Europäischer Forschungsrat fördert österreichische Quantenphysiker

Gruppe um Peter Zoller ist eine von elf ausgewählten Forschungsinitiativen

Wien/Innsbruck - Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat heuer erstmals "Synergy Grants" ausgeschrieben, Forschungsförderpreise für wegbereitende Pionierforschung von kleinen Gruppen von Forschern mit einander ergänzenden Fähigkeiten und Kenntnissen. Von über 700 eingereichten Projekten wurden nun elf ausgewählt. Darunter ist eine Gruppe von Physikern um Peter Zoller, die neue Eigenschaften von ultrakalter Quantenmaterie untersuchen wollen. Einer weiteren Gruppe, die den Förderpreis erhält, gehört der an der Uni Oxford tätige österreichische Physiker Dieter Jaksch an.

Nicht weniger als "den Aufbruch in eine neue Dimension der Quantenphysik" planen neben Peter Zoller vom Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck Immanuel Bloch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching, Jean Dalibard vom Collège de France in Paris und Ehud Altman vom Weizmann-Institut in Israel, wie die Uni Innsbruck mitteilte. Sie gehören nach Angaben der Uni zu den weltweit führenden Gruppen auf dem Gebiet der ultrakalten Quantenmaterie, in deren Zentrum die Kontrolle, Manipulation und Untersuchung von Systemen aus Tausenden von Quantenteilchen bei Temperaturen dicht über dem absoluten Nullpunkt steht.

Neue Materiezustände

In dem ERC-Projekt wollen die Physiker unter Verwendung neuer Technologien zur Kontrolle von ultrakalten Atomen und Molekülen Quantenmaterie besser verstehen und für die Quanteninformationsverarbeitung nutzbar machen. Neue theoretische Ansätze sollen dabei mit Hilfe eines neuen experimentellen Aufbaus am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching umgesetzt werden. Die Forscher hoffen dabei neue Materiezustände unter bisher unerforschten Bedingungen entdecken zu können, die so nicht in der Natur auftreten.

Von der gesamten Fördersumme in Höhe von zehn Millionen Euro gehen zwei Millionen Euro an das Team um Peter Zoller, der dies als "großen Erfolg für die Innsbrucker Physik sieht, in diesem extrem umkämpften Programm gefördert zu werden".

Neben Zoller ist ein zweiter Österreicher in den elf erfolgreichen Forscher-Teams: Der an der Uni Oxford tätige Zoller-Schüler Dieter Jaksch ist Mitglied einer Gruppe, die sich ebenfalls mit einem quantenphysikalischen Thema beschäftigt ("Frontiers in Quantum Materials Control"). (APA/red, derStandard.at, 19. 12. 2012)

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