Acht von zehn Österreichern haben die Rettungsgasse kapiert

19. Dezember 2012, 18:18
  • Es gibt sie wirklich: die Rettungsgasse, hier von einer Verkehrskamera auf der Semmeringschnellstraße vor dem Grasbergtunnel dokumentiert.
    foto: asfinag

    Es gibt sie wirklich: die Rettungsgasse, hier von einer Verkehrskamera auf der Semmeringschnellstraße vor dem Grasbergtunnel dokumentiert.

Rund 100 Anzeigen im ersten Jahr der Maßnahme auf Autobahnen und Schnellstraßen

Wien - Die Linken nach links, der Rest nach rechts - nach einjähriger Rettungsgassenpflicht auf heimischen Autobahnen und Schnellstraßen haben zumindest acht von zehn Österreichern begriffen, wie es geht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage (3000 Befragungen), die das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) evaluiert hat.

Wie gut das theoretische Wissen auch in der Praxis umgesetzt wird, weiß fast zwölf Monate nach Start der Maßnahme aber kaum jemand. Weder die Autobahn- und Schnellstraßenbetreibergesellschaft Asfinag noch die Polizei kann gesicherte Daten zu Verstößen und etwaigen Strafen vorlegen. Lediglich von "an die 100 Anzeigen" war die Rede. Die Pressekonferenz am Mittwoch hatte ihren Titel "Bilanz" also eher nicht verdient.

"Keine vernünftige Alternative zur Rettungsgasse"

Zur Erinnerung: Blaulichtorganisationen haben jahrelang für die Einführung der Rettungsgasse in Österreich gekämpft. Bei Stau und schon stockendem Verkehr ist sie seit Jahresbeginn verpflichtend. "Die Regelung wird überwiegend eingehalten", meint Martin Germ, Leiter des Verkehrsdienstes im Innenministerium.

"Es gibt keine vernünftige Alternative", resümierte der Generalsekretär des Roten Kreuzes, Werner Kerschbaum. Die Rettungsgasse funktioniere schon gut, es brauche jedoch weiterhin Aufklärung und Informationen. Zwar gebe es "Probleme durch einzelne Vorfälle", dennoch war die Einführung ein wichtiges Ereignis, um "wichtige Minuten früher vor Ort" zu sein, meint auch Armin Blutsch, Vizepräsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes.

Akzeptanz gesunken

Weitere Resultate der Umfrage: Vor der Einführung der Rettungsgasse, im November 2011, hatten 73 Prozent den Begriff Rettungsgasse schon einmal gehört, ein Jahr später waren es 98 Prozent. Vor Inkrafttreten hielten noch 92 Prozent der Befragten die Rettungsgasse für sinnvoll, im November 2012 dann nur mehr acht von zehn.

"Ja, ganz genau" und "Ja, eher schon" antworteten insgesamt 94 Prozent auf die Frage, ob sie wissen, was konkret bei der Bildung zu tun ist. Allerdings gaben nur 81 Prozent auch die richtige Antwort: Zu bilden ist sie eben bereits beim Stocken des Verkehrs. (APA, simo, DER STANDARD, 20.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

Wie jetzt - muss man auf den Pannenstreifen fahren, oder nicht? Lt. StVO (§ 46) ist es verboten und man begeht eine Verwaltungsübertretung, wenn man es macht (§ 99 2c 7).
Danke!

Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?

Ich finde, das tschecische System der Rettungsgasse bei drei oder weiteren Spuren ist wesentlich durchdachter und daher einfacher. Dort müssen nur die Fahrer auf dem ersten Streifen rechts "mitdenken" indem sie auf den Pannenstreifen fahren. Alle anderen bleiben auf der Spur auf der sie gerade sind. Das wäre keine große geistige Leistung. Von einem mittelstreifenfahrenden Hutfahrer kann man ja wirklich nicht verlangen, dass er nun auf den ersten Streifen fahren soll. Aber nicht nur Hutfahrer haben hier Probleme, das zieht sich quer durch das autofahrende Volk.

Völlig idiotisch

Ich find die Rettungsgasse extrem blöd. Ich habs sie auch noch nie gesehen in Deutschland und Italien. Wie kann man nur Pannenstreifen und Ein- und Ausfahrten verstellen? Welches kranke Hirn beschließt sowas?

Verstehen

Lesen und verstehen.
Bin Auto-und Motorradfahrer, fast jeden Tag in Wien und Umgebung unterwegs.
Man müsste sich mal ein wenig Zeit nehmen und sich gescheit informieren (z.B im Internet).
Man braucht kein Uni-Abschluss um die Bildung der RG zu kapieren. (Linke Spur nach links, alle anderen nach rechts. Mein Gott, echt schwer)
Wie man sich bei Auffahrten und Abfahrten verhaltet ist auch online. Es kann ja nicht sein dass viele sich so schwer tun. (Naja-in die Diskusion über die PISA Studie will ich nicht eingehen)
Wer einen Führerschein hat weiß, dass wenn es in der Stadt staut fahre ich nicht in eine Kreuzung rein, wo ich dann mittendrin "stecken bleibe". Gleicher Prinzip bei den Auf- und Abfahrten.

Und ...

... wie geht man nun vor, wenn die beiden linken Spuren einer dreispurigen Autobahn stauen und auf der rechte Spur flüssiges bis zügiges Fahren möglich ist? Beispiel A23 Richtung Süden vor Abfahrt Altmannsdorfer Ast/Inzersdorf. Reiht man sich nun rechts auf dem Pannenstreifen ein und fährt die erlaubten 80 km/h?

Gerade die von Ihnen angesprochene Frage zeigt, dass das tschechische Rettungsgassensystem gescheiter ist. Dort bleiben die beiden linken Fahrer auf ihrer Spur, nur die Fahrer auf dem 1. Streifen rechts, der ja in der Regel ja jener Strreifen zur Abzweigung ist, fahren auf den Pannenstreifen.

Im genannten Beispiel müssten die Fahrer, die nicht nach rechts abzweigen wollen, trotzdem auf den rechten 1. Streifen wechseln, was natürlich niemand tut.

Eigentlich ist es ja wirklich ...

... erbärmlich, dass die ASFINAG kein How-to-do-Video zur "Rettungsgasse auf der A23-Tangente veröffentlicht. Mit den geschönten Beispielen von zweispurigen Provinzautobahnen kommt man hier nicht weiter.

Und den restlichen 20% gehört ihr Führerschein entzogen...

Du bist ein d......

Kapiert haben die anderen es auch

aber es ist ja so angenehm, wenn man durch die offene gasse fahren kann, während die anderen so blöd sind zu warten.

So ein System muss selbsterklärend sein, sonst funktioniert es nicht

Angesichts der Tatsache, dass Österreich ein Transit- und Urlaubsland ist und deshalb ein erheblicher Anteil der Autobahnbenutzer aus ganz Europa kommt, kann man doch nicht auf einen Lerneffekt spekulieren. Entweder funktioniert die Gasse oder nicht. Offensichtlich funktioniert sie nicht.

Naja- man muss aber auch ein wenig intelligenz bei den Autofahrern voraussetzen...

... sie werden immer den Hauptanteil inländische Fahrzeuge auf den Straßen haben.
Und wenn ich als Ausländer sehe, daß vor mir alle zur Seite fahren, habe ich drei Möglichkeiten zu denken:

a) gar nicht und fahr einfach durch

b) oh die sind nett, die lassen mich durch weil ich ein ausländisches kennzeichen habe

c) vielleicht hat es ja einen Grund, warum die alle zur seite fahren, sicherheitshalber mach ich das auch

Acht von zehn Österreichern haben die Rettungsgasse kapiert

eher umgekehrt wenn ich auf Österreichs Strassen unterwegs bin !!!

Nordbrücke - Wien

dort fahren auch nur jene die es nicht kapiert haben.
Diese Brücke ist eine Autobahn, somit gilt die Rettungsgasse ... täglich beobachtet, es funktioniert nicht.

nordbrücke und praterbrücke

die sind in der verkehrsspitze keine autobahn sondern kurzparkzone!

Als jemand, der im Ausland lebt und dann in Ö

die Rettungsgasse erlebt kann ich nur sagen: ein ausgemachter Blödsinn.

Bei vollem Stau, ok, aber bei stockendem Verkehr ist es ein Wahnsinn wie die Autos herumlavieren in der Fahrt, dann geht es wieder flüssiger und man fährt wieder normal, dann Rettungsgasse.

Und alle Trottel halten sich sklavisch daran und hupen auch noch (nicht mich), wenn ein paar das für weniegr sinnvol halten.

8 von 10 Autofahren

benutzen demnach nicht die Süd-Ost Tangente

...und die verbleibenden 20% fahren auf der Tangente.

Denn dort funktioniert die Rettungsgasse praktisch nie, vor allem weil die auf der Mittelspur Fahrenden einfach auf ebendieser bleiben (schön mittig).

Ein wirklich sonderbares Phänomen!

Wenn Sie mir erklären könnten, wie die Rettungsgasse etwa beim Knoten Kaisermühlen oder Gürtel oder St.Marx oder Inzersdorf oder Knoten Prater aussehen soll...
Etwa ein Drittel der A23 besteht nur aus mehrspurigen Ein- und Ausfahrten.

