Fernost-Leitbörsen schließen überwiegend fester

Tokio - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch überwiegend an ihren seit Mitte November bestehenden Aufwärtstrend angeknüpft. Insbesondere in Tokio profitierte die Börse weiterhin von der Hoffnung, dass es unter der neuen japanischen Regierung nochmals geldpolitische Lockerungen geben wird. Zudem wurden die kontinentalen Börsen wie schon am Vortag von den Anzeichen gestützt, dass es in Washington Fortschritte bei den Haushaltsgesprächen geben könnte.

Der Nikkei-225 Index in Tokio zog um 237,39 Zähler oder 2,39 Prozent auf 10.160,40 Punkte an und übersprang damit erstmals seit April wieder die Marke von 10.000 Punkten. Seine Gewinne seit Mitte November hat er damit bereits auf mehr als 17 Prozent ausgebaut. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 128,64 Zähler (plus 0,57 Prozent) auf 22.623,37 Einheiten. Der Shanghai Composite gab hingegen moderat um 0,22 Punkte oder 0,01 Prozent auf 2.162,24 Punkte ab.

Etwas höher schlossen auch die Märkte in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.158,57 Zählern mit einem Plus von 1,78 Punkten oder 0,06 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg um 22,7 Zähler oder 0,49 Prozent auf 4.633,20 Einheiten.

"Die neue japanische Führung zeigt sich entschlossen, gemeinsam mit der Bank of Japan gegen eine Deflation anzukämpfen", sagte ein Experte. Gespannt wird deshalb nach dem Wahlsieg der Liberaldemokraten auf die geldpolitische Sitzung der japanischen Notenbank geblickt, die bis zum morgigen Donnerstag andauern wird. Der designierte Regierungschef Shinzo Abe hatte die Währungshüter am Dienstag aufgefordert, das Inflationsziel auf zwei Prozent zu verdoppeln.

Japanische Finanzwerte gehörten wegen der Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik zu den größten Gewinnern. Aