Auch Linz hat sich verspekuliert

19. Dezember 2012, 18:29

Parallelen und Unterschiede zu den Salzburger Deals

Linz/Salzburg - Ein Vergleich liegt nahe: Das Land Salzburg hat mit Derivatgeschäften einen möglichen Buchverlust von 340 Millionen Euro gemacht, in Linz droht wegen einer Zinswette ein Verlust von rund 420 Millionen Euro. In beiden Fällen haben vermutlich Beamte im Alleingang Hochrisikogeschäfte abgeschlossen. Sowohl der Linzer Finanzdirektor als auch die Referatsleiterin der Finanzabteilung des Landes Salzburg mussten gehen. Und Landesrat David Brenner (SP) hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Linzer Finanzstadtrat Johann Mayr (SP) hingegen ist nach wie vor im Amt.

Vielmehr klagte die Stadt die Bawag, mit der 2007 der Schweizer-Franken-Swap abgeschlossen worden war. Ein Mediationsverfahren läuft. Der Linzer Fall hat aber auch eine strafrechtliche Komponente. Wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Ex-Finanzdirektor, gegen Stadtrat Mayr - und seit neuestem gegen unbekannte Täter im Bawag-Umfeld. In einem von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Gutachten wird festgehalten, dass bereits bei Abschluss des Swaps dieser "einen Negativ-Wert von 20 Millionen Euro" gehabt habe, zitiert Meinhard Lukas, Zivilrechtler an der Uni Linz, daraus. Lukas vertritt die Stadt auch in dem Mediationsverfahren.

Wie die millionenschwere Zinswette überhaupt abgeschlossen und jahrelang unbemerkt bleiben konnte, darauf weiß Stadtrat Mayr keine Erklärung. Von einem möglichen politischen Versäumnis spricht er nicht.

Im Gegensatz zum Fall Salzburg dürfte der ehemalige Finanzdirektor aber nicht über "kriminelle Energie" verfügen, die laut Brenner seine Beamtin besessen haben soll. Der Linzer Kollege konnte nicht einmal "im Ansatz dieses Finanz-Produkt verstehen", entnimmt Lukas dem Gutachten. Die Salzburger Beamtin hingegen schloss über viele Jahre eine Unzahl an Derivaten ab. In Linz kam es nur zu dem einen Deal. (ker, DER STANDARD, 20.12.2012)

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19 Postings
Märchenstunde

Im Alleingang macht das kein Beamter! Das in Linz war ein Geschäft unter roten Freunden, dann drehte man den Amerikanern die BAWAG an und dann schrie man wir sind benachteiligt, die Sache stinkt nach Korrpution ohnegleichen! Und wie soll das denn in Salzburg gehen, ... diese Geldsummen gehen ja ab, und jeder Abgeordnete weiß wie viel da ist und da sein müsste!

Ich les von Salzburg, ...

ich les von Linz, ....

WARUM LES ICH NICHT ENDLICH WAS VON ST. BLÖDEN???????

Oder geht das erst, wenn man hier

http://derstandard.at/135320819... m-STANDARD

explizit darum ansucht???

kommt schon noch

St. Pölten dauert auch nicht mehr lange - dann werden die 400 Mio von Linz wie eine verspekulierte Kindergeburtstagstorte erscheinen.

andere Summen

hier gehts ja nur um 100 Millionen in Stadler-Town.

Der Linzer Finanzdirektor, welcher dieses Finanzprodukt nicht einmal im Ansatz verstehen konnte, ...

...ist ein studierter Volkswirt, der in seinem Leben bereits die Abteilung "Finanzwirtschaft und Controlling" der Stadtkämmerei leitete und zu dessen Spezialität "Finanzierung und strategische Finanzentwicklung" zählen ( http://www.linz.at/presse/20... _10885.asp ). Besagter Herr war darüber hinaus mehrfach Aufsichtsrat, u. a. im Flughafen Linz und bis vor kurzem noch als Geschäftsführer der Immobilien Linz GmbH (ILG) aktiv.

Ist es tatsächlich glaubhaft, dass Mag. Penn ein einfaches SWAP-Geschäft, das jeder HAK-Absolvent im Grunde verstanden haben muss, nicht einmal im Ansatz begriff? Falls Ja, weshalb beschäftigt die Stadtverwaltung Dilettanten?

zu seiner Ehrenrettung muss man aber sagen, dass ein Cross Currency Swap schon ein bisserl weniger intuitiv verständlich wird, bzw. strukturell schon, aber was das Risiko anlangt und generell die Auswirkungen vielleicht schon weniger.

