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London - Dass Rockstars häufig nicht den gesündesten Lebenswandel an den Tag legen und daher jünger sterben als Durchschnittsbürger, ist kein Geheimnis. Forscher haben nun aber herausgefunden, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob die Musiker als Solisten oder als Teil einer Band zu Ruhm kamen. Laut einer am Mittwoch in der medizinischen Fachzeitschrift "BMJ Open" veröffentlichten Studie ist der Anteil der frühzeitig verstorbenen Solo-Musiker doppelt so hoch wie der jener Rockstars, die zu einer berühmten Gruppe gehörten.
Ausgewertet wurden die Biografien von fast 1.500 Musikern in Nordamerika und Europa zwischen 1956 und 2006; davon starben 137 (9,2 Prozent). Sowohl in Nordamerika wie in Europa waren fast doppelt so viele Solokünstler unter den Toten wie Bandmitglieder. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Unterstützung, die Bandkollegen bieten können, für den Unterschied verantwortlich ist. Die Verstorbenen - Solo- und Bandkünstler - erreichten im Schnitt ein Lebensalter von 45 Jahren in Amerika und 39 in Europa.
Im Vergleich zur Normalbevölkerung hatten die Stars bis 25 Jahre nach dem Moment, als sie berühmt wurden, schlechtere Karten bei der Lebenserwartung. Anschließend näherte sich die Lebenserwartung zumindest für europäische Stars wieder den Durchschnittswerten an.
Geschlecht und Alter zum Zeitpunkt des Ruhms spielten keine Rolle, wohl aber die ethnische Herkunft: Weiße starben im beobachteten Zeitraum seltener. Außerdem hatten die Stars, die nach 1980 berühmt wurden, bessere Chancen, älter zu werden.
Von den Musikern, die als Folge von Drogen, Alkohol oder Gewalt starben, hatte fast die Hälfte eine schwierige Kindheit, wie die Wissenschafter aufgrund von biografischen Angaben ermittelten. Eine Karriere im Musikgeschäft sei möglicherweise attraktiv, um einer schwierigen Kindheit zu entfliehen, doch der Lebensstil eines Stars könne auch Probleme verschärfen, schreiben die Autoren um Mark Bellis von der Liverpool John Moores Universität. (APA/red, derStandard.at, 20.12.2012)
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