Wie die Rettungsgasse auf freier Wildbahn aussehen soll, kapiert jedes Kind. Wenn Sie mir bitte einen Rettungsgassenplan für den Knoten Gürtel z.B. aufzeichnen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Was hat das mit der Mittelspur zu tun?

Natürlich sind die Knotenpunkte ein Problem. Aber wenn die Rettungsgasse schon zwischen Altmannsdorfer Ast und Favoriten nicht funktioniert, dann hat das wohl andere Gründe.

"...in Abschnitten mit mehr als zwei Fahrstreifen zwischen dem äußerst linken und dem daneben liegenden Fahrstreifen..."
Außer bei der Gürteleinmündung gibt es im gesamten Verlauf der A23 keine Verzweigung der linken Spur. Also: die linke Spur nach links, alles andere nach rechts. Was soll daran bitte schwer zu verstehen sein?

Beim Knoten Kaisermühlen kommen zu 2 "linken" Spuren eine Spur der B3b und 2 Spuren der A22 dazu.
D.h. Die auf der linken Spur der A23 bleiben links und die rechte Spur der A23 "fahren" in welche der 4 anderen Spuren ? Eigenlich müsste man in dem Bereich 3 Rettungsgassen bilden, da ja 3 "Autobahnen" zusammenkommen. Wie sollen nun diese 3 Rettungsgassen in einer gemeinsamen Rettungsgasse verschmelzen und wo und wann genau ?
Offensichtlich sind Sie ein Rettungsgassen-Experte. Daher würde ich mich über einen Plan von Ihnen freuen, der den Knoten Kaisermühlen rettungsgassengerecht darstellt. In beiden Richtungen, wenns nicht zu viel Mühe macht.
Ebenso die Südeinfahrt A2/A23. In welcher der 8 Spuren ist die RG nun genau zu bilden ?

Ich finde es ja nett,

dass Sie mich zum Rettungsgassenexperten hochloben. Naja, im Vergleich zu den meisten Intelligenzbolzen hier ist eigentlich jede/r eine ExpertIn, also liegen Sie ja auch irgendwie richtig.

Es ist ganz einfach: Sie fahren nach links, wenn Sie auf der Spur ganz links außen fahren. Sie fahren nach rechts in jedem anderen Fall. Solange links neben Ihnen eine bauliche Trennung ist, fahren Sie links, sonst rechts. Na, war das so schwer?

Aber Sie bleiben immer auf Ihrer Spur! Die Fahrstreifen sind so breit, dass eine Gasse entsteht, wenn man nur an den jeweiligen Rand fährt. Vor allem im Stop-and-Go-Verkehr, sonst touchieren sich noch die ganz Vifen.

Brauchen Sie trotzdem noch einen Plan? Soll ich es Ihnen auch noch aufzeichnen?

Ja bitte. Denn Sie haben mir noch immer nicht erklärt wie aus den 3 Zubringer-Rettungsgassen 1 gemeinsame Gasse werden soll ohne dass zwei davon plötzlich blockiert sind.
Gefragt ist also eine Art "Rettungsgassen-Weiche", welche auf der A23 etwa alle 1000 Meter benötigt wird.
Und bevor Sie zu zeichnen beginnen, verrate ich Ihnen: Es gibt keine Lösung auf 1 Ebene ohne dass 2 der 3 Rettungsgassen plötzlich blockiert sind.
Auch die ASFINAG hat zugegeben, dass solche Fälle nicht lösbar sind und "spontane" Lösungen erfordern - Lösungen, auf die sich alle Verkehrsteilnehmer im 5-spurigen Chaos spontan "einigen" müssten, was natürlich das bereits bestehende Chaos noch mehr verschärft.

Ich habe Ihnen gezeigt, wie Sie sich verhalten müssen. Natürlich wird es bei jeder Ab- und Auffahrt eine Lücke geben, das ist aber das Problem der Rettungsfahrzeuge, nicht Ihres. Bis jetzt hatten die Rettungsfahrzeuge an den von Ihnen beschriebenen Stellen gar keine Zufahrtsmöglichkeit, weil es keinen Pannenstreifen gibt. Außerdem sind Pannenstreifen sehr gefährlich zum Befahren, sie hören oft unvermittelt auf, sind sehr schmal und werden manchmal schmäler, ein LKW torkelt zur Seite, Reifenfetzen liegen herum, der Asphalt ist ölgetränkt, man sieht an den LKWs nicht vorbei, etc.
Jetzt gibt es eine deutliche Verbesserung, wenn sich jede/r richtig verhält, muss das Rettungsfahrzeug sich an ein paar Autos per Folgetonhorn vorbeikämpfen und gut.

Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.