Wiener Parkpickerl: Volksbefragungen in Hietzing und Währing

19. Dezember 2012, 11:14

Unterlagen inklusive Stimmzettel werden noch im Jänner verschickt - Ergebnisse für Februar erwartet - Döbling will nur unter Zugzwang abstimmen lassen

Zwei weitere Wiener Bezirke außerhalb des Gürtels könnten bald ein Parkpickerl bekommen: Hietzing (13. Bezirk) und Währing (18. Bezirk) lassen nämlich ihre Anrainer demnächst über die Einführung der Parkraumbewirtschaftung abstimmen. Das teilten die beiden ÖVP-Bezirksvorsteher Heinz Gerstbach (Hietzing) und Karl Homole (Währing) am Mittwoch mit.

Die Anrainer dürfen demnach entscheiden, ob das Pickerl in ihrem jeweiligen Bezirk flächendeckend eingeführt werden soll. Eine nur teilweise Bewirtschaftung wäre wenig sinnvoll, so die Begründung. Beide ÖVP-Bezirkschefs versprachen, sich jedenfalls an die Resultate zu halten.

Die Unterlagen inklusive Stimmzettel werden noch im Jänner verschickt. Nach jetzigem Plan sollen in Währing die Stimmkarten bis 22. Februar ausgezählt sein, kündigte Homole an. Teilnahmeberechtigt sind rund 37.000 Bezirksbewohner.

Für Hietzing, wo zirka 41.000 Personen mitentscheiden dürfen, gibt es noch kein genaues Datum. Das Resultat soll aber ebenfalls im Februar vorliegen - mitunter auch am selben Tag, so Gerstbach.

Parkplatzproblem nimmt zu

Anders als in Hietzing ist es für die Währinger bereits die zweite Befragung. Die Bewohner des 18. Bezirks waren zum ersten Mal im heurigen März um ihre Meinung gebeten worden. Damals hatten sich rund zwei Drittel der Teilnehmer gegen die Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen. Seit der Einführung der flächendeckenden Kurzparkzone in benachbarten Bezirken mit Anfang Oktober hat sich das Parkplatzproblem allerdings massiv verschärft.

Auch Homole betonte in seiner Begründung für die neuerliche Abstimmung, dass sich die Rahmenbedingungen seit der Einführung der Bewirtschaftung in fünf Bezirken außerhalb des Gürtels aufgrund des Verdrängungseffekts verändert hätten. Gerstbach argumentierte ähnlich: "Mit der Ausweitung des Pickerls haben wir erstmals Probleme bekommen, beispielsweise bei der Westeinfahrt oder auf der Hietzinger Hauptstraße."

Beide Bezirkschefs versprachen, die Frage neutral zu formulieren. Angedacht ist der Wortlaut: "Sind Sie der Meinung, dass in Währing (bzw. Hietzing, Anm.) flächendeckend die Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden soll?" Homole sagte, er werde bezüglich der Abstimmung keine Empfehlung für Ja oder Nein abgeben.

Döbling überlegt noch

Das ebenfalls von der ÖVP geführte Döbling (19. Bezirk) sieht hingegen derzeit noch keinen Handlungsbedarf in der aktuellen Parksituation. "Wir haben im Moment außer bei den U-Bahnstationen keine Parkplatzprobleme", versicherte Bezirksvorsteher Adolf Tiller. Deshalb brauche man keine Bürgerbefragung.

Sollte sich allerdings der benachbarte 18. Bezirk für die Einführung des Parkpickerls entscheiden und dadurch Döbling unter Zugzwang bringen, werde er "selbstverständlich" auch in seinem Bezirk ein Anrainervotum durchführen, kündigte Tiller an. Er schätze allerdings, dass aktuell rund 80 Prozent der Döblinger gegen ein Pickerl seien.

Juraczka kritisiert Pickerlfrage bei Volksbefragung

Landesparteichef Manfred Juraczka zeigte sich überzeugt, dass die Rathaus-Schwarzen die Bürgerbeteiligung ernst nähmen - im Gegensatz zur rot-grünen Stadtregierung. Er kritisierte in diesem Zusammenhang die Pickerlfrage bei der anstehenden Wiener Volksbefragung: "Wir haben auf eine ernst zu nehmende Fragestellung gehofft, aber sie ist nun nur administrativer Natur."

