Best/Worst of Bundesheer

20. Dezember 2012, 11:06

Posten Sie Ihre Erlebnisse im oder mit dem österreichischen Heer


Sie waren selbst beim Bundesheer oder hatten damit Erlebnisse, auch ohne dabei gewesen zu sein?
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Ich habe während meines Grundwehrdienstes eine a.o.(außerordentliche) Beschwerde gegen einen Brigadier eingebracht, der bei einer Feldübung vor lauter Wirtshaussauferei die Verpflegung der Grundwehrdiener vergessen hat.

Das Verfahren hat sich einige Monate hingezogen und ist - überraschenderweise (?)- dann eingestelllt worden. Somit war die Beschwerde für "A und O".

Und wenn er nicht gestorben ist, so sauft er heute noch.

Pro/Contra

+ Habe als Gardist viele Staatsmänner (u.a. Putin und Arafath) live sehen dürfen

- Erwachsene Familienväter wurden von Unteroffizieren jünger 20 Jahre über das Leben belehrt (Tonart eh schon wissen)
- Drillmässiges Duschen (40 Leute auf 4 Duschköpfe in 120 Sekunden)
- wegen jeden Blödsinn in Reihe stehen und warten
- im Assistenzeinsatz vom Gelegenheitsraucher zum Kettenraucher mutiert (habe zum Glück vor 2 Jahren damit aufgehöhrt) --> Das Rauchen geschah aus Langeweile
- belehrt worden dass man die Feldschuhe nur mit Schuhpaste von Erdal verwenden darf
- Wegen nicht gut geputzter Schuhe (Beurteilung mit zweifelhaften Maßstab) zu haftartiger Strafe (AV) verurteilt, Danke § 3 Abs. 4 ADV

Präsenzdienst 2004

Best:
+ habe meinem Zimmerkameraden gezeigt, wie man Schnürschuhe bindet
+ bin herumgekommen
+ habe gelernt, wie man erfolgreich Ausreden/Bitten erfindet und formuliert

Worst:
- habe jeden Respekt vor Uniformierten verloren
- totale Zeitverschwendung
- volkwirtschaftlicher Wahnsinn

also in Summe durchaus leerreiche Zeit.

leerreich war der GWD bei mir auch. gähnend leerreich könnte man fast sagen (nimmt man die grundausbildung weg) :)

Best: Grundausbildung

- STG77 und STG 58: Zerlegen, Pflegen, Schießen
- Handgranatenwerfen
- Schussübungen mit der PAK (auf Schulter, über einen Graben auf eine Holztafel)
- Skitour in den Karawanken
- Morgensport (Joggen, Klimmzüge, Liegestütze)
- Mitfliegen im Hubschrauber, Abspringen und Deckung suchen
- Kameradschaft im Zug
- Sehen, welche Strategien man sich zum Umgehen mit dieser Ausnahmesituation zurecht legen kann
- die wohlwollende Freude der Leute, wenn wir junge Burschen einmarschierten und manchmal dabei sogar "Ein Lied!" sangen

bitte hier keine Propaganda posten!

das können Sie hier machen:
http://www.bmlv.gv.at/rekrut/index.shtml

Tolerant sind sie aber auch nicht wirklich, gell?

wanns erm halt taugt hat :)

es soll ja auch solche fälle geben.

Frauenmeinung die Zweite

Man kann darüber diskutieren, ob Bundesheer überhaupt nötig oder nicht. Ich sage ja, denn der Mensch ist einfach so gestrickt, dass solche Einrichtungen notwendig sind. Auch wenn zur Zeit kein Krieg heransteht ist eine Demonstration nötig, die klar macht, dass man sich verteidigen wird, wenn es notwendig ist. Ich bin für ein Berufsheer plus einer Art von Freiwilligen (wie bei der Feuerwehr vielleicht, mit jährlichen Übungen etc.) die man im Ernstfall auch noch hinzuziehen kann, so wie es bisher die Milizsoldaten gab (so heisst das glaube ich). Diese "Freiwilligen" könnte man ja dann auch für den Katastrophenschutz einsetzen. Sozialdienste sollen neben den Freiwilligen auch noch die Arbeitslosen verrichten, würde keinem schaden.

völlig, wirklich völlig

Unqualifizierter Post.
Ist ja nett, dass Sie glauben, nur tut man das in der Kirche.

außerdem: Wir haben bereits ein Berufsheer mit 16.000 Mannstärke zusätzlich zur Wehrpflicht

man wird aber nicht 24.000 Freiwillige finden.
Und diese waren 2002 beim Hochwasser aber notwendig.