Eh klar, die scheinbar so smarte Variante sich in Schweizerfranken zu verschulden und das mit einem Zinsswap zu kombinieren um zwischen fix und variabel noch was rauszuschlagen, klingt ja toll ... wenn alles glatt geht. was es selten tut.

andererseits wären Länder und Gemeinden nie auf solche Schnapsideen verfallen, hätt ihnen der Bund nicht budgetär die Daumenschrauben angelegt, so dass die jetzt schauen müssen wo sie das Geld herkriegen um sich zu finanzieren (seit 2000). von wegen Nulldefizit ^^

Was für ein Plädoyer für Herrn Mag. Penn.
Mehr von der Sorte in solchen Positionen und wir bauen noch ein paar Motoren an den Karren drann damit er ja an die Wand fährt.

Auch SPÖ-St. Pölten spekuliert und erwartet bis zu 3-stellige Verluste

Ich denke das ist ein Problem, dass sich die Bonzen von den 3 Buchstabenfirmen AWD, OVB, RZB usw. den Schmarrn aufschwatzen ließen.

Interessant ist: cui bono - wem hat es zum Vorteil gereicht? - Ich hoffe die Nutznießer werden gefaßt.

woher wissen sie das von AWD, OVB, RZB?

würde mich nur interessieren, ob die AWD (haben mW kein Büro in St. Pölten), OVB (ja die sind in St. Pölten, verkaufen aber grad die Villa des Chefs um 2 Millionen Euro), naja RZB ist überall, aber die Landesbank steht doch noch in Wien oder?

4 stellig bitte!

erwartet bis zu 3-stellige verluste

ich finde 999euro garnicht so schlimm ;)

dann her damit

soviel wird nämlich jeder St. Pöltner durch Zocker-Bürgermeister verlieren.

St. Pöltnerinnen etwas mehr, also durchaus auch 4-stellig *g

Ich glaub, da hat sich was aufgetan... Wenn man da weiter stöbert, bleibt es bestimmt nicht bei den zwei Bundesländern. Würde mich wundern, wenn alle anderen da lupenrein bleiben...

Der Linzer Kollege konnte nicht einmal "im Ansatz dieses Finanz-Produkt verstehen

Ein Finanzdirektor sollte aber wissen, was er mit seinem ihm anvertrauten Geld tut. Ansonsten könnte man die Steuergelder überhaupt gleich einer Investment-Bank zum Verwalten geben und sich alle Beamten einsparen.

"In beiden Fällen haben vermutlich Beamte im Alleingang Hochrisikogeschäfte abgeschlossen"

wie kann es eigentlich möglich sein dass ein "noramler" beamter so einen großen finanziellen spielraum hat ohne dafür rechenschaft schuldig zu sein oder eine genehmigung bei seinem vorgesetzten einholen zu müssen?!? ich kann es einfach nicht fassen, dass mit den österreichischen steuergeldern so unvorsichtig umgegangen wird.

unsere "politiker" sind eine schande für uns schönes österreich! keine woche ohne einen neuen skandal...wo sind die guten alten werte wie handschlagqualität, loyalität, aufrichtigkeit und ehrgefühl hingekommen...

österreich geht den bach runter und wir sehen alle dabei zu...

Österreich geht den Bach runter

"Jedes Volk hat die Regierung die es verdient"

Joseph Marie Graf von Maistre

Die Mehrheit der Österreicher hat diese Hochleistungsgauner gewählt und somit legitimiert. Und sie werden es 2013 wieder tun. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen.

jedes volk hat die regierung die es verdient...

interessant!
wie sieht es da ihrer meinung nach mit tibet aus?!

ich finde nicht dass die österreicher diese regierung verdient haben, geschweige denn diese (oder die vorigen) regierungen gewählt haben damit die politiker unserem land so viel schaden anrichten.
es gibt sicher einige österreicher die sich nicht belehren lassen werden. aber ich kann mir doch recht gut vorstellen dass nach diesen ganzen skandalen die nächsten wahlen mal ganz anderes aussehen könnten!

also haben sie auch diese regierung verdient?!

"wo sind die guten alten werte wie handschlagqualität, loyalität, aufrichtigkeit und ehrgefühl hingekommen... "

Genau dorthin, wo sie auch sonst wo hingekommen sind! Ich hab es langsam satt, wie jeder die Verluderung der Politik bejammert und dort höchste moralische Anständigkeit fordert, aber keinen Bezug zum Rest der Gesellschaft herstellt. Der Fisch fängt NICHT am Kopf zu stinken an. Er stinkt als Ganzes!

Der Fisch fängt NICHT am Kopf zu stinken an. Er stinkt als Ganzes!

wie sieht der bezug zur gesellschaft denn aus? wurden diese politiker gewählt, weil der steuerzahler sich gewünscht hat, dass diese blender sein hart verdientes geld verspekulieren? ich denke wohl kaum! viele österreicher sind kurzsichtig, vergesslich und wenn es um die parteiwahl geht einfach unbelehrbar. das hat meiner meinung nach bei den meisten nichts mit werten zu tun sondern eher mit hilflosigkeit, resignation, tradition oder desinteresse.

ich würde mir selbst nicht das recht geben "alle" österreicher als stinkende gauner zu bezeichnen!
was macht sie eigentlich zu einem "lord" unter den stinkern?

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