Studie: Einkommen steigen kaum noch an

András Szigetvari
19. Dezember 2012, 18:54

Studie facht Verteilungs-Debatte an: Vor allem die Gruppe der Niedrigstlohnbezieher musste herbe Einbußen hinnehmen

Wien - Die Schere bei der Einkommensverteilung ist in den vergangenen 14 Jahren stark auseinandergegangen. Nach einer kurzen Korrektur dieser Entwicklung in den Jahren 2006 und 2007 setzt sich der Trend wieder ungebrochen fort. Das ist das Ergebnis einer von der Statistik Austria geschriebenen und am Mittwoch vom Rechnungshof veröffentlichten Studie über die Lohnentwicklung in Österreich.

Demnach verdienen die zehn Prozent der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen heute um ein Drittel weniger als noch 1998. Die Gehälter der obersten zehn Prozent stiegen hingegen inflationsbereinigt um vier Prozent an. Das Medianeinkommen (die Hälfte der Arbeitnehmer verdient mehr, die Hälfte verdient weniger) ging um vier Prozent zurück.

Die Zahlen dürften der Debatte über Verteilungsgerechtigkeit in Österreich neuen Auftrieb geben. Erst im Sommer hatte eine Studie der UBS über Einkommensentwicklung für heftige Diskussionen gesorgt. Die Großbank hatte sich die Entwicklung der Haushaltseinkommen seit 2000 angesehen und war zum Ergebnis gekommen, dass in Österreich sämtliche Lohngruppen massive Einbußen hinnehmen mussten. Die UBS-Studie wurde heftig kritisiert, die Bank hat sich zu möglichen Fehlern im Datensatz nie geäußert.

Negativer Trend

Während die Zahlen der Statistik Austria den negativen Trend bei höheren Löhnen nicht zeigen, decken sich die Ergebnisse über die Einkommensverluste der Geringverdiener mit den Angaben der UBS. Wobei die Entwicklung bei einzelnen Beschäftigungsgruppen unterschiedlich stark ausfällt. Der Lohnverlust bei den am schlechtesten verdienenden Arbeitern war mit 40 Prozent besonders stark, bei den Angestellten fällt der Rückgang in derselben Gruppe moderat aus. Aus der Studie ergibt sich aber auch, dass die Löhne in Österreich insgesamt kaum gestiegen oder sogar gesunken sind. Der durchschnittliche Arbeiter verdient heute etwa um zwölf Prozent weniger als noch im Jahr 1998.

Wobei die Zahlen der Statistik Austria mit Vorsicht zu genießen sind. So spiegelt sich in der Lohnentwicklung die Tatsache wider, dass die Zahl der unselbstständigen Erwerbstätigen seit 1998 um 620.000 Personen angestiegen ist.

Vor allem der Anteil der schlechter bezahlten atypischen Beschäftigungsverhältnisse (Teilzeit, Leiharbeiter) hat stark zugenommen, wodurch das Lohnniveau insgesamt gesunken ist. Um solche strukturellen Entwicklungen herauszurechnen, sieht sich die Statistik Austria regelmäßig die Entwicklung bei stabileren Arbeitsverhältnissen an. Hier ist der Trend ein anderer: Bei Personen, die seit fünf Jahren über eine dauerhafte Anstellung verfügen, stiegen die Gehälter seit 1998 um sieben Prozent an. In dieser Gruppe haben die Löhne der Schlechtverdiener sogar noch stärker angezogen als jene der Bestverdiener.

"Am ehesten lässt sich aus den Zahlen herauslesen, dass die Kluft zwischen den atypisch Beschäftigten und den etablierten Arbeitnehmern wächst", meint Thomas Leoni vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo. Wobei hier weitere Erhebungen nötig wären. Das Einkommen eines Haushalts steigt ja etwa insgesamt an, wenn ein Partner, der vorher nicht gearbeitet hat, eine schlecht bezahlte Teilzeitstelle findet. Die Lücke bei den Einkommen von Männern und Frauen hat sich seit 1998 übrigens nicht verändert. Eine vollzeitbeschäftigte Frau verdient heute 81 Prozent des mittleren Männereinkommens.  (András Szigetvari, DER STANDARD, 20.12.2012)

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Alles wird der Umverteilun von Fleissig zu Reich geopfert und jedes Unternehmen wird der Reihe nach zusperren,weil wenn die Leute kein Geld mehr haben und nur noch das nötigste kaufen ist es nur eine Frage der zeit bis das system zusammenbricht

Irrtum - in Österreich erfolgt eine Umverteilung von Fleissig zu Faul

International in den USA zB kann es durchaus stimmen, dass ein wenig von fleißig zu reich umverteilt wird. In Österreich haben die Beamten und die öffentlichen Bediensteten in den letzten 10 Jahren die höchsten Nettolohnsteigerungen während die Arbeiter und Angestellten stagnierten. Nicht nur das die Beamtenpensionen sind im Gegensatz zu ASVG Pensionen NICHT gedeckelt und werden jedes Jahr von allen Steuerzahlern MASSIV subventioniert. Hätten die Beamtenpensionen auch die Deckelung, so hätten wir KEIN Pensionsproblem. Dass reiche immer reicher werden ist eine Tatsache, ist aber nicht der Grund, dass die Fleißigen weniger bekommen. Diese werden vom teuren Verwaltungsapparat ausgeaugt.

