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Der EEPROM-Chip, ein Speicher etwa in Telefonen und Computern, ist einer der "Darsteller" in Dannoritzers Film, der weltweit Empörung unter Konsumenten und Umweltschützern auslöste.

Cosima Dannoritzer recherchierte zwei Jahre lang für ihren Film. Stimmen Sie ab: derStandard.at-Umfrage - Programmiertes Kaputt: Ich bin ein Opfer der Obsoleszenz
STANDARD: Wann wurde Obsoleszenz für Sie zum Thema?
Cosima Dannoritzer: Das ist langsam entstanden. Es gab schon immer ältere Menschen, die sagten: "Früher hat alles länger gehalten." Dann gab es eine Menge an sogenannten urbanen Legenden, etwa über die Glühbirne, die ewig brennt, den Kühlschrank, der ohne Strom läuft, das Auto, das mit Wasser läuft, und ähnliche Erfindungen, die es schon gegeben haben soll, bevor jemand die Patente verschwinden ließ. Nun sind zwar Gerüchte ganz interessant, aber wir wollten es genauer wissen.
STANDARD: An welchen der Legenden ist denn etwas dran?
Dannoritzer: Na ja, das mit der Glühbirne stimmt zum Beispiel. Es gibt in den USA die Dokumentation der Versuchsreihen. Bereits aus den 1920er-Jahren gibt es auch Dokumente, die belegen, dass man sich Gedanken darüber machte, was passieren sollte, wenn die Leute alles haben und niemand mehr etwas kauft. Monopolgesetze und Verbraucherschutz gab es da noch nicht.
STANDARD: Wie lange haben Sie für den Film recherchiert?
Dannoritzer: Zwei Jahre. Es gab aber immer wieder Pausen durch Wartezeiten und weil wir nicht viel Geld hatten. Wir wussten etwa, dass wichtige Dokumente in Archiven in New York liegen, aber erst als der Produzent dort Urlaub machte, konnte er sich das dann anschauen. Oder einmal mussten wir sechs Monate auf einen russischen Informanten warten. Die Finanzierung hätten wir mit einem Sender nicht geschafft. Neben Arte waren zwei spanische Sender und weitere sechs kleine dabei.
STANDARD: Große Konzerne waren wohl nicht auskunftswillig?
Dannoritzer: Man wird keine Elektronikfirma finden, die sagt: "Hey, klar, wir machen das mit unseren Produkten!" Aber gerade etwa bei Apple gibt es Gerichtsdokumente, wo man sieht, dass geplante Obsoleszenz sehr wohl passiert. Und natürlich gibt es da ideologische Kritik und Argumente wie: "Wir müssen kaufen, wir brauchen die Arbeitsplätze. Um den Müll kümmern wir uns später!"
STANDARD: Wo ist der Ausweg?
Dannoritzer: Gerade bei den Arbeitsplätzen natürlich. Die könnte man ja auch durch mehr Reparaturen sichern. Und es gibt zum Beispiel immer mehr Geschenke, die man kaufen kann, ohne dass Müll anfällt. Das machen auch immer mehr Leute. Ich denke da an Gutscheine für Wochenendreisen, Sprachkurse etc.
STANDARD: Ihr Film wurde mit wenig Budget zum Riesenerfolg. Haben Sie damit gerechnet?
Dannoritzer: Vieles hat mich angenehm überrascht. Wir haben bei Leuten einen Verdacht bestätigt. Die fühlten sich schon lange betrogen. Zweitens entsteht als Reaktion auf unseren Film ein europäisches Referendum: Die Lebensdauer eines Produktes in der EU soll demnach künftig auf dem Produkt stehen. Der Film wurde von 21 Sendern und über 50 Festivals gezeigt. Ich spreche ständig auf Konferenzen. Kürzlich auf jener der Arge Abfallvermeidung in Graz. Ich war am World Resources Forum in Davos eingeladen, an Eliteschulen genauso wie bei Stadtteilfesten in Spanien.
STANDARD: Haben Sie selbst Ihr Konsumverhalten geändert?
Dannoritzer: Ich habe ein 13 Jahre altes Handy. Mit dem dritten Akku. Und den dritten habe ich sogar gebraucht gekauft. Es funktioniert einwandfrei. Gut, es kann nicht fotografieren, aber ich habe ja einen Fotoapparat. Und ich kauf mir Kleidungsstücke secondhand, seit ich bemerkt habe, wie oft neue Stücke nach zweimal waschen kaputtgehen. Wenn etwas im Secondhandshop gut aussieht, dann hält es was aus. Am besten ist es, wenn das Etikett verwaschen ist und das Textil selbst noch gut aussieht. Und ich lass mich nicht mehr abschrecken, wenn es bei einem kaputten Gerät heißt, eine Reparatur lohne sich nicht mehr. Ich hab sogar schon selbst Dinge repariert. Und ich besuche Tauschmärkte. Die sind auch interessant, weil man merkt, was einem eine Sache wirklich wert ist.
