Iraks Präsident wird zur Behandlung nach Deutschland verlegt

Zustand Talabanis nach Schlaganfall verbessert

Bagdad - Der irakische Präsident Jalal Talabani soll nach seinem Schlaganfall in Deutschland behandelt werden. Sein Zustand habe sich inzwischen stabilisiert, sagte der Gouverneur der Stadt Kirkuk, Najmaldin Karim, am Mittwoch in Bagdad. Der 79-Jährige war am Montagabend nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht worden. Er hatte in diesem Jahr schon wiederholt gesundheitliche Probleme und war im Ausland behandelt worden.

"Wahrscheinlich wird der Transport innerhalb von 24 Stunden stattfinden", sagte Karim, der auch dem medizinischen Team des Präsidenten angehört. Deutsche Ärzte, die Talabani schon früher behandelten, hätten nach einer Untersuchung in einem Krankenhaus in Bagdad die Verlegung nach Deutschland empfohlen.

Sollte Talabani sein Amt nicht mehr ausüben können, würde der Irak einen angesehenen Vermittler verlieren, der oft Spannungen im Machtgefüge aus Schiiten, Sunniten und Kurden nahm sowie die Konflikte zwischen der Zentralregierung und der Führung der autonomen kurdischen Region entschärfte. Erst kürzlich drohte ein Streit um die Ölrechte im Kurdengebiet und um Provinzgrenzen zwischen der Regierung in Bagdad und dem kurdischen Präsidenten Masud Barzani zu eskalieren. Beide Seiten hatten schon Truppen in Stellung gebracht, um ihre Positionen an der Grenze zu sichern.

Talabani, ein Veteran der kurdischen Guerilla-Bewegung, überlebte Kriege, das Exil und interne Auseinandersetzungen in den Kurdengebieten im Norden Iraks. Einige Jahre nach dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein wurde er der erste kurdische Präsident des Landes. (APA/Reuters, 19.12.2012)

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