Fall in Wieden: Serie an Juwelierüberfällen in Wien reißt nicht ab

20. Dezember 2012, 13:53
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Ein Verletzter durch Pfefferspray

Ein Überfall auf einen Wiener Juwelier ist am Donnerstag gescheitert. Im Geschäft in der Operngasse 32 im Bezirk Wieden setzte sich der Juwelier heftig zur Wehr und vertrieb die beiden Täter, die ihn mit Pfefferspray attackiert hatten. Der 69-Jährige wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. "Das ist der Alptraum jeder Juweliersfamilie", sagte der Sohn des Opfers.

Vor dem Schmuckgeschäft wirbt der Juwelier auf einer Tafel: "Uhren - Batterie - Wechsel Sofort". Um 12.45 Uhr betraten zwei junge Männer das Geschäft und baten den allein anwesenden Juwelier die Batterie einer Uhr zu wechseln, schilderte Polizeisprecherin Adina Mircioane. Plötzlich gingen sie mit Pfefferspray auf den 69-Jährigen los. Dieser setzte sich allerdings heftig zur Wehr, er habe die Täter quasi "aus dem Geschäft geprügelt", sagte sein Sohn. Es entstand laut Mircioane ein Gerangel, auch eine Scheibe ging zu Bruch. Nach Angaben des 37 Jahre alten Sohnes riss der Juwelier den beiden Tätern ihre Kopfbedeckung - eine Wollmütze und eine Schirmkappe - herunter. Die beiden Täter ergriffen ob der Gegenwehr des rüstigen 69-Jährigen die Flucht.

"Ruf die Polizei!"

Sein Sohn war zum Zeitpunkt des versuchten Überfalls gerade beim Mittagessen außer Haus. "Da läutete mein Handy, mein Vater sagte: 'Ruf die Polizei, ruf die Polizei'", erzählte der 37-Jährige. 15 Minuten vorher hatte er nämlich noch mit seinem Vater telefoniert. Dieser sah nach dem Pfeffersprayangriff nichts mehr, drückte am Handy herum und rief zufällig die zuletzt gewählte Nummer an, schilderte der 37-Jährige. Sein Vater wurde durch den Pfeffersprayeinsatz an den Augen verletzt, zudem erlitt er leichte Schnittwunden an den Händen.

Vom Duo gab es vorerst nur eine vage Beschreibung, nach Angaben der Polizei waren beide Männer dunkel bekleidet und sprachen Deutsch mit einem leichten Akzent. Seit 1971 gibt es den Familienbetrieb in der Operngasse. Es war der erste Überfall, sagte der 37-Jährige. Laut Angaben der Ehefrau des 69-Jährigen will sich das Paar nächstes Jahr zur Ruhe setzten.

Vergangene Woche waren in der Bundeshauptstadt vier Juweliere überfallen worden. In einem Fall wurden die Täter ausgeforscht. Zwei der Überfälle wurden am Freitag verübt, einer davon am Stephansplatz. Dieser Coup wird den "Pink Panther" zugerechnet, einer international tätigen Organisation, die sich auf Juwelier-Überfälle spezialisiert hat. Ein Passant verfolgte damals einen der drei Täter und nahm ihm eine Sporttasche mit der Beute ab. (APA, 20.12.2012)

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    Der fünfte Juwelierüberfall innerhalb einer Woche in Wien: Opfer war ein Händler in Wieden

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