STANDARD: Gibt es ein Folgeprojekt?
Dannoritzer: Ja. Wir bekamen besonders schockierte Reaktionen zu dem Elektroschrott in Entwicklungsländern. Wie kann das trotz anderslautender Gesetzgebung passieren? Wo sind da die schwarzen Löcher? Immerhin zahle ich fachgerechtes Recycling mit dem Produkt mit. Da sind wir mitten in der Recherche. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 20.12.2012)
Cosima Dannoritzer (47) arbeitet für TV-Sender in Deutschland, Großbritannien und Spanien und macht Filme über Umwelt, Technik und Geschichte.
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Deshalb wurde diese auch als Grabbeigabe mitgeben.
Niemand anderer durfte das Werkzeug benutzen.
Keine Ahnung ob das stimmt, nur haben Werkzeuge sicher mehr bedeutung, als nur ihre funktion. Siehe Porsche. Deshalb finde ich das auch wenn die Obsoleszenz nicht absichtlich passiert. Das es gegen die Natur des Menschen ist, etwas als Werkzeug zu verwenden, was nicht der höchsten Qualität entspricht. Unser Wohlstand ist auf diesen Trieb aufgebaut. Und auch unser Wohlbefinden, weil wir nicht wirklich trennen können zwischen Werkzeug (Porsche) und uns selber. Dieser Tatsache muss rechnung getragen werden durch strengere Qualitäts und Haltbarkeits- verpflichtungen der Industrie.
Indem er die defekten bauteile austauscht. Nur das muss er erst mal finden. Auf der platine und im handel. Deswegen werden nicht selten standardchips abgeschliffen und manchmal sogar neu bedruckt. Dann darf man den drei euro chip um zwanzig beim gerätehersteller kaufen.
Lötkolben ist eine sache, smd eine andere, da tauscht man nicht mehr so leicht aus. Die hersteller sind auch nicht grad blöd...
Wir brauchen PolitikerInnen die für die BürgerInnen handlen, mehr direkt-demorkatische Elemente, mehr Bewusstseinsbildung, zB für diese Entwicklung und eine Zivilgesellschaft die Druck schafft damit diese Unternehmspolitik auch für ihre Taten bezahlen und nicht noch enorme Gewinne damit einfahren und sich alle möglichen politischen und wirtschaftlichen Privilegien damit sichern.
Die Reportage zeigt deutlich die Obsoleszent und jeder der selbst ein technisches Gerät einmal reparieren lassen wollte, weiß dass die Geräte bzw Firmen darauf nicht mehr ausgerichtet sind. Die Geräte von früher halten einfach um ein vielfaches länger.
In einer Wachstumsorientierten Wirtschaftspolitik geht es aber kaum anders.
wenn man den unnötigen Müll vermeidet.
Wahrscheinlich spart man da noch viel mehr ein, als beim Verkehr oder Wohnbau (Beim Wohnbau wird der Sondermüll Polysterol-Dämmung nach 30 Jahren zum Problem: Denn es gibt noch KEINE Entsorgungs- oder Wiederverwertungsmöglichkeit)
Weiters ist es ja ein Problem, dass man bei den Produkten ja nie weiß wie lange diese halten.
Ein Konsument kann das also beim Kauf gar nicht beurteilen.
und wenn nun die glühbirne dermaßen viel mehrstrom verbraucht, zahlt sich dann die müllvermeidung aus?
ganz besonders wenn man darüber nachdenkt woher der strom kommt. wohl kaum 100% ökostrom.
übrigens kann man "naturdämmstoffe" oftmals ebenfalls nicht gut wieder verwerten weil diese auch geklebt/verputzt werden und genau das ist das problem bei PS-dämmstoffen.
Ein Grundig Bildröhrengerät bei meiner Oma funktioniert schon seit 30 Jahren problemlos.
Von meiner Marke werde ich sicher kein Gerät mehr kaufen weil der mir so schnell kaputt gegangen ist. Also schneiden sich die Hersteller nur ins eigene Fleisch, denn Zubehör dazu werde ich auch keines mehr kaufen (Ersatzfernbedienung die mir mehrmals runterfiel und zwei mal ersetzt werden musste, oder neue Soundbar weil mir der blöde Kater die alte von dem Schrank warf).
Bei der Reparaturstelle hat es geheißen dass es teuer wird, ich soll ein neueres Modell kaufen. Danke, aber NEIN danke!
Richtig so! Und deswegen ist es unplausibel, dass Markenhersteller ihre Produkte absichtlich schlechter herstellen.
Frau Dannoritzer kann man "gratulieren" zu dem Hype, den sie mit ihrem Film ausgelöst hat. Die Konsumenten haben es ja schon immer gewusst, dass sie hilflose Opfer der gemeinen Firmen sind. Dumm nur, dass es kaum konkrete Beispiele für "bewusst in Produkte eingebaute Fehler" gibt. Der Käufer eines DVD-Players um 49 EUR kann nicht erwarten, dass er so lange hält wie der Fernseher, der vor 30 Jahren ein Monatsgehalt kostete.
