US-Waffenlobby gibt sich "schockiert"

NRA will zum Verhindern weiterer Taten beitragen - Obama für Verbot von Sturmgewehren - Weitere Kinder beerdigt

Newtown (Connecticut)/Washington - Vier Tage nach dem Amoklauf an einer amerikanischen Volksschule mit 27 Toten hat sich die US-Waffenlobby mit einer kurzen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie sei "schockiert, traurig und todunglücklich" über die "schrecklichen und sinnlosen Morde", schrieb die National Rifle Association NRA. Die Debatte um strengere Waffengesetze in den USA reißt unterdessen nicht ab. Präsident Barack Obama sprach sich für ein Verbot von Sturmgewehren aus.

Sie habe sich aus Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer nicht zuvor äußern wollen, versuchte die NRA ihr langes Schweigen zu erklären. Zugleich meinte die NRA, sie wolle dazu beitragen, dass sich solche Morde nicht wiederholten. Allerdings sagte die Organisation nicht, welche möglichen Schritte sie damit konkret im Auge habe. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas niemals mehr geschieht."

Bisher alle Gesetzesreformen verhindert

Die NRA tritt seit Jahrzehnten strikt für das Recht auf Waffentragen in den USA ein. Sie kämpfte bisher auch energisch gegen alle Versuche, strengere Waffengesetze einzuführen.

Unterdessen wächst in den USA die Unterstützung für eine schärfere Waffenkontrolle. Präsident Barack Obama bekräftigte seine Forderung nach einem Verbot von Sturmgewehren. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündigte für Jänner einen Gesetzesvorstoß für ein Verbot von Sturmgewehren an. Der Amokläufer von Newtown hatte eine solche Waffe benutzt.

Obama würde Feinsteins Gesetzesinitiative unterstützen, sagte sein Sprecher Jay Carney im Weißen Haus. Der Präsident befürworte eine striktere Überprüfung der Käufer beim Erwerb von Waffen. Nach Meinung Obamas ist es aber mit strengeren Gesetzen allein nicht getan, sagte Carney.

Indes wurden weitere Kinder in Newtown und Umgebung zu Grabe getragen. Die meisten Kinder und Jugendlichen in der Kleinstadt gingen am Dienstag wieder in die Schule. Nur die Überlebenden des Massakers an der Sandy-Hook-Volksschule blieben weiter zuhause.

Das Rätselraten über die Motive des 20-jährigen Täters Adam Lanza hält weiter an. Er hatte am Freitag in einer Schule 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene erschossen. Danach tötete er nach Angaben der Polizei sich selbst. Auch die Mutter des Täters wurde umgebracht. (APA, 19.12.2012)

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