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Wien/München/Klagenfurt - Der Bankenkrieg zwischen der notverstaatlichten Hypo, also der Republik Österreich, und der Bayerischen Landesbank, also dem Freistaat Bayern, wird immer härter geführt. Insgesamt geht es um vier Milliarden Euro. Inzwischen ist man sich offenbar beidseitig - auch in Österreich - klar, dass nach dem Schritt der Kärntner Bank, Rückzahlungen an die BayernLB zu stoppen, die Mühlen der Gerichte mahlen werden. Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter sagte am Donnerstag: "Wir können und dürfen von Gesetzeswegen nicht von unserem Rechtsstandpunkt abweichen."
Derweil gibt es neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen zwölf ehemalige Bankmanager und Politiker. Sie erfolgen nach einer Anzeige des BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner wegen Untreue, Bilanzfälschung, fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Verletzung der Informationspflicht an. "Diese Verfahren sind aber noch nicht abgeschlossen und Namen gibt es keine", so Staatsanwaltschafts-Sprecherin Gabriele Lutschounig.
Namen genannt hat Petzner: Die Anzeigen richteten sich in erster Linie gegen den ehemaligen Hypo-Vorstand Franz Pinkl, Ex-Hypo-Aufsichtsratschef Michael Kemmer und weitere Organe der Banken, aber auch gegen den ehemaligen Finanzminister Josef Pröll und den Präsidenten der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn.
Die Hypo wolle mit ihrem Angebot, Zinszahlungen auf ein Treuhandkonto anstatt an die BayernLB zu überweisen, "die rechtlichen Handlungsspielräume der BayernLB einschränken", kritisierte ein Sprecher der BayernLB. Man behalte sich weiters rechtliche Schritte gegen "Verantwortliche in der Hypo und in Österreich" vor.
Ein Hypo-Sprecher erklärte, die Bank nehme das Ablehnen des Treuhandkontos seitens der Bayern "zur Kenntnis". Dem Vernehmen nach handelt es sich um ein Sperrkonto. Die Hypo wollte mit Zahlungen auf das Treuhandkonto beweisen, sie könne Gelder bedienen, dürfe das im konkreten Fall aus ihrem Rechtsstandpunkt heraus nicht.
Wie berichtet sieht die Hypo in den Geldern, die die Ex-Mutter BayernLB in ihrer Zeit in Kärnten in die Hypo pumpte, eigenkapitalstützende Liquidität und stützt sich dabei auf das EKEG. Die BayernLB sieht in den Geldern Kredite, will diese unbedingt bedient sehen. Aus bayerischer Sicht würden sich die BayernLB-Chefs der Untreue schuldig machen, verzichteten sie auf die Gelder aus Österreich.
Das EKEG könne nicht gelten, hört man aus Bayern. Der "gültige Kreditvertrag" sei zu erfüllen. Zudem seien die Gelder am Treuhandkonto von der Hypo jederzeit rückforderbar bzw. abhebbar - das werten die Bayern nach Informationen der Austria Presse Agentur gleich wie ein gar nicht zahlen.
Wenn die Bayern das Treuhandkonto - bzw. den dazugehörigen Vertrag - unterzeichnen würden, dann könnten sie aus ihrer Sicht die Kredite, die sie orten, weder fälligstellen noch einklagen. Daher wurde das Treuhandkonto nicht akzeptiert. Um das Geld als Eigenkapital zu sehen, müssten Hypo-Bilanzen gefälscht gewesen sein, glaubt man in Bayern.
Die im Jahr 2008 geflossenen bayerischen Gelder bleiben trotzdem Kredite in der heutigen Hypo-Bilanz. Fest steht schon heute, dass das Geld auch nicht zur Rückzahlung von Staatskapitalzuschüssen in der Hypo verwendet werden kann. Das Geld wird damit weiterhin als "Liquidität" bewertet, mit der man arbeiten könne. Der größte Teil der Bayern-Kredite wäre 2013 fällig, heute hätten zwei Millionen Euro an Zinsen fließen sollen (die die Hypo am Treuhandkonto parken wollte). Die BayernLB braucht Rückzahlungen aus Österreich freilich selber dringend. (APA, 20.12.2012)
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Dass der Hypo Sprecher den Fehler begeht und behauptet, mit dem Angebot des Treuhandkontos wollte man zeigen, dass man zahlungsfähig sei, ist desaströs und krotesk.
