USA: 52 Prozent wollen halbautomatische Waffen verbieten

20. Dezember 2012, 11:23
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Umfragen zeigen nach dem Massaker von Newtown steigende Zustimmung zu schärferen Waffengesetzen

Eine Woche nach dem Amoklauf des 20-jährigen Adam  L. an der Grundschule von  Newtown (US-Bundesstaat Connecticut) sind erste Auswirkungen in Meinungsumfragen messbar. So gaben gegenüber dem Fernsehsender CNN 43 Prozent der Befragten an, sie würden nach der Bluttat eher strengere Waffengesetze unterstützen.

Der Täter von Newtown war auch mit halbautomatischen Schusswaffen ausgestattet, wodurch es ihm gelang, 26 Menschen zu töten. Vor allem für eine strengere Kontrolle dieser semi-automatischen Handfeuerwaffen, die bei Betätigung des Abzugs einen Schuss abgeben und selbsttätig nachladen, können sich laut ABC News/Washington Post 52 Prozent der Befragten erwärmen. Vor knapp einem Jahr waren es lediglich 48 Prozent.

Große Magazine sollen verboten werden

Auch auf Magazine, die mehr als zehn Patronen enthalten, könnten die Amerikaner verzichten: 57 Prozent könnten sich ein landesweites Verbot vorstellen. Weil sie dem Schützen ermöglichen, viele Schüsse ohne Magazinwechsel abzugeben, sind diese Munitionsbehälter eigentlich nicht für zivile Einsätze vorgesehen.

Obama will schnelle Reform

 US-Präsident Barack Obama strebt nach dem Massaker  eine schnelle Reform des Waffenrechtes an. Noch im Januar werde Vizepräsident Joe Biden Vorschläge für eine bessere Waffenkontrolle vorlegen, sagte Obama am Mittwoch. Der Zugang zu Sturmgewehren und der Verkauf von Waffen auf Messen müsse strenger kontrolliert werden. Zugleich rief Obama den Kongress auf, sich des Themas im kommenden Jahr schnell anzunehmen. Alle seien verpflichtet, alles zu tun, um solche Taten zu verhindern. Das Massaker sollte ein Weckruf für Amerika sein, forderte der Präsident. Das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz will er aber nicht antasten. In seiner Rede zur Lage der Nation im Januar will sich der Präsident erneut mit dem Thema auseinandersetzen.

Bei dem Massaker in der Kleinstadt Newtown hatte am Freitag ein junger Mann 27 Menschen, darunter 20 Grundschüler, getötet und sich dann selbst erschossen. Die Tragödie löste eine landesweite Debatte über den Umgang mit Schusswaffen aus. In der Politik werden wieder Rufe nach schärferen Gesetzen laut. Daneben wächst der Druck von Anlegern und Fonds, ihr Geld nicht in Waffenfirmen anzulegen. Die Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management hat angekündigt, den Waffenhersteller Freedom Group zu verkaufen. Dessen Tochterfirma Bushmaster stellte eine der Tatwaffe von Newtown her.(red/Reuters)

  • Waffenhändler Ron Moon mit einem Smith & Wesson MP15. Auch Adam L. verwendete diese Waffe
    foto: epa/erik s. lesser

    Waffenhändler Ron Moon mit einem Smith & Wesson MP15. Auch Adam L. verwendete diese Waffe

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