Wer gegen Wegwerfgesellschaft ist, sollte sich vor dem Kauf informieren und gezielt Hersteller von guten Produkten belohnen. Der Konsument ist nicht nur Opfer sondern auch Täter.
waschmaschine, geschirrspüler und wäschetrockner von miele. für ein schweinegeld. (wm + wt € 2500, gs € 1600)
waschmaschine macht genau das, was sie machen soll. traumhaftes gerät. wäschetrocker zickt dauernd rum, von wegen der filter muss gereinigt werden. der filter ist aber perfekt sauber. dummerweise begann die zickerei nach der garantiezeit. dies sei ein gängiges problem bei dieser serie... DANKE MIELE!!!
beim geschirrspüler sei die pumpe zu schwach / defekt. drum haben wir dann und wann wasser im geschirrspüler. auch das sollte bei einem gerät mit einem preis > € 1500 nicht geschehen.
und das trotz eines hochpreisigen markenprodukts... und um dieses geld erwarte ich mir doch eine gewisse qualität. wofür miele an sich stehen sollte.
Vor drei Jahren hat mein Vater sich einen Medion Fernseher beim Hofer gekauft. Nach zwei Jahren war das (zum Glück externe) Netzteil kaputt. Ich habe es aufgemacht und wie erwartet, war ein Kondensator aufgebläht. Da weder Conrad, noch ELV oder Reichelt diesen oder stärkeren Kondensator führte, adaptierte ich ein anderes Netzteil welches mehr Ampere lieferte. War aber das letzte Medion Produkt das ich gekauft habe.
Aber schon alte Amiga-Turbokarten wie M-Tec 1230 hatten Probleme mit Kondensatoren. Ich wunderte mich wieso meine A1200 mit gelben Bildschirm nicht startete, Die Kondensatoren waren nicht aufgebläht, sondern an Beinchen ausgeronnen. Stärkere Kondensatoren aus einem kaputten PC ausgelötet und eingesetzt, jetzt läufts wieder.
löten kann, kann die häufigste fehlerquelle bei elektronischen geräten reparieren, hier gibts sehr gute anleitungen, hat mir schon geld gespart !
http://www.badcaps.net/
Das wär doch etwas für die EU!
Ich habe den Vorschlag schon irgendwo gelesen.
Da Weihnachten vor der Tür steht:
Ich wünsche mir eine Regelung das der Hersteller auf seinem Produkt angeben muss auf welche Lebensdauer ein Produkt ausgelegt ist. Sollte die Funktion durch den Hersteller bewusst eingeschränkt werden (zB Zählwerk welches Funktionen einschränkt) muss dies auf der Verpackung und Produktbeschreibung angegeben werden.
Das habe ich schon vor einigen Wochen vorgeschlagen. So eine art Pictogram mit Mülleimer drauf und Schriftzug (groß) "Geplande Obsoleszenz", mit Angabe wie viele Monate Betrieb möglich sind bevor sich das Gerät selbst zerstört.
Eine Vorschrift die regelt wie groß es auf wie großen Verpackungen sein muss, sowie dass es verpflichtend auch in der Werbung stehen muss.
Hohe Strafen bis zum Gefängnis für Manager bei nichterfüllung oder bewußt falschen Angaben sind notwendig.
Wenn keine kennzeichnung erfolgt, muss davon ausgegangen werden dass das Produkt ewig hält, und bei mehr als 15% defekter Geräte nach gewisser Zeit, kann man von bewußt eingebauten Schwachstellen ausgehen.
Ohne Kennzeichnung soll der Manager dafür in den Knast gehen.
Eine EU-weite Regelung ist absolut nötig. Bei diesem Vorschlag fürchte ich, dass er zu viel Interpretationsspielraum lässt und die Beweislast nach wie vor beim Konsumenten liegt. Z.B. verbaut Apple konsequent Akkus, die nicht austauschbar sind. Apple beharrt natürlich darauf, dass dies ausschließlich durch Designvorteilen motiviert ist.
Auf jeden Fall halte ich für nötig, die Gewährleistungsfrist schrittweise zu verlängern, allenfalls auch produktspezifisch. Dass bereits nach sechs Monaten die Beweislast für einen Mangel auf den Konsumenten übergeht, ist jedenfalls für viele Produktgruppen zu wenig.
wir sind zu arm um uns was billiges zu kaufen.
hat damit wohl 'wer billig kauft, kauft teuer'
oder 'die freude an der hohen qualität hält länger als der ärger über den hohen preis' gemeint.
der würde sich heute über die teuren produkte nur wundern und womöglich keine markenprodukte kaufen.
wurde aber schon von mehreren Markenherstellern (Philips, ...) enttäuscht. Manchmal halten sogar Billigprodukte besser. Manchmal ists umgekehrt. Der Preis ist für die Qualität eines Produktes nicht mehr so aussagend, wie früher.
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