Verdächtig aussehender Uhu aufgegriffen, aber rehabilitiert

22. Dezember 2012, 18:00
  • Darf in Deutschland leben: Der rehabilitierte Uhu aus dem Sauerland.
    foto: winfried limpinsel

    Darf in Deutschland leben: Der rehabilitierte Uhu aus dem Sauerland.

Ein Fallbeispiel aus Deutschland zeigt, welchen Nutzen das "Barcoding" von Tierarten hat

München - Akte geschlossen: Im Kampf gegen Faunenverfälschung durch Bio-Invasoren ist in Deutschland ein Uhu in "Sicherheitsverwahrung" genommen worden. Der Grund: Das Tier zeigte eine für heimische Uhus untypische Gefiederfarbe. Möglich war daher, dass es sich um ein Exemplar einer asiatischen Schwesterart des in Mitteleuropa heimischen Uhus (Bubo bubo) handelte - und das dürfte hierzulande nicht freigelassen werden. Inzwischen wurde der verdächtige Vogel aber rehabilitiert, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns berichten.

Vor etwa einem Jahr landete das Tier in einer Auffangstation, weil es im Stadtgebiet von Duisburg und Mülheim/Ruhr offenbar die Nähe zum Menschen suchte und sehr zutraulich wirkte. Wahrscheinlich wurde das Tier von Menschen aufgezogen. Seither lebt der Uhu in einer Greifvogelauffang- und Wiederauswilderungsstation im Sauerland. Da Naturschützer die Auswilderung forderten, wurde die Zoologische Staatssammlung in München beauftragt, die Herkunft des Tiers festzustellen. 

Die Untersuchung

Der Genforscher Jerome Moriniere verwendete winzige Gewebeproben aus den Federkielen des Vogels und griff zum Vergleich auch auf gespeicherte Proben in der weltweiten Gen-Datenbank des "Barcoding"-Projektes zurück. Bei diesem Projekt untersuchen Wissenschafter einen bestimmten Genabschnitt, das so genannte COI-Gen, möglichst aller Tierarten und speichern diesen in einer Online-Datenbank. Dieser Genabschnitt besitzt für eine Art dann eine ähnliche Bedeutung wie ein Strichcode auf Waren im Supermarkt.

Moriniere konnte zeigen, dass es sich bei dem fraglichen Uhu einwandfrei um einen europäischen Uhu und nicht um einen importierten Bengalenuhu (Bubo bengalensis) handelt. Das Amt für Umwelt und Grün der Stadt Duisburg prüft nun die Chancen, den Uhu auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten, oder - falls das nicht gelingt - für ein Zuchtprogramm im Zoo Duisburg einzusetzen. (red, derStandard.at, 22. 12. 2012)

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18 Postings
Gerechtigkeit für Braunbären

Die Überschrift erinnert ein bisschen an eine Fahndungsmeldung aus Aktenzeichen XY

"Der gesuchte Uhu ist 30 bis 40 Jahre alt, hat graumeliertes Haar und trägt einen graumelierten Bart."

Mein Kater

schaut manchmal genauso drein;)

Ich hab da aber Verständnis für die Vorgehensweise. Denkt doch mal daran, was alles schon passiert ist, durch das Einschleppen von Tierarten (Ratten, Pferden, Kühen, Gelsen, ...)

Suspekte Spezies

Oder durch das Einschleppen von Homo Sapiensen... Menschen zurück nach Afrika! Und Uhus nach Uhustan! Ach was, ich geb's auf...

barcoding von tierarten?

naja, erstens dürfte der uhu über die "vorteile" des barcodings wohl gegenteiliger ansicht sein, und zweitens steht zu befürchten, daß wir als nächstes gebarcoded werden, nachdem wir lange genug medial geblitzdingst wurden....

Ich gehe davon aus, dass der Code für die Tierart "Mensch" schon bekannt ist.

Ich hatte erst "CSU" gelesen...

und gedacht: "Jetzt fangen's schon bei den Vögeln an auf illegale Migration zu prüfen!"

@foto

so würd ich auch dreinschaun, wenns mich ein jahr lang einsperrn, weil ich a bissal anders ausschau. :>

und was glauben denn die pseudowissenschafter ....

was denn so dramatisches passiert, wenn ein asiatischer uhu in deutschland freikommt?

na Faunenverfälschung durch Bio-Invasoren... :-)

Na ja,

wenn's nur EIN Uhu ist, passiert net viel. Denn meist sind die Arten untereinander nicht kreuzungsfähig.

Blöd wäre natürlich, wenn mehrere, verschiedengeschlechtliche Tiere eingeschleppt wären. Haben wir gesehen bei den asiatischen Marienkäfern. Die haben sich explosionsartig vermehrt.

na zum glück sind uhus ja keine ...

marienkäfer und auch keine explosionsbrüter. selbst wenn ein paar pärchen freigelassen würden passiert genau gar nix!

genau! durch einen uhu ..... :)

Jetzt werden schon Zuwanderte Tiere aufgegriffen? Kommt dann Dublin III?

Bei lichtscheuen Gestalten ist man immer vorsichtiger.

Madgaskar:
"Infolge der langen Isolation der Insel gibt es viele endemische (nur dort lebende) Arten, deshalb sind Flora und Fauna so einmalig"

Ausfuhrbestimmungen:
"Die Ausfuhr von Fossilien, seltenen Tieren und Pflanzen und diversen Kulturgütern (alte Holzstatuen) ist strengstens untersagt. Für Obst, Gemüse und Pflanzen ist eine Bestätigung der Phytosanitären Behörden vorzuzeigen, die beim Abflug in Antananarivo erhältlich ist."
http://www.madagaskar-travel.de/madagaska... ionen.html

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