Bis zu 70.000 Tote in Mexikos Drogenkrieg

Neue Schätzung - Neuer Präsident will Strategie eventuell ändern

Mexiko-Stadt  - Die Zahl der Todesopfer in Mexikos Drogenkrieg ist möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach Schätzung der neuen Regierung kamen in der sechsjährigen Amtszeit des vorherigen Präsidenten Felipe Calderon etwa 70.000 Menschen ums Leben. Calderons Regierung hatte im September 2011 die Veröffentlichung von Zahlen eingestellt. Damals wurden 47.515 Tote in einer Opferbilanz genannt. Bürgerinitiativen sprechen hingegen von bis zu 100.000 Opfern.

In den vergangenen sechs Jahren seien zudem 60 bis 80 neue Drogenkartelle entstanden, sagte Mexikos neuer Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam am Dienstag dem Sender MVS Radio. Er kritisierte zugleich die alte Regierung und ihre "unorganisierte Bekämpfung des organisierten Verbrechens".

Die Polizei habe zwar einige der obersten Drogenbosse fassen können. Deren Kartelle seien aber nicht zerschlagen worden und hätten sich dann anderen Verbrechen wie Entführungen und Erpressung gewidmet, erklärte Murillo Karam. Außerdem hätten oftmals die weitaus brutaleren Stellvertreter nach der Festnahme ihrer Chefs eigene Organisationen gegründet.

Die Regierung des neuen Präsidenten Enrique Pena Nieto hatte am Montag eine neue Sicherheitspolitik angekündigt. Demnach soll Mexiko zur Bekämpfung der Drogenkartelle in fünf Regionen aufgeteilt werden. Außerdem wird eine neue nationale Polizeitruppe mit 10.000 Beamten geschaffen. Vorbeugung soll künftig einer der Schwerpunkte sein. (APA, 19.12.2012)

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