Fürstenfelder ACC kurz vor Sanierungsverfahren

19. Dezember 2012, 10:50
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Geschäftsführer: Kein Mitarbeiterabbau in den Plänen vorgesehen

Fürstenfeld - Der Fürstenfelder Kompressoren-Hersteller für Haushaltskühlgeräte, ACC Austria, steht kurz vor einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Das Unternehmen beschäftigt in der Oststeiermark rund 700 Mitarbeiter. Das angestrebte Sanierungsverfahren sei eine Vorsorge, nachdem die italienische Muttergesellschaft ebenfalls einen Sanierungsantrag gestellt sowie die deutsche Tochter Insolvenz angemeldet hatte, bestätigte Geschäftsführer Rüdiger Istel entsprechende Medienberichte am Mittwoch.

Hat Familie Probleme, habe alle Probleme

Schwierigkeiten habe die Fürstenfelder Niederlassung wegen der Liquiditätsprobleme anderer Unternehmen des ACC-Konzerns. In den vergangenen Jahren sei es laut Istel zu mehreren Verkäufen und Schließungen anderer Werke in Europa gekommen. Die darauf folgenden Liquiditätserfordernisse hätten teilweise auch von der Fürstenfelder GmbH abgedeckt werden müssen. Die eigene Auftragslage sei aber gut, 2011 wurde eigenen Angaben zufolge ein Umsatz von 167 Mio. Euro gemacht - zusammen mit dem italienischen Werk in Mel produziere man bis zu 7 Mio. Kompressoren pro Jahr, meinte Istel.

Der Geschäftsführer erklärte, dass der Antrag auf das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung spätestens Ende der Woche eingebracht werden soll. Eine Quote von 30 Prozent sollen die Gläubiger erhalten. Laut Istel sei kein Mitarbeiter-Abbau in den Plänen vorgesehen, aber man müsse sich das traditionell schwächere Geschäft rund um Weihnachten und Neujahr ansehen. Am höchsten sei der Umsatz von März bis August. Das Verfahren soll das Fürstenfelder Unternehmen vor negativen Auswirkungen des Gläubigerschutzes der italienischen Mutter bewahren, so Istel.

ACC Austria wurde 1982 mit Sitz im oststeirischen Fürstenfeld gegründet und weist eine Exportquote von 95 Prozent auf. (APA, 19.12.2012)

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