Fett essen mit Jamie Oliver und Co.

20. Dezember 2012, 16:43
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Eine Studie hat den Nährwert von 100 Speisen britischer TV-Köche mit 100 Fertigprodukten verglichen. Jamie Oliver und Co. schneiden dabei deutlich schlechter ab

Jamie Oliver hat sich vor rund zehn Jahren darangemacht, die britische Küche neu zu erfinden. Der Erfolg schien ihm recht zu geben: Immerhin landete er mit seinen Kochbüchern regelmäßig auf den obersten Rängen der Bestsellerlisten.

Mit der Kampagne "Feed me better", die von rund 250.000 Menschen unterzeichnet wurde, kämpfte er zudem für eine ausgewogenere und damit gesündere Ernährung an britischen Schulen. Eine notwendige Maßnahme - immerhin prognostizieren Experten für das Jahr 2020 einen Anteil von mehr als 70 Prozent übergewichtigen Erwachsenen in Großbritannien und den USA.

Mehr Kalorien und Fett

Die Wissenschaftler Somon Howard, Jean Adams und Martin White machten nun die Probe aufs Exempel und wählten nach dem Zufallsprinzip 100 Rezepte aus fünf Kochbüchern der populären Fernsehköche Jamie Oliver, Lorraine Pascale, Nigella Lawson und Hugh Fearnley-Whittingstall aus und verglichen diese mit den Nährwerten von 100 Fertiggerichten dreier führender britischer Supermarktketten.

Das Convenience Food schnitt den Forschern zufolge in fast allen Kategorien signifikant besser ab als die Feinschmeckerrezepte der Starköche. Die Gerichte von Jamie Oliver & Co enthielten demnach deutlich mehr Kalorien (774 kcal vs. 546 kcal), Fett (27,1 Gramm vs. 17,2 Gramm) und gesättigte Fettsäuren (9,2 Gramm vs. 6,8 Gramm) pro Portion. Was den Salzgehalt betrifft, so wiesen die Fertigprodukte einen höheren Wert (800 mg vs. 658 mg) auf.

Verzerrte Ergebnisse?

Die Forscher betonen allerdings, dass weder Rezepte noch Fertigprodukte innerhalb der von der WHO empfohlenen Ernährungsrichtlinien lagen. Zudem wurden die Speisen nicht auf künstliche Konservierungsstoffe, Aromen, Farbstoffe oder Stabilisierungsmittel hin analysiert. " Diese Aspekte seien aber zu berücksichtigen, um darüber urteilen zu können, wie gesund eine Mahlzeit ist", betonen die Wissenschaftler.

Zudem könnte ein weiterer Faktor für das schlechte Abschneiden der selbstgemachten Speisen verantwortlich sein: Die verwendeten Kochbücher waren nämlich kurz vor Weihnachten 2010 erschienen, was möglicherweise einen Einfluss auf die Auswahl der Rezepte hatte, wie die Studienautoren einräumen. So gesehen scheint eine Fertigpizza zu Weihnachten auch keine bekömmlichere Alternative zu sein. (gueb, derStandard.at, 20.12.2012)

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    Laut Studie hatten die Speisen der TV-Köche einen deutlich höheren Kalorien- und Fettgehalt als die Fertigprodukte.

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