Ein Berufsheer ist nur dann sinvoll, wenn es in einem europäischen

Zusammenhang ein gesetzt wird. Österreicher sollten als Spezialisten in einem Euroheer bei Auslandseinsätzen eingesetzt werden.

wieso sollte der mensch so gestrickt sein, dass der wehrdienst nötig ist?

ich mein, was ist der grund für diese einschätzung? dann könnt ich sie vielleicht teilen.
was bringt es menschen, junge und arbeitsfähige männer von ausbildungen oder arbeit fern zu halten, damit sie bei minusgraden im schnee herum liegen oder plusgraden im gatsch?

Und sind Sie freiwillig beim Heer oder beim Sozialdienst ? Oder wünschen Sie diese Dienste nur anderen?

es gibt viele leute, die unbezahlt arbeit verrichten.

die betreuen dann z.b. ihre alten, kranken eltern oder machen bei linux distris mit.

Blöde Frage ;-))

Ich doch nicht, nur die Anderen, Uniform des Freundes ist doch schön.

Gibt doch nix schöneres, als andere Menschen zu Zwangsdiensten zu verpflichten.

frauen würden natürlich sozialdienste auch nicht schaden.

und da natürlich gesichert werden muß das es genügend "freiwillige" gibt, könnte man alle zw. 18 und 45 heranziehen. da man dann nicht alle braucht, würde ich jedes jahr zu silvester vom bundespräsidenten eine sozialjahrverlosung durchführen lassen.
da es ja sein kann, dass man total unabkömmlich ist, sollten die betreffenden sich freikaufen können (mit irgendeinem progressiven satz der an gehalt, bzw. anderen leistungen gebunden ist. zB eine alleinerziehende mami, zahlt nur einen 1000er, und die wichtige managerin 20000 (mehr würde ich nicht verlangen).
bissal etwas für die gesellschaft tun hat ja noch niemanden geschadet gell !!!

bitte, könnten sie vielleicht dem darabosch sein nachfolger werden

best - worst

best: eine "Volksarmee" könnte durch Befehlsverweigerung Entscheidungen boykottieren.
worst: steuerzahlenden Bürgern wird die Freiheit über ihre Lebenszeit selbst zu bestimmen geraubt.

Wann haben Sie GWD geleistet, dass Sie und ihre Kameraden gemeinsam Entscheidungen boykottiert haben?

Und worum gings dabei?

danke für die Einwände...

ich wollte nicht immer selbst mit der Angst vor 1934 beginnen.

ad Befehlsverweigerung

Beide Weltkriege (und viele dutzende lokale Kriege) wurden mit "Volksarmen" - z.t. auch gegen eigene Leute - geführt. Das Märchen der moralischen Legitimation und der Befehlsverweigerung ist also sehr realitätsfremd.

und es gab auch dokumentierte Befehlsverweigerer

Und sind dann "gestorben".

wenn Unrecht zu Recht wird, dann ist Ungehorsam Pflicht

nur so wird sich eine Demokratie aufrecht erhalten.

Mitläufer sind das größte Übel

Und - hat es was geholfen?

man darf auch die unkritische Bildung nicht vergessen, die junge Menschen damals "genossen"

Das ist heute natürlich anders.

Heute genießen die Leute überhaupt keine Bildung.

wenn Sie arbeiten gehen, und nicht ihr eigener Chef sind, haben Sie auch nicht die Freiheit über die Lebenszeit in der Arbeit zu bestimmen!

Frauenmeinung

Ich glaube, dass viele der negativen hier geposteten Erscheinungsbilder (sadistische Vorgesetzte, Sauforgien, Mobbing) auch in einem möglichen Berufsheer auftreten können oder werden. Vielleicht in einem geringeren Ausmaß aber doch. Ich arbeite seit 30 Jahren im Öffentlichen Dienst und was das Saufen angeht könnte ich ein Buch schreiben, wobei ich fairerweise sagen will, dass in den letzten 5 Jahren die "Auschreitungen" in dieser Hinsicht stark abgenommen haben, zumindest in meiner Umgebung. Ansonsten wird eine Umgebung in der eine starke Hierarchie herrscht auch immer wieder Sadisten, Machthungrige und sonstige Möchtegerns hervorbringen, das ist auch bei der Polizei nicht anders. Was Saufen und sonstiges angeht, siehe Feuerwehr und ähnl.

sind vllt manche in pension gangen?

feuerwehr ist in ö quasi ein privatverein, und da darf man schon dann und wann saufen !!

ist ja fast so wie wenn du deine versoffene truppe (öffentl. dienst) mit einem kegelverein vergleichst.

BEST:

Abrüsten. Schon alles abgegeben. Alle gehen heim. Spiess kommt zu mir: Du nicht, du hast noch einen Rapport.
Kompaniekommandant sitzt da und hat einen Stapel Verlustmeldungen von mir in der Hand:
"ImExil, §8Absatz3: Schonung und Pflege von Heereseigentum. Dazu gehört auch, dass man nicht sein halbes Kaz3 verliert. Sie müssen 500S strafe zahlen"
"Herr Oberleutnant, ich hab kein Geld"
"Dann muss ich sie nachdienen lassen"
"Herr Oberleutnant, das ist schlecht, ich hab schon meine Unifrom abgegeben"
"Jetzt muss ich dem Oberst erklären, warum ich den Rekrut Im Exil nicht bestraft habe. Aber ich muss dem Oberst über dies Kompanie sowieso viel erklären. Also, Im Exil, gehen sie mit Gott, aber bitte gehen sie."

Wehrkundetest

Das Auswendiglernen war noch nie mein Ding, also mußte ich bei ein paar Fragen doch etwas nachgrübeln.

Gefreiter: Was starren Sie denn in die Luft?
Ich: Ich denke nach.
Gefreiter: Hier wird nicht nachgedacht!

Habe selten so eine treffliche Beurteilung unseres Bundesheeres aus den eigenen Reihen gehört.

Grenzeinsatz, Burgenland, Heiligenkreutz 1995

Weihnachten/Sylvester 1995 beim Grenzeinsatz im Burgenland.
Während unsere Gruppe gemeisam beschlossen hat, die Patroullien und Meldungen so zu gestalten, dass wir möglichst eine angenheme Zeit haben, weil die Unteroffiziere sowieso alle im nahe gelegen Puff sind, tanzt ein Trottel aus unserem Zug natürlich aus der Reihe. Er meint tatsächlich er ist hier, um Flüchtlinge zu fangen und fangt an mit einer Taschenlampe Autos auf der Durchzugsstraße anzuhalten, weil sie "zu schnell fahren".
Ein Auto und seine Insassen sind verdächtig, und er will tatsächlich ihre Papier kontrollieren, also funken wir ihn an, dass es hundert meter hinter seinem Posten verdächtige Bewegungen gibt. Er lässt das Auto stehen und sucht 2 Stunden lang, dieser Idiot.

Ehrenkompanie. Ein paar Wochen vorm Abrüsten. Defilierung am Heldenplatz an der Krypta vorbei. Anwesend: Alles was beim Bundesheer Rang und Namen hat. Militärattachès aus aller Herren Länder.

Das war eine absolute Katastrophe (wie so viele unserer Ausrückungen als Ehrenkompanie). Jeder Zug einen anderen Schritt gehabt. Leuten fallen die Waffen beim marschieren aus der Hand. Von den Gewehrgriffen ganz zu schweigen.

Sogar die Zivilisten haben gelacht.

Eisige Stille im Bus zurück in die Kaserne. Raus aus dem Bus. Antreten.

Warten.
Warten.
Warten.

Der Bataillonskommandant kommt. Brüllt uns an.

Sind an dem Tag bis zehn am Abend gewetzt worden. Sogar unsere Unteroffiziere haben angefangen sich darüber zu beschweren.

Scheiss Verein.

Lange geplant, dann relativ leicht zu einer interessanten Einheit gekommen.

Plus: Viel erlebt, sehr viel gemacht - 11 Jahre später hats Kaderpersonal noch meinen Namen gekannt.
Minus: Vollkommen sinnlose Machtdemonstrationen, Normalität musste mit 2 Beschwerden erzwungen werden.
Wobei vorher klar war, dass ich BH nur verschieben und ausnützen, aber nicht vermeiden würde.
js

Best:
Grundausbildung, unsere Gruppe soll das STG77 kennenlernen und wird vom Ausbilder Schritt für Schritt eingewiesen. Nachdem alle ihre Waffe vollständig auseinandergenommen haben, machen wir uns ans Zusammenbauen - unter Zeitdruck. Alle sind fertig, bis auf meinen lieben Freund Hannes R. Auch nach mehreren Minuten will der Zusammenbau nicht klappen.
Mittlerweile verliert der Ausbilder die Geduld und schreit Hannes an: "Rrrrrr! Sie sind ja völlig unfähig! Wo haben Sie denn Ihren Schulabschluss gemacht?" Daraufhin dieser: "In Ferlach, HTL für Waffentechnik, Herr Zugsführer!"
Den Gesichtsausdruck vom Zugsführer hätte ich mir am liebsten einrahmen lassen :-)

Lol, und was hat er dann dafür ausgefasst?

Gar nix. Er hat so eine Art sich über Dinge lustig zu machen, dass ihm trotzdem keiner böse ist. Er konnte sich damals wirklich viel leisten:
http://derstandard.at/plink/135... 9/29428601

und die Pointe?

Sie steckt in der 4. Zeile von unten!

Tut mir leid - war die Erzählung zu kompliziert für Sie?

Mich wuerd's auch sehr wundern, wenn ein

Absolvent der HTL Ferlach so ung'schickt im Umgang mit Waffen ist......

War er auch nicht, Hannes hatte nur eine Vorliebe dafür, sich über diese Situationen lustig zu machen.
Natürlich wusste er, wie man die Waffe zusammensetzt,
aber er hat sich dumm gestellt.
Er hat noch ganz andere Sachen aufgeführt.

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