Bei der Frage können die Bundeshauptstädter entscheiden, ob künftig das Rathaus - und nicht mehr die Bezirke - das letzte Wort über die Einführung von Parkraumbewirtschaftung haben soll. Ein konkretes Tarifmodell oder über Ausweitungspläne per se wird nicht abgestimmt.

 

Treffen mit Vassilakou ergebnislos

Erst am Dienstag hatte es ein Treffen des ÖVP-Bezirksvorstehertrios mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou gegeben. Dort sei allerdings "nichts Essenzielles" herausgekommen, berichtete Karl Homole. Das - teils auch von SPÖ-Seite - angestrebte gemeinsame Pickerl für alle West-Gürtelbezirke (Meidling bis Döbling, Anm.) habe die Ressortchefin aus rechtlichen und formalen Gründen ausgeschlossen, wurde bedauert. (APA, 19.12.2012)

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Posting 1 bis 25 von 965
Parkbickerl Komm o komme doch bald.

Ich wohne im 19 bez. Am Beginn der Billrothstraße.
Die Parksituation ist eine Katastrophe.
Wenn ich nach meiner 12h Schicht u. 2h Fahrzeit (Anr+Abreise) endlich im 19. bin kommt es nicht selten vor das ich bis zu 1h nach einen Parkplatz suchen muss.
Das längste war 1h12min Alles vollgeparkt bis ins Villenviertel vom 18-19Bezirk. Sehr viele Pendler, Dauerparker aus Deutschland u. Ungarn. so wie Fahrzeuge von Unternehmen. Angefangen von Lieferwagen bis Streudienst.
Ich hoffe das Parkpickerl erlöst uns bald. 180€ sind lächerlich im Vergleich zu den Autokosten.

PARKKARTE

PARKKARTE voll unbürokratisch einfach erklärt!!!!
http://www.wien.gv.at/amtshelfe... karte.html

...flächendeckend die Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden soll?

passt schon
das ergebnis ist mir jetzt schon gewiss: NEIN

elendes politikerpack
fragt lieber grätzelweise
dann brauchen die am schafberg kein parkpickerl und jene die unter der momentanen situation leiden müssen bekommen endlich das parkpickerl

Das dachten die am Wilhelminenberg auch

die haben aber die Rechnung ohne die Pickerlflüchtlinge gemacht.

Es ist alles nicht so einfach wie es scheint.

da wär ich mir gar nicht so sicher:
WER ist Wahlberechtigt? Die Wiener (und nicht die Pendler aus dem Umland)
WER profitiert? Die Wiener (weniger Verkehr --> weniger Lärm, Abgase, etc..)
Einziger Nachteil für die Wiener: 50€ im Jahr.

50 € ?? Wohl eher das Dreifache zzgl. Kosten für Kurzparkscheine in jedem anderen Bezirk!

also...

gerade fuer die villenbezirke sind die 150eur ein laecherlicher preis. was sollen die leute sagen, die 800eur netto verdienen, die zahlen genauso viel.

eigentlich waere es gerechter, wenn man einen gewissen prozentsatz vom gehalt zahlen wuerde....denn jetzt zahlen die armen in vergleich zu den gutsituirten einen mehrfachen prozentsatz vom gehalt fuer die gleiche leistung

wer 800 netto verdient kann sich sowieso kein auto leisten

Wenn ich Lieferant für Schwere Lasten oder Elektromonteur, Installateur, Parkettschleifer oder Essenslieferant bin

geh ich weder zu Fuß, noch bin Fahrradkurier, noch fahre ich mit der Straßenbahn. Alleine die Strafen in Wien als liefernder Subunternehmer betrugen in der schönen Vorweihnachtszeit für mich 350,-€.
Diesen Preis muss ich jetzt durch Preiserhöhungen an meine Kunden weitergeben, ebenso wie die ganzen Parkscheine. Dann wundern sich noch alle, wieso alles teurer wird und die böhse Wirtschaft ist schuld.

waere es dann nicht billiger...

sich einfach an die vorschriften zu halten und die parkscheine auszufuellen?

ich meine, es zwingt sie doch keiner strafen zu riskieren, jeder hat das recht sich an gesetze zu halten und den strafen zu entgehen.................?