Erstens: Das bestätigt der BLB, dass das nur ein Trick war!
Zweitens: Jetzt wissen alle, dass der Finanzmarkt die Hypo für insolvent gehalten hat oder noch hält. (sonst müsste man es nicht sagen!)
Drittens: man hat intern über die Zahlungsfähigkeit gesprochen und erkannt, dass man es eigentlich gar kein Geld hat. Zusammengefasst ist das aus journalistischer Sicht ein katastrophaler Fehler des Sprechers.
Zurück bliebt: Hypo ist insolvent. Gratuliere!
vielleicht hat sich der sprecher schlecht ausgedrückt, vielleicht hat auch die APA wieder mal irgendwas verwischt/vermischt:
die zahlung auf ein treuhandkonto bei strittigen rechtsverhältnissen ist an sich überhaupt nichts ungewöhnliches und soll regelmäßig die grundsätzliche zahlungswilligkeit unterstreichen, nicht unbedingt die zahlungsfähigkeit (und soll letzten endes schadenersatzansprüche vermeiden helfen).
wenn er nicht in der Lage ist der APA das so zu erklären dass, man es nicht missverstehen kann. Das ist sein Job. Die APA hat doch seriöse Journalisten. Also wenn die nicht verstehen was der Sprecher sagt, wer dann????
Das Chaos der letzten Tag spricht für sich...
Also wenn man "Integrity 12" liest, kann man sich den frustrierten Berater, der bei der Hypo keinen Auftrag bekommen hat, richtig vorstellen wie er in sein Keyboard haemmert. Professionell ist anders!
An der Erklaerung der Hypo sind schon viele gescheitert, die Pressefuzzis haben sich dort meines Wissens die Kinke in die Hand gedrueckt. Finde, die bemuehen sich derzeit wenigstens und sind im Gegensatz zu frueher schon transparenter. Und dass man vor einem Prozess nicht alle seine Argumente ausplaudert, ist doch klar...
Werte Community,
Ich bedaure im Namen der Hypo Alpe-Adria (HAA), dass hier offenbar (ehemals) der Bank nahestehende Personen persönliche Befindlichkeiten ausbreiten, die mE nichts zur sachlichen Diskussion beitragen. Als für die Kommunikation verantwortlicher Mitarbeiter möchte ich daher folgendes sagen:
1) Die HAA meldet sich in Foren nicht anonym - auch nicht über Dritte - zu Wort.
2) Wir haben zu allen Medien eine professionelle und konstruktive Arbeitsbasis. Die Behauptung, Kollegen würden anonym "angepatzt" ist daher 2x falsch.
3) Das Thema HAA wirft immer wieder Fragen auf. Gerne beantworten wir sie ganz offiziell per Mail u. auch hier, so rasch die Kapazitäten das zulassen.
Danke & frohes Fest
Nikola Donig
HAA Unternehmenssprecher
Dass Die Bayern auf diese rechtliche "Falle" nicht reinfallen würden, ist wohl klar. Das Hauptproblem wird ja wohl sein, wie der Hypo Vorstand erklärt, dass nicht sofort nach der Verstaatlichung diese Darlehen genau angeschaut wurden, die heute im Sinne des EKEG reklamiert werden. Da liegt möglicherweise gewaltiges Fehlverhalten vor, wer immer da zuständig war.
By the way: Vorletzter Absatz: "Um das Geld als Eigenkapital zu sehen, müssten Hypo-Banken gefälscht gewesen sein, glaubt man in Bayern."
Würde statt "Hypo-Banken" "Hypo-Bilanzen" schreiben...
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