem Probedurchlauf wurden dieser Gruppe die Lösungsworte erst langsam auf einem Bildschirm vorgespielt und dann immer schneller, bis die Worte nicht mehr zu erkennen waren. Aber dennoch - so erklärte es ein Experimentator während des Versuchs den Probanden - wirken diese kurz gezeigten Lösungen und es gehe deswegen einfach nur darum, der eigenen Intuition zu folgen.
"Wir wollten den Probanden das Gefühl von Unterstützung geben. Tatsächlich haben wir in der eigentlichen Testphase völlig zufällige Worte über den Bildschirm huschen lassen. Aber die Testpersonen hatten eben das Gefühl, im Unterbewusstsein doch die Lösung vom Bildschirm ablesen zu können", beschreibt Ulrich Weger den Versuchsaufbau, den er mit dem aus der Medizin bekannten Placebo-Effekt vergleicht: "Wir haben nicht eine scheinbare Pille verabreicht, wir haben vielmehr die Überzeugung von der eigenen Leistungsfähigkeit unserer Probanden angesprochen."
Und tatsächlich: Die vorbereitete Experimentalgruppe schnitt besser in diesem Wissenstest ab, als die unvorbereitete Kontrollgruppe: Versuchspersonen der Experimentalgruppe lösten im Durchschnitt 9.9 Antworten, Versuchspersonen der Kontrollgruppe dagegen im Durchschnitt nur 8.4 Antworten "Wir haben ja nicht das Wissen verbessert. Aber das Gefühl der Unterstützung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wurden gestärkt," meint Weger
Er vermute, dass sich diese Personen dann beispielsweise mehr angestrengt haben, besser ihre eigenen Ängste überwinden konnten, systematischer überlegt haben, erklärt der Psychologe sich den Effekt. In weiteren Forschungen wird es darum gehen, diese Effekte in weiteren Zusammenhängen zu überprüfen und idealerweise auch die aktive und bewusste Mitarbeit der Probanden sicherzustellen. (red, derStandard.at, 23.12.2012)
Abstract
The Quarterly Journal of Experimental Psychology: Mobilizing unused resources: Using the placebo concept to enhance cognitive performance
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denn jahrzehntelange Propaganda der angeblichen Ausprägung von Gehirnhälften, der Aufteilung in "Technisch" und "Gefühlsbetont" wirkt. Während Männer sich genau bei solchen Tests besser einschätzen (meist überschätzen, aber Selbstbewusstsein wirkt).
Wird die Frage nicht gestellt, dann werden andere Ergebnisse erzielt. Wird bei solchen Tests - zb Aufnahmetests bei einem technischen Studium - dann noch Verständnis abgefragt und nicht Wissen (was auch Unsinn ist, die StudentInnen sollen sich ja im Studium Wissen aneignen, grundlegendes Verständnis müssen sie mitbringen), dann gleichen sich die Ergebnisse noch mehr an. So gibts schon technische Unis in den USA mit 40 % Frauenanteil bei Informatik, während die TU noch immer bei so 5 % liegt.
Was wollen Sie mit Wissen ? Das kann jederzeit abgerufen/gelernt werden, worauf es ankommt ist Verständnis bzw Problemlösungskompetenzen.
Man sieht auch in den Übungen einen dramatischen Unterschied zwischen den Auswendig-Lernen und denen die es wirklich begriffen haben...
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