Ex-Landeshauptmann Friedrich Niederl gestorben

19. Dezember 2012, 13:44

Im Alter von 92 Jahren - VP-Landeschef Schützenhöfer: "Er war ein Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes"

Graz/Wien - Der frühere steirische Landeshauptmann Friedrich Niederl ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren gestorben. Der steirische VP-Landeschef Hermann Schützenhöfer bestätigte im Gespräch mit der APA eine entsprechende Meldung des ORF Steiermark und würdigte den Ex-Landeshauptmann als "Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes". Der verstorbene ÖVP-Politiker war von 1971 bis 1980 Regierungschef und war jener Landeshauptmann, der für die ÖVP die besten Ergebnisse seit 1945 erzielte.

"Immer das Schicksal der Leute - der großen und der kleinen - im Auge haben", das sei laut LH-StV. Schützenhöfer das Vermächtnis des Ex-Landeshauptmannes, der sich 1980 aus der Politik zurückzog und bis zuletzt in Wien lebte. Er selbst habe den Verstorbenen noch vor einem Monat am Krankenbett besucht und sei "dankbar, dass ich noch ein paar Sätze mit ihm reden konnte", so Schützenhöfer. Niederl sei "ein Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes" gewesen, den immer "ein unkomplizierter Zugang zu den Menschen" ausgezeichnet habe. In Erinnerung werde der Triumph des Jahres 1974 bleiben, als Niederl mit 53 Prozent der Stimmen das beste ÖVP-Ergebnis aller Zeiten errungen habe.

Von 1971 bis 1980 Landeshauptmann

Friedrich Niederl wurde am 15. Juli 1920 als lediges Kind im obersteirischen Bezirk Liezen geboren. Nachdem er als Landarbeiter in Lassing sein Geld verdiente, zog er 1936 nach Graz, und holte die Reifeprüfung an der Abendschule nach. Nach dem Dienst in der deutschen Wehrmacht und amerikanischer Kriegsgefangenschaft studierte er Rechtswissenschaften an der Grazer Universität und begann, sich politisch zu engagieren.

1960 wurde Niederl Bezirkshauptmann von Feldbach, 1965 übernahm er auf Wunsch des damaligen Landeshauptmanns Josef Krainer sen. das Amt des Agrar- und Wohnbaulandesrates. Nach dessen plötzlichem Tod im Jahr 1971 trat Niederl an seine Stelle.

Als Landeshauptmann kam Niederl im Oktober 1974 mit der ÖVP auf 53 Prozent der Stimmen, 1978 waren es nochmals 52 Prozent. 1980 zog er sich zurück und gab die Stafette an den "jungen Krainer" weiter. 1989 wurde Niederl wegen Beteiligung an Untreue im Zusammenhang mit der "Bundesländer"-Affäre zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Er zog sich völlig aus der Öffentlichkeit zurück und lebte seither in Wien. Niederl hinterlässt eine Frau, einen Sohn und mehrere Enkelkinder. (APA, 20.12.2012)

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12 Postings
Menschenfischer

D.h. er hat sie geködert?

es gibt hoeherln und niederln,

letzterer allerdings war ein achtbarer mensch - und menschen machen nun einmal fehler. er hat aus den seinen die konsequenz gezogen. ich verneige mich mit respekt. RIP!

es gibt hoeherln und niederln,

gut versichert

Er war auch einer die bei der Bundesländerversicherung versichert waren, der Bruder von Landeshauptmannstellvertreter Haslauer war dort auch beschäftigt, die Bundesländerversicherung liquidierte in den achtziger Jahren vielfach mehr Brandschäden als die Feuerwehr Brände löschte, alles auch gut nachzulesen bei Hans Pretterebner , Die Affäre Lucona, im Kapitel " Kurt Ruso - versichern beruhigt", das Eigentum des Steuerzahlers ,die Bundesländerversicherung beziehungsweise deren allerletzte Reste wurden zuletzt an Raiffeisen Uniqa verscherbelt.

Sollte man nicht besser die Kommentare bei Nachrufen lassen?

Imho wäre das ratsam.

ich glaub der kurtl wollte nur darauf hinweisen, dass nicht immer alles

rund lauft im staate...damals nicht u. heute...niederl war nur eine initialzündung für sein schreiben um die erinnerungen wach zu halten...was ich auch gut finde
weil wenn nicht, haben wir die derzeitigen malversationen bis zu den nächsten wahlen auch schon wieder vergessen

Warum sollte man das?

... weil weder "RIP" noch das Nachschütten wirklicher oder unterstellter Fehlhaltungen sinnvoll ist.

Es macht den Lebenden bewusst, dass sie an ihren Taten gemessen werden, wenn es einmal in die Grube geht. Und wer eine üble Nachrede hat, hat sie niemals ohne Grund. Und wenn die Nachrede auch nur etwas über den Nachredenden aussagt.

Ich halte falsche Zurückhaltung nicht für nobel, sondern für eine Unsitte.

Ich halte, pardon, richtige Zurückhaltung

für eine gute Sitte: ein bißchen Distance ist auch in Zeiten der Transparenz und Direktdemokratie nicht falsch. Wer sich nicht wehren kann, auf den schlägt man nicht ein. Darüber hinaus sind die meisten der Nachruf-Postings, ob freundlich oder unfreundlich, schon deshalb anmassend, weil die Schreiber den Verschiedenen bestenfalls vom Hörensagen kannten. Nicht jeder muß alles begackern.

Alle anderen haben es eh gelassen.

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