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Wien - Nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern - und dennoch lassen sich aus dem Filmwirtschaftsbericht für das vergangene Jahr, der vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI) traditionell kurz vor Weihnachten des Folgejahres veröffentlicht wird, auch wieder einige Rückschlüsse für das aktuelle Gesamtgebaren der Kinobranche zu. Die achte Ausgabe des Berichts, die nun auf der Homepage des ÖFI abrufbar ist, attestiert der Filmwirtschaft im Jahr 2011 ein "starkes Wachstum trotz schwierigen Umfelds", und das nicht zuletzt aufgrund eines starken Sekundärmarkts.
Das "schwierige Umfeld" in Krisenzeiten zeigte sich nicht zuletzt an den allgemeinen Kinobesuchen: Waren 2009 noch 18,1 Millionen Besucher verzeichnet worden, sank die Zahl 2010 auf 16,5 und 2011 sogar auf 15,8 Millionen Besucher. Der europäische Marktanteil blieb relativ konstant bei knapp über 20 Prozent, der Markt wurde und wird von amerikanischen Produktionen dominiert.
Die 41 österreichischen Spiel- und Dokumentarfilme erreichten unter den 364 Kinoproduktionen des Jahres 2011 einen Marktanteil von 3,6 Prozent, was im europäischen Vergleich weiterhin nicht berauschend ist.
Während die primäre Verwertung somit schwächelt, blieb die Sekundärverwertung, also die Blu-ray- und DVD-Verkäufe, konstant und näherte sich den Kinobesucherzahlen an. Wie 2010 wurden auch vergangenes Jahr 14,8 Millionen Silberscheiben verkauft, der Umsatz stieg dabei um vier Millionen auf 190,7 Millionen Euro an. Während Kino- und Verleihunternehmen jedoch ihre Umsätze steigern konnten, litten vor allem die Videotheken unter der Allgemeinverfügbarkeit von Filmen auf Datenträgern.
Das weitere Wachstum der heimischen Branche lässt sich anhand der Gesamtumsätze nachvollziehen: Wurden 2010 noch knapp 700 Millionen Euro umgesetzt, sorgten die rund 7.000 in der Filmwirtschaft Beschäftigten 2011 bereits für Umsätze von knapp 800 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen stieg um fast 25 Prozent an, den stärksten Anstieg verzeichneten die Hersteller von Kino- und Fernsehfilmen. Das Filminstitut verweist in einer Aussendung am Mittwoch auch darauf, dass die Bruttowertschöpfung etwa bei Handel und Dienstleistungen mit 34 Prozent deutlich über dem Durchschnitt liege.
Das österreichweite Fördervolumen für Filme lag 2011 noch unter 70 Millionen Euro, das wird sich mit der Erhöhung des ÖFI-Budgets auf 20 Millionen Euro ab 2013 ändern. Rund 71 Prozent der Förderausgaben entfielen vergangenes Jahr auf die Filmherstellung, die Verwertungsbudgets - für Vermarktung, Verleiher, Kinostarts oder Festivalförderungen - waren mit rund sechs Prozent weiterhin marginal bemessen.
Zumindest die Programmkinos profitierten 2011 von der Digitalisierungswelle, für die nicht zuletzt der Bund einen großen Anteil übernahm. Mittlerweile sind 393 der 577 Kinosäle in Österreich digitalisiert, was mit einer Durchdringung von 68 Prozent dem europäischen Spitzenfeld entspricht. (APA, 19.12.2012)
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