Wieder mehr Waffenverkäufe in den USA

19. Dezember 2012, 17:55
  • Newtown wurde auch vier Tage nach dem Amoklauf noch von Kamerateams belagert. Erstmals gingen die Kinder in der Stadt am Mittwoch nach dem Massaker wieder zur Schule.
    foto: ap/cortez

    Newtown wurde auch vier Tage nach dem Amoklauf noch von Kamerateams belagert. Erstmals gingen die Kinder in der Stadt am Mittwoch nach dem Massaker wieder zur Schule.

US-Vizepräsident Joe Biden soll eine Kommission leiten, die sich mit einer Reform des Waffenrechts befassen soll

Die National Rifle Association äußerte sich erstmals öffentlich zu dem Amoklauf in Newtown.

 

Vier Tage nach dem Amoklauf von Newtown hat sich die mächtige US-Waffenlobby NRA erstmals zu der Bluttat geäußert und einen "bedeutenden Beitrag" zu Verhinderung derartiger Taten in der Zukunft angekündigt. Für Freitag setzte die NRA eine "große" Pressekonferenz zu dem Thema in Washington an.

US-Präsident Barack Obama wollte seinen Vizepräsidenten Joe Biden am Mittwoch zum Leiter einer Kommission ernennen, die nach dem Amoklauf von Newtown Antworten auf die Waffengewalt finden soll. Die Kommission soll sich nicht nur mit einer Reform des Waffenrechts befassen, sondern auch mit Gewalt in Filmen und Computerspielen sowie der Behandlung von psychisch Kranken in den USA.

Bereits am Dienstag hatte Obama sich hinter Pläne zur Verschärfung des Waffenrechts gestellt. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein hatte eine Gesetzesvorlage angekündigt, nach der bestimmte Sturmgewehre und Magazine nicht mehr verkauft werden dürften.

Der Handel reagiert bereits: Walmart, mit seinen riesigen Supermärkten die Nummer eins des amerikanischen Einzelhandels, hat die Bushmaster AR-15 aus seinem Online-Angebot gestrichen, jenes halbautomatische Gewehr, mit dem Adam L. in der Volksschule von Newtown um sich schoss. In den Filialen der Kette soll die Waffe, eine Weiterentwicklung der im Vietnamkrieg verwendeten M-16, zunächst weiter verkauft werden, aber auch da wächst der Druck. Dick's Sporting Goods, eine Handelskette, die neben Turnschuhen und Tennisschlägern auch Waffen im Sortiment hat, nimmt halbautomatische Flinten aus seinen Regalen. Der Aktienkurs von Smith & Wesson fiel allein am Dienstag um zehn Prozent und setzte seine Talfahrt am Mittwoch fort, nachdem er sich im Laufe des Jahres fast verdoppelt hatte.

Zugleich aber bewirkt die neu angefachte Diskussion über strengere Paragrafen Effekte, wie sie auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber auf jeden Amoklauf in den USA folgen. Seit dem Massaker von Newtown ist der Absatz von Sturmgewehren um etwa ein Viertel nach oben geklettert. Waffenfreunde decken sich noch schnell reichlich ein, weil sie fürchten, der Kongress in Washington könnte ab Januar die Regeln verschärfen. (Frank Herrmann aus Washington /DER STANDARD, 20.12.2012)

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was auch auffällig ist, ist der umstand das eigentlich fast nur weiße

solche veranstaltungen durchziehen. von afro-americanern hab ich bis jetzt noch nichts gehört...

naja, da bei denen so ziemlich die häufigste todesursache erschießen ist,

erledigen sie das eher breiter gestreut.

In 2010, the homicide rate for black male teens was 51.7 per 100,000, more than 22 times higher than the rate for white male teens (2.4 per 100,000). Rates for other groups were 17.9 per 100,000 for Hispanic males, 11.9 per 100,000 for American Indian males, and 3.2* per 100,000 for Asian and Pacific Islander males.

von da: http://www.childtrendsdatabank.org/?q=node/174

naja, mag schon sein...aber ich bezog mich auf das desaster was schulen betrifft

da hab ich nichts gesehen was einen afro-american in action zeigt

ja, habe ich verstanden. :o)

als backgroundinfo. die meisten massenmörder sind weiss und männlich. die/wir leben in extremen. entweder hauptsächlich opfer oder täter. für die breite alltagsgewalt dazwischen taugen wir anscheinend nicht so wirklich. zumindest in amerika

Die kranken Waffennarren,

die meinen, solche Amokläufe wie dieser könnten verhindert werden, wenn es mehr Waffen gäbe, um "die Amokläufer zu stoppen", sind wie die Quacksalber des 17. Jahrhunderts:

Die haben ihre Opfer mit Aderlässen "behandelt", wovon diese natürlich schwächer und kränker geworden sind.