Wo bleibt die richtige Partei

um gegen diese Entwicklung etwas zu unternehmen?

Oder wir bräuchten zumindest Möglichkeiten, diese Maßnahmen selbst durchzusetzen (direkte Demokratie).

Diese Verteilung kann nicht gut sein für eine Gesellschaft. Wohin soll das führen?

ja das frag ich mich auch schon wo das ganze hinführt

Ich gründe erst bei der übernächsten eine Partei, da ist der Leidensdruck dann groß genug.

Prinzip: Steuer auf Einkommensverteilung (Ablehnung von extremen (extreme Gleichverteilung, extreme Ungleichverteilung)

;)

die ungerechtigkeit

findet man ja überall.
zb als single ist man überall benachteilgt. ein single mit 6.000 brutto pro monat (sind netto 3.500) kriegt keine förderungen nix, net amal einen kredit für ein haus um 350k wenn er pech hat.
partnerschaften die 8.000 brutto (haushaltseinkommen netto 4.800, wenn beide je 4k brutto) haben hocken dann in den geförderten häusern und wohnungen da sie oft nur die frau anmelden, fahren mit dem fetten SUV in die garage und lachen einem aus. so wird das system ausgenutzt !

jammern...

mit 3.5ooo netto ist wirklich jammern auf hohem niveau. also wenn das das problem ist, haben wir kein problem.

Solche Haushalte

erhalten halt zu zweit mit ihren Steuern, Abgaben und Gebühren so etwa 2-5 Kevin und Tschacklin - Familien, die nach einer Nacht in der 'schicht das dringende Bedürfnis verspürten, ihre wertvollen Gene weiter zu geben.

Oder 2-5 pumperlg'sunde arbeitsscheue 50er, die ohne äußeren Zwang und freiwillig ihren "Platz für jüngere frei machen".

Oder 2-5 Alleinerzieherinnen im 40. Semester Fächerkombination "AntiheteronormativgegenKapitalismusfreiraumund fürGenderei", denen der supersensible Binnen-I-Mann ins Irrenhaus entflohen ist.

Oder 2-5 Sozilogen, die soch theoretisch perfekt über die Arbeiterklasse auskennen, aber praktisch noch nie eine Schaufel in der Hand hielten.

Freunde, Ihr übertreibt es. Die Rechnung wird bald serviert.

bildung und ausbildung bringen nicht viel mehr an einkommen

denn es wird zu sehr auf diejenigen umverteilt, die ungelernte tätigkeiten verrichten. der mittelstand wird kaputtgesteuert. 2, 5 mio. arbeitnehmer (ca. die hälfte!) zahlen keine lohnsteuer. teilzeitbeschäftigte wissen genau, bis zu welchem ausmaß sie arbeiten können ohne steuern zahlen zu müssen und beschränken ihre entsprechend. daneben gibt es ein gewaltiges ausmaß an schwarzarbeit!
wir gehen auf eine diktatur des pöbels zu!

gut so.....

Schwarzarbeit ist aber eine traditionelle Mittelstandsdomäne.

Und "vergessen" haben wir natürlich noch die "andere Seite" der Gesellschaft, die einen ganz erheblichen Teil der Einkommens- und Vemögenswerte für sich in Anspruch nimmt. Aber wahr scheinlich haben's die ja bloß deshalb vergessen, weil es so Wenige sind.

Herbe Einbußen für Niedrigstlohnbezieher

Die durch die Gewerkschaften ausgehandelten Mindestlöhne sollten ja eigentlich die Arbeitnehmer/innen vor Ausbeutung und Lohndumping schützen. Hier versagt der ÖGB seit Jahren offenbar kläglich. Ausbeutung und Lohndumping nehmen mehr und mehr zu.
Transferleistungen aus Steuergeldern müssen also eingesetzt werden um a) Schandlöhne auszugleichen und b) Unternehmen weiterhin billig(st)e Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Ein perverses System. Dafür freut man sich in regelmäßigen Abständen über die im internationalen Vergleich niedrige Arbeitslosenrate. Also eigentlich alles wunderbar!

Apple zB

mit seinen desaströsen Produktionsstätten in China (Partnerfirmen), stellvertretend für andere Grossfirmen, bar jedweder Moral, einfach dem Profit ergeben, wann dreht sich da das Konsumentenbild ?

Überteuerte Produkte für Bobos der ersten Welt, produziert um 2 EU / Stunde in der 3.Welt sind ja Ausbeutung pur. Dort sowieso und letztlich auch bei uns.
(Wenigstens das zu bewerten wäre Job der hiesigen Konsumenten)

leute ich kenn die Lösung wir müssen UNBEDINGT denn Wettbewerb erhöhen hahaha

solange die oberen abzockerbonzen

weiterhin mit % erhöhungen weiterwerken

geht die schere immer weiter auseinander

weg mit den prozentuellen lohnerhöhungen hin zu fixbeträgen, dann hat jeder um das gleiche mehr, auch das brot kostet für jeden gleich

Ich glaube, dass in der Privatwirtschaft

in den letzten Jahrne bei den Neueinstellungen sich die Löhne/Gehälter an die kollektivvertraglichen Vorschriften angeglichen haben.

D.h. früher hat jeder doch über dem Kollektiv verdient (teilweise deutlich) und war der Kollektiv nur eine Untergrenze bzw. für so klasische Sachen wie Fliesband entscheidend.

Jetzt wurde oft nach unten gefharen und wird tatsächlich der Kollektivvertrag gezahlt.

Anders ist dieser Absturz nicht erklärbar.

Allerdings wird doch wohl einiges durch staatliche Transferleistungen abgefangen. Das kann aber nicht der Sinn der Sache sein. Der Mindestlohn müsste gesetzlich auf wenigstens 1000 oder 1100 Euro erhöht werden.

Bei dieser Abgabenquote wie sie in Österreich vorherrscht, würden sich die Arbeitgeber sicher über einen Mindestlohn von 1000 Euro (netto?!) freuen...

und, was für eine reaktion kommt aus der ecke der volksvertreter ??

richtig, keine.
die geben sich lieber selbst eine gehaltserhöhung als etwas gegen dieses problem zu unternehmen. prozentuell ist diese erhöhung zwar nicht viel, aber bei den unsummen die sie verdienen macht nur die erhöhung wahrscheinlich mehr aus als so mancher von uns monatlich verdient.

das auf die köpfe scheißen der bevölkerung geschieht mit system.

Natürlich,wir werden von vorn bis Hinten nur verarscht,in einer Demokratie leben wir schon Lange nicht mehr !! Volksbegehren oder Wahlen alles nur Schein und Theater,die machen am ende sowieso weiter wie BISHER !! Wir das Volk sind eigentlich der Feind wie es aussieht,weil wir immer besser informiert sind,und das ist denn politikern und denn der Oberschicht ein Dorn im Auge

kein wunder bei unterschiedlichen lohnniveaus in den europäischen staaten. subunternehmer, neue selbständige aus den neuen mitgliedsländer und tagespendler machen es möglich.

wie wäre es mit staatsbedinstete weniger lohn zu zahlen

aber dafür die lohnsteuern zu senken?

Ich erlebte den Übergang einer

vom Besitzer verwalteten Firma (Unternehmer) in einen Konzern und wie dieser danach von Managern zu Grunde gerichtet wurde.

Da die Inversoren vom Kauf was haben wollten, wurden zuallererst sogenannt "niedere" Tätigkeiten ausgelagert. Die Zahlen waren zuerst besser, doch dann kamen Qualitätmängel und hohe Garantiekosten.

Die Boni für die Manager waren ausbezahlt und die Verantwortlichen schon mit besten Zeugnissen weg.

Man musste weiter sparen und so wurden weitere "niedere" Sparten ausgelagert, immer gefolgt von Boni Zahlungen und Abgängen.

Unter niederen Arbeiten verstehen Manager alles, was auch echte Handarbeit beinhaltet. Logistik, Produktion, Test

Manager sind das Problem.
Sie tragen die Verantwortung NICHT ...

sie sollten auch das positive sehen

der besitzer einer firma ist reich und daher nach in österreich allgemein anerkannter ansicht böse. er ist, da er seine firma vermutlich irgendwann an seine kinder weitergeben wird, überdies potenzieller erblasser und damit noch böser. seine kinder sind potenzielle erben und damit überhaupt das letzte vom letzten.
aus solidarischer sicht ist es besser, solche leute gibt es gar nicht.

Wir machen uns viele Gedanken

und in tausend anderen Foren geschieht das auch. Zugegeben nur wenig davon hat Wert, aber trotzdem frag ich mich was die Polis die das ja hauptberuflich machen eigentlich zustande bringen. Damit mein ich linksorientierte, denn konservative verteten ja sowieso die Gewinner und haben in den Schoß gefallenes Glück, an der Weltwirtschaftentwicklung hat ja auch eine VP nicht viel Anteil.
20 Jahre Pendeluhr der sozial. Parteien werden historisch gesehen genauso zum Versagen wie die mangelnde Abwehr des Faschismus vor 80 Jahren. Der Schlummer-Fay und seine Truppe sind dabei ja Vorzeigetypen.

die polis sind damit beschäftigt,

die zahlungen in die parteikassen zu verwalten und die wünsche der sponsoren zu befriedigen und umzusetzen.

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