350E Strafen fürs Falschparken in vier Wochen?

Wo sind Sie denn gestanden? Am Gehweg? Am Zebrastreifen? In zweiter Spur auf dem Radweg? Quer über Geh-Radwege vor einer Einfahrt, dass man mit dem Kinderwagen nicht mehr vorbeikommt?

Mein Mitleid hält sich wirklich in Grenzen.

Ich hab noch nie gesehen, dass am Gehweg Parkende einen Strafzettel bekommen.

vorweihnachtszeit sind letzte 6 Wochen vor Weihnachten

2x Strafen wegen zu schnell fahren fast zur selben Zeit auf der gleichen Strasse 98€
3x in 2. Spur stehen
5x falsch Parken, in Hietzing gibt es sogar Kurzparkzonen am Sonntag, sonst Zeit über schritten.

traumland?

also schnellfahren war schon verboten bevor es die ersten parkpickerl gab....

in 2er spur stehen auch

und 5x falschparken kostet bestimmt nicht 350euro strafen, und wahrscheinlich immer noch zu billig, wenn es sich das risiko lohn falschzuparken

und zustelldienst ist ohne immunität vor verfolgung von gesetzesverstößen nicht möglich?

Wo darf man spenden?

2x Strafen wegen schnell fahren: da gibt es so eine runde Anzeige hinter dem Lenkrad - nennt sich Tacho
3x in 2. Spur stehen? Warum machen Sie das auch? Wem haben Sie in dem Moment den Weg verstellt?
5x falsch parken: siehe oben.

Seins mir nicht bös', aber was kann ein Beamter oder eine Stadregierung egal welcher Coleur dafür, dass Sie ein Problem mit den Verkehrsregeln haben??

Für Deppen

Wir wollen NICHT, dass jeder Beamtete oder Angestellte fährt mit SUV aus Speckgürtel zu 8-16h Arbeit, richtig?
Wir wollen NICHT, dass jeder Bronze fährt mit fette Mercedes zum Merkur einkaufen, oder das doch?
Wir wollen NICHT Handwerker oder Lieferanten, oder doch?

ich glaube...

die mehrheit der einwohner auf der erde will NICHT das autofahrer zu schnell fahren, in fahrspuren stehen und andere menschen gefaehrden sowie parkplaetze verstellen ohne fuer diese zu zahlen, wenn eine zahlpflich besteht

ich glaube genauso kann sich ein SCHWARZfahrer (lol) nicht beschweren wenn er von schwarzkapplern erwischt wird oder jemand der die stromrechnung anzapft und dabei erwischt wird und bestrafft

also manche vaupen sind echt komische geschoepfe - keine steuern zahlen wollen, fuer inanspruchnahme von leistungen nicht zahlen wollen, gesetze straffrei uebertreten duerfen und keine strafen zahlen wollen, keine gerechte gehaelter zahlen wollen aber dafuer arme als sozialschmarotzer und proleten abstempeln

Sie sollen mir nicht spenden, sie sollen sich überlegen,

was man machen kann, damit Wien nicht zu lieferfreien Zone wird!

ausserdem...

auf lieferanten die durch wien rasen, auf fahrspuren parken und somit eine oeffentliche sicherheitsgefahr darstellen koennen viele anreiner sicher verzichten

"Lieferfreie Zone"?

keine angstmache: für betriebe mit liefertätigkeiten gibt es die parkkarte, mit der sie überall parken können. also keine angst, die abendliche pizza ist auch trotz parkpickerl gesichert ;-)

PARKKARTE voll unbürokratisch einfach erklärt!!!!

PARKKARTE voll unbürokratisch einfach erklärt!!!!
http://www.wien.gv.at/amtshelfe... karte.html

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