Die Lebenserwartung von Popstars, statistisch betrachtet

20. Dezember 2012, 13:59
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Englische Studie kam zu wenig überraschenden Ergebnissen

Liverpool - Dass Rockstars häufig nicht den gesündesten Lebenswandel an den Tag legen und daher jünger sterben als Durchschnittsbürger, ist wohl kein Geheimnis. Statistisch untermauert wurde das nun durch eine Studie der Liverpool John Moores Universität, veröffentlicht im zu Weihnachten traditionell Varia und Curiosa behandelnden British Medical Journal (BMJ).

Ausgewertet wurden die Biografien von fast 1.500 Musikern in Nordamerika und Europa zwischen 1956 und 2006. Rund neun Prozent von ihnen verstarben vorzeitig, in Nordamerika mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren und in Europa im Durchschnittsalter von knapp 40 Jahren. In fast 40 Prozent der Fälle waren Drogenkonsum oder Autounfälle die Todesursache.

Während in den USA aber 23 Prozent der verstorbenen Solo-Musiker die durchschnittliche Lebenserwartung nicht erreichten, waren es bei Musikern in Bands nur zehn Prozent. In Europa betrug der Anteil knapp zehn Prozent gegen fünf Prozent. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Unterstützung, die Bandkollegen bieten können, für den Unterschied verantwortlich ist.

Im Vergleich zur Normalbevölkerung hatten die Stars bis 25 Jahre nach dem Moment, als sie berühmt wurden, schlechtere Karten bei der Lebenserwartung. Anschließend näherte sich die Lebenserwartung zumindest für europäische Stars wieder den Durchschnittswerten an. Geschlecht und Alter zum Zeitpunkt des Ruhms spielten keine Rolle, wohl aber die ethnische Herkunft: Weiße starben im beobachteten Zeitraum seltener. Außerdem hatten die Stars, die nach 1980 berühmt wurden, statistisch bessere Überlebenschancen.

Von den Musikern, die als Folge von Drogen, Alkohol oder Gewalt starben, hatte fast die Hälfte eine schwierige Kindheit, wie die Wissenschaftler aufgrund von biografischen Angaben ermittelten. Eine Karriere im Musikgeschäft sei möglicherweise attraktiv, um einer schwierigen Kindheit zu entfliehen, doch der Lebensstil eines Stars könne auch Probleme verschärfen, schreiben die Autoren um Mark Bellis von der Liverpool John Moores Universität.  (APA. 20.12.2012)

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