Die Antowrt daruaf war, den Kranken noch mehr Aderlässe zu verpassen, weil die bisherigen ja scheinbar zu wenige waren...

Waffen sind das Problem, nicht die Lösung. Immer und überall.

Tatsächlich gab es nur Tage vor Newtown den Beweis dafür

Denn da hat ein legal bewaffneter Bürger mit seiner Waffe bloss auf den Täter zielen müssen, um ihn zur Aufgabe (und anschließendem Selbstmord) zu überreden.

Da es nur zwei Opfer gab und der Nutzen von privater Bewaffnung eindrucksvoll bewiesen wurde ist dieses Ereignis in allen Medien totgeschwiegen worden.

" In den Filialen der Kette soll die Waffe .. zunächst weiter verkauft werden"

Gehst in den Interspar? .. Ja, soll ich dir was mitnehmen? .. 2 Liter Milch, Semmeln, und a Sturmgewehr.

Gut dass wir nicht in so einem kranken Land leben!

hmm

SCS, erster Stock; da können´s zwar nicht "gleich" was mitnehmen, aber wenn nicht sofort ein Sturmgewehr sein soll, dann geht´s mit ein paar Tagen Wartezeit.

Doch krankes Land .. nur es passiert seltsamerweise recht wenig

nicht seltsamerweise

menschen töten menschen, nicht waffen. wir haben einen anderen geistigen zugang zu diesen dingern, daran hängt es. deshalb geht die ganze verbietungssuderei am thema vorbei.

was fuer eine Heuchelei......

da winselt der Kriegstreiber herum, der die Vaeter und Brueder der Opfer im Irak oder Afgahnistan zu Krueppeln schiessen laesst.

Auch mir erschliesst sich nicht der Sinn einer Kalaschnikov in Privatbesitz, wohl aber denke ich das sich ein Buerger verteidigen koennen sollte. Ansonsten: wer eine Waffe will der kann auch eine bekommen. Denjenigen die das Gesetz herausfordern, und denen der Buerger schutzlos ausgeliefert ist, ist das Herumgejammer e egal. Und die Polizei ist nur das Mittel festzustellen das der Generalverdacht gegen alle Buerger zu recht besteht und aufrecht erhalten wird.

Waffenfreunde decken sich noch schnell reichlich ein, weil sie fürchten, der Kongress in Washington könnte ab Januar die Regeln verschärfen.

Das gleiche hat man auch in Österreich durch Einführung des ZWR (Zentrales Waffenregister) seit 1 Oktober bewirkt. Davor wurde noch kräftig eingekauft, was bestimmt nie im ZWR registriert wird.

Ein sehr lustiges Beispiel war auch das österr PumpGun Verbot (Anlassgesetzgebung nach einigen Morden). Von etwa 40.000 PumpGuns wurden weniger als 1.000 registriert. Seit dem scheint das Problem gelöst zu sein, obwol deswegen nicht weniger PumpGuns im Volk sind oder die nun besser kontrolliert werden.

Eine Gesellschaft die sich zu solchen Anlasshandlungen hinreissen lässt, ist wirklich traurig.

Völlig richtig; Also dann, her mit einem neuen Strafrecht: Für jede sichergestellte illegale Pumpgun wandert der Besitzer 3 Jahre unbedingt hinter Gitter - was glauben sie, wie schnell die Rednecks hierzulande demilitarisiert wären?

Für den Besitz einer Pumpgun

gilt bereits eine Strafandrohung von 1 Jahr Freiheitsstrafe bzw. bei mehreren Pumpguns 2 Jahre Freiheitsstrafe.

Man muss hier allerdings keine Angst haben erwischt zu werden denn, die Waffen sind ja nicht registriert, deshalb kommt auch niemand um sie zu kontrollieren. (Das ist ja das schöne an den Gesetzen, kontrolliert werden nur die, die ehrlich genug sind sich zu registrieren) :)

Das bedeutet aber auch, daß man so eine Waffe niemals legal zur Selbstverteidigung besitzen kann. Wer so eine Waffe verwendet macht sich auf jeden Fall strafbar. Selbst im Falle einer gerechtfertigten Notwehr wird man für den Besitz bestraft,

Also warum will man so ein Teil besitzen?

Da gibts Leut die lieber von 12 verurteilt als von 6 getragen werden...
Auf den Fall hofft ja sowieso niemand.

Unter der russischen Besatzung war Waffenbesitz bei Todesstrafe verboten

daher wurden die Waffen eben gut versteckt. In der Hoffnung, dass die Zeit des Verbotes vorübergehen würde, ehe man die Waffen ausgraben und benutzen werden müsse.

Überraschung: jede Besatzungsarmee verbietet privaten Waffenbesitz.

Die wären ja blöd so etwas NICHT zu tun.
Noch dazu wussten die Sovjettruppen genau wie viele Österreicher Nazis gewesen sind.

Sie meinen also, die PumpGuns haben die Leute versteckt in der Annahme sie irgend wann (wann eigentlich) zu brauchen um sie gegen, wen eigentlich, einzusetzen. Eine Besatzungsarmee, die Polizei, den Terrorapparat eines diktatorischen Regimes?

Ein Haufen aufgebrachter Bürger mit PumpGuns oder anderen Handfeuerwaffen gegen den Unterdrückungsapparat einer Diktatur? Viel Glück dabei. Ich denke nicht, daß das einer der Waffenbesitzer in Freiheit überleben würde.

Das sind doch Bubenträume von Aufstand und Wiederstand. Die Welt funktioniert schon lange nicht mehr so.

was man immer wieder festhalten und erwähnen sollte, ist die tatsache, dass alle diese massenmörder ein problem hatten, nämlich ein psychisches und die schuldigen eigentlich die waren, die in ihrer nächsten umgebung den zugang zu waffen ermöglichten.

die eltern! interessant die tatsache, dass man der filmindustrie hollywood hier keine massiven vorwürfe macht. wie wirkt sich ein film, in dem gewalt gepredigt wird u quasi als abbild der realität in den köpfen von ohnehin psychisch kranken landet, auf solche aus.

und man kann es nicht oft genug sagen, welche einflüße lassen menschen an einem gestörrten verhältniss zu ihrer umwelt erkranken?

es ist zu wenig zu schreien- die waffen sind schuld, es trifft weder den kern des problems, noch wird dadurch das problem gelößt werden, welches hier und besonders in USA den haupanteil an solchen ereignissen hat.

wenn man weiß, welche geschichtlichen tatsachen, politiker über leichen des eigenen volkes gehen läßt, sieht einiges anders!

wart mal bis anhänger von tarantino dein post lesen...

der hat sofort reagiert

Frustrierte, verzweifelte, gestörte, psychopathische Leute oder z.B. politisch motivierte Gewaltverbrecher wird es immer geben - die Frage ist nur, ob man denen die Mittel zur Verfügung stellen soll, Gott zu spielen.

Und diese Staats-Paranoia, die Sie an den Tag legen, sollte auch mal auf den Tisch: Inwiefern soll sich der durchschnittliche US-Amerikaner von seiner Regierung physisch bedroht fühlen? Historische Evidenz?

1776

das ist die historische evidenz - gut nachzulesen in der declaration of independence

Da hätten Sie auch in die Jungsteinzeit zurückschauen können...noch mal, wann - und zwar notwendigerweise seit Existenz und Anerkennung des Staates - mussten sich US-Bürger je von ihrer eigenen Regierung nachvollziehbar physisch bedroht fühlen? Das ist ja, wenn ich recht verstehe, auch aus Sicht der Waffen-Hillbillies das einzige Argument, das für das freie Verteilen von Mordwaffen an Kreti und Pleti sprechen würde.

Sie missverstehen die Gefühlslage gründlich.

Es wird zwar immer von der Unabhängikeit im 18. Jhdt. gefaselt. Das passiert aber nur weil zu dem Zeitpunkt die Verfassung geschrieben wurde und die Gründerväter qusi den Rang von Heiligen haben.

In Wirklichkeit meint man aber den Bürgerkrieg. Man sehe sich an wo die Paranoia gegen die Bundesregierung am stärksten ist.

Der Süden und zum Teil der Westen hat die Niederlage bis heute nicht verarbeitet. Man fühlt sich noch immer unterdrückt. So als seien sie irgendwie "besetzt". Was völlig seltsam ist, da nirgends der Patriotismus so groß ist wie in diesen Gegenden. Auch die ausufernde Religiosität ist Teil diese Komplexes. Wie in anderen historischen Situationen ersetzt hier die Religion den nicht vorhanden Staat.

fakt ist, wäre die schule kein waffenfreier raum gewesen

hätte der attentäter gestoppt werden können

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