Brasilien bekommt ein Android-iPhone

  • Brasiliens iPhone läuft mit Android 2.3.4.
    foto: igb eletronica

    Brasiliens iPhone läuft mit Android 2.3.4.

Lokaler Hersteller fordert Apple mit Markenrechten und dem "iphone Neo One" heraus

In Brasilien geht demnächst das - oder besser ein - neues iPhone in den Handel - und es läuft mit Android. Doch weder ist es ein dreister asiatischer Abklatsch, noch setzt man bei Apple plötzlich auf das Betriebssystem des Konkurrenten Google.

iphone Neo One

Die Dinge sind, wie dieser Tage gar nicht so selten, rechtlicher Natur. "iphone Neo One" heißt das Gerät, das bald in dem südamerikanischen Staat zu haben sein wird. Und Hersteller IGB Eletronica scheint keine Angst vor einem Anwaltsschreiben aus Kalifornien zu haben.

Name im Jahr 2000 beantragt

Denn: IGB ist, wenigstens in Brasilien, schon recht lange im Besitz dieses Markennamens. Beantragt wurde dieser im Jahre 2000, vor zwölf Jahren und mehr als ein halbes Jahrzehnt, bevor Steve Jobs das erste Apple-Smartphone vor die Kameras der versammelten Presse hielt.

Im Jahr 2000 beantrage IGB den Markennamen, mehr als ein halbes Jahrzehnt bevor Steve Jobs das gleichnamige Smartphone vor die Kameras der versammelten Presse hielt. Man erhielt ihn jedoch erst 2008 zugesprochen. Er ist, so der Hersteller, geknüpft an die exklusive Erlaubnis, bis 2018 Produkte unter diesem Namen in Brasilien herzustellen und zu vermarkten.

Apple hat seine Rechte an dem Namen 2006 angemeldet, inwieweit dies für den brasilianischen Markt relevant ist, ist unklar. Der US-Konzern könnte sich, und das gilt als wahrscheinlichste Variante, außergerichtlich mit IGB einigen und dem Unternehmen seine Rechte abkaufen.

Nicht der erste Fall

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple sich mit ähnlichen oder gleichen Namen herumzuschlagen hat. Wie The Verge berichtet, musste das Unternehmen die Rechte am Begriff "iOS" in den USA erst von Cisco erwerben. Die Rechte an "iPad" in China bescherten dem finanziell angeschlagenen Unternehmen Proview Electronics eine Geldspritze von 60 Millionen Dollar. Und in Mexiko gelang es den Juristen des Konzerns nicht, dem Unternehmen "iFone" die gleichnamige Marke auf gerichtlichem Wege zu entziehen.

GooPhone vs. Apple

Ein mögliches Kuriosum lauert noch in China. Dort hat das Unternehmen GooPhone (bekannt für Nachbauten bekannter Markentelefone) nach eigenen Angaben ein Geschmacksmuster für ein Gerät mit dem Aussehen des iPhone 5 noch vor Erscheinen von selbigem registriert, ein eigenes Telefon unter dem Titel "GooPhone I5" veröffentlicht und Apple vor einigen Monaten mit Klage gedroht, sollte man das jüngste iPhone in der Volksrepublik in den Handel bringen.

Genau das ist Anfang der Woche passiert. Dass GooPhone tatsächlich vor Gericht zieht, darf aber angezweifelt werden.

Unspektakulär

In technischer Hinsicht ist das IGB dem aktuellen Original jedenfalls unterlegen. Es bietet ein 3,7 Zoll-Display mit 480 x 320 Pixel, bietet zwei GB Speicher zur Datenablage, beherrscht zumindest WiFi, 3G, GPS und Dual-SIM und läuft mit Android 2.3.4. Über den Prozessor ist nichts bekannt, vermutlich dürfte unter der Haube aber eine 1-GHz-Singlecore-CPU auf einem MTK 6575-SoC von MediaTek stecken. (red, derStandard.at, 19.12.2012)

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