Pilze-Ernter leisten in Holland Fronarbeit

20. Dezember 2012, 14:49
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Polen und Bulgaren sollen massiv ausgebeutet werden und bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten müssen

Niederländische Champignons sind ein Ganzjahres-Produkt und aus den Supermarktregalen nicht wegzudenken. Es sind aber kaum Niederländer, sondern Polen oder Bulgaren, die die Pilze sammeln. Sie sollen massiv ausgebeutet werden und bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten müssen, wie der niederländische Fernsehsender KRO berichtet. Die Vorwürfe reichen von organisierter Kriminalität, über schlechte Bezahlung bis hin zu mangelhafter Unterbringung, berichtet die FAZ.

"Die Menschen müssen sieben Tage in der Woche arbeiten und jeden Tag zwischen 10 und 16 Stunden", klagt Wim Baltussen vom sozialdemokratischen Gewerkschaftsbund FNV in einem Ausschnitt des Beitrages, der auf Youtube zu sehen ist, an. Er stellt sogar den Vorwurf der Sklaverei in den Raum.

Organisierte Kriminalität?

Seine Äußerungen decken sich mit jenen der Erntehelfer, die anonym Rede und Antwort stehen: "In der Regel müssen wir von 6 bis 20 Uhr arbeiten", betont eine Frau mit osteuropäischem Akzent. Schreibe es die Auftragslage vor, zwängen die Bauern ihre Erntehelfer sogar dazu, bis ein Uhr nachts zu pflücken. Sowie: "Auch wenn Frauen ohnmächtig werden, dürfen sie nur kurz pausieren und müssen dann zurück an die Arbeit."

Offen wollen oder können sich die Menschen nicht beschweren. Auf die Frage, ob die Mehrheit der holländischen Pilze im Rahmen organisierter Kriminalität produziert würde, wird Henk Koenders vom niederländischen Sozialministerium in der FAZ wie folgt zitiert: "Ja, das ist das Bild, das wir momentan von der Situation haben."

Die Niederlande ist einer der größten Pilze-Hersteller Europas. Ein Teil der in Österreich verzehrten Champignons kommt aus dem Land. (red, derStandard.at, 20.12.2012)

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    Von 6 bis 20 uhr wird geerntet. Bei Großaufträgen auch bis Mitternacht.

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