Harte Fragen in Putins Pressekonferenz

20. Dezember 2012, 18:10
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Russlands Präsident musste sich kritische Fragen gefallen lassen.

Moskau - Knapp am Rekord vorbei: Viereinhalb Stunden stand Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag den Medien Rede und Antwort, nur zehn Minuten weniger als bei seiner bisher längsten Pressekonferenz vor fünf Jahren. Doch diesmal musste sich der inzwischen 60-Jährige viel härtere Fragen gefallenlassen.

Insbesondere die geplante Antwort Russlands auf den amerikanischen Magnitsky Act - das generelle Verbot für US-Bürger, russische Kinder zu adoptieren - interessierte die Journalisten. Mehrfach musste Putin das in erster Lesung verabschiedete Gesetz rechtfertigen. Generell begrüße er die Initiative der Duma, sagte er, ließ sich aber ein Hintertürchen offen: Ob er unterzeichne, könne er erst nach Lektüre des Dokuments entscheiden.

Kritik von loyalen Medien

Unerwartete Kritik an Putin kam von zwei loyalen Medien: Der staatliche 1. Kanal wollte wissen, was Putin gegen die Stagnation unternehmen wolle, die regierungsnahe Zeitung Iswestija bezeichnete Putins Führungsstil gar als "autoritär". Der Präsident wies die Kritik zurück. Er sei Demokrat und hänge nicht an der Macht. Darum sei er als Präsident 2008 abgetreten und Premier geworden.

Einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen schloss er aus: "Da könnt ihr lange warten." So lange wie bis zum Weltuntergang wohl nicht: Laut Putin lässt dieser noch 4,5 Milliarden Jahre auf sich warten. Das war die gute Nachricht der Pressekonferenz. (ab, DER STANDARD, 20.12.2012)

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