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Der US Army dürfte ein radikaler Wandel bevorstehen.
US-General James E. Cartwright mag zwar nicht mehr aktiv im Dienst stehen, am Puls der Zeit ist er allerdings schon. Er hat jüngst auf der Military Open Source-Konferenz über die Kriegsführung der Zukunft besprochen. Entwicklungen, die heute teilweise noch nach Science Fiction klingen, in wenigen Jahrzehnten aber real umgesetzt sein könnten.
Auf den Schlachtfeldern der Zukunft werden nicht nur Soldaten, Techniker und Sanitäter tätig sein, sondern auch Programmierer. Künstliche Intelligenz und hackbare Open Source-Hard- und Software werden den Truppen zur Seite stehen. Wo heute eigene Entwicklungsabteilungen der Army dafür zuständig sind, spezielle Systeme in jahrelanger Arbeit zu entwickeln, sollen irgendwann intelligente Systeme "im Feld" in vergleichsweise kürzester Zeit für neue Szenarien adaptiert werden. "Write as you fight", lautet die Devise, wie das O‘Reilly Radar berichtet.
Möglichkeiten erschließen sich dabei über bekannte Systeme wie Spionage- und Angriffsdrohnen über intelligente, vernetzte Fahrzeuge bis hin zum augmentierten Soldaten. Hier kommt das Stichwort "Biohacking" ins Spiel.
Schon heute klettern Träger künstlicher Gliedmaßen auf Wolkenkratzer. Auch wird mit Prothesen experimentiert, die mit Gedankenkraft steuerbar sind. Hier werden auch Fortschritte erzielt, deren Vorteile längst nicht auf den militärischen Bereich beschränkt sind.
Seine Vision reicht aber viel weiter. In einem Experiment wurde einer Maus ein Chip ins Gehirn implantiert. Das Tier erforschte daraufhin ein Labyrinth nach seinem Ausgang. Der Chip wurde danach einer anderen Maus eingesetzt, die dann sofort aus dem Irrgarten fand.
Die Forschung befindet sich hier noch in einem frühen Stadium, aber künftig könnte sich auf diesem Wege Wissenstransfer beschleunigen lassen. "Es braucht 66 Wiederholungen, um sich an etwas zu gewöhnen", meint Cartwright. "Es benötigt mehrere zehntausend Wiederholungen, um darin olympiareif zu werden. Was, wenn man das überspringen kann?" Eine Operation könnte aus einem Anfänger an Gewehr einen zielsicheren Routinée machen.
Auch ältere oder körperlich verletzte Militärangehörige könnten wieder fit gemacht werden. Etwa ab dem 55. Lebensjahr, schildert der General, degenerieren Seh- und Hörnerven. Mit dem Soldaten verkabelte Elektronik könnte das ausgleichen. Bis dahin wird jedoch noch einige Zeit vergehen, Stand der Technik sind Algorithmen, die Formen erkennen können.
Das Pentagon wünscht sich als Idealzustand, dass die verwendeten Plattformen des "Cyberwarfare" lediglich ein Beförderungsmittel für die Soldaten sind, um ihre Ziele zu erreichen. Offenheit, einheitliche Standards, Modularität und ein agnostischer Zugang Seitens der Technologieentwickler werden verlangt. Alles soll möglichst schnell und unkompliziert austauschbar sein.
Cartwright ist der Meinung, dass das heutige Modell von Open Source ins Militär Eingang findet. Künftig könnte jede Garage auch ein Entwicklungslabor für die Army sein. Ein solcher Wandel benötigt jedoch viel Zeit und wird auf Widerstände treffen.
Viele Verantwortliche sind noch in einer anderen Zeit verhaftet, so dass Erneuerung erst nach deren Dienstaustritt Fuß fassen kann. "In unserem Herzen sind wir immer noch eine Industrienation. Wir versuchen, das hinter uns zu lassen." (red, derStandard.at, 24.12.2012)
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Nach lesen des Artikels kann man zwei völlig voneinander abweichende Schlüsse ziehen.
1.) Wow sind wir hoch entwickelt und intelligent.
2.) Wow sind wir primitiv und blöd, dass wir soviel Zeit darin investieren uns effektiver gegenseitig umbringen zu können.
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