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London - Das britische Fachjournal "Nature" würdigt Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und listet die zehn wichtigsten Forscher des Jahres 2012 auf. Ausdrücklich wird darin auch dem italienischen Seismologen Bernardo de Bernardinis Respekt gezollt, der nicht nur in Italien für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Vor dem verheerenden Erdbeben 2009 hatte de Bernardinis, damals stellvertretender Abteilungsleiter beim italienischen Ministerium für Zivilschutz, in einem Fernsehinterview die Chancen für ein schweres Beben eingeschätzt. Dabei hatte er erklärt, die zuvor feststellbaren kleineren Erdstöße nähmen Energie weg und minderten die Gefahr eines großen Bebens. Dies brachte ihm und sechs Kollegen nach dem Beben, bei dem über 300 Menschen starben, eine Verurteilung wegen "fahrlässiger Tötung" ein - und eine Hafstrafe von sechs Jahren.
Mehr als 5.000 Wissenschafter hatten einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie sich gegen den Strafprozess wandten, da eine Vorhersage von Erdbeben bislang technisch unmöglich sei. Die Anklage meinte hingegen, de Bernardinis habe die örtliche Bevölkerung fälschlicherweise in Sicherheit gewogen. De Bernardinis geht jetzt mit rein wissenschaftlicher Argumentation in die Berufung. "Nature" würdigte ihn, weil der gelernte Ingenieur im Kampf um sein Recht nie die Nöte der Betroffenen und Hinterbliebenen von Opfern vernachlässigt habe. "Wenn ich am Ende der Berufung für schuldig befunden werde, dann gehe ich ins Gefängnis", sagte de Bernardinis. "Kein Problem."
Weiters im "Nature"-Ranking vertreten ist der deutsche Physiker und Direktor des Genfer Kernforschungszentrums CERN, Rolf-Dieter Heuer. Am CERN wurde mit Hilfe des riesigen Ringbeschleunigers LHC ein Teilchen entdeckt, das wahrscheinlich das lange gesuchte Higgs-Boson ist. "Nature" lobte "Higgs-Diplomat" Heuer für seine trotz großen öffentlichen Drucks vorsichtige und behutsame Art, mit der Entdeckung umzugehen.
Auch Wissenschafter wie die New Yorkerin Cynthia Rosenzweig, die Naturereignisse wie den Supersturm "Sandy" schon vor Jahren vorhergesagt hatte, wurden gewürdigt. Rosenzweig hatte zusammen mit Kollegen bereits 1997 vorausgesehen, dass klimabedingt künftig "einzelne Ereignisse" große Probleme hervorrufen können. Daneben erhielt auch Adam Steltzner eine Nennung: Der US-Ingenieur, der im August maßgeblich die Landung des Marsrovers "Curiosity" auf dem Roten Planeten steuerte.
Neben den zehn wichtigsten Forschern des abgelaufenen Jahres hat "Nature" auch eine Liste mit fünf Wissenschaftern veröffentlicht, denen das Magazin für 2013 den Durchbruch zutraut. Darauf erscheint etwa der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker. Er ist stellvertretender Vorsitzender einer Arbeitsgruppe des Weltklimarates (IPCC), die im nächsten Jahr einen Bericht zu den wissenschaftlichen Aspekten des Klimawandels herausbringen will.
Glück wünschen die Autoren der neuen Wissenschaftsbeauftragen der EU, Anne Glover. Sie muss sich künftig mit der Frage beschäftigen, ob genmanipulierte Organismen erlaubt werden sollen oder ob die Wissenschaft für politische Zwecke gebraucht - oder auch missbraucht - wurde. "Lasst den Kampf beginnen", heißt es dazu in dem Magazin. (APA/red, derStandard.at, 19. 12. 2012)
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"Nature"
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Wie steht es so schön im Nature Bericht?
The charges, detailed in a 224-page document filed by Picuti, allege that members of the National Commission for Forecasting and Predicting Great Risks, who held a special meeting in L'Aquila the week before the earthquake, provided "incomplete, imprecise, and contradictory information" to a public that had been unnerved by months of persistent, low-level tremors. Picuti says that the commission was more interested in pacifying the local population than in giving clear advice about earthquake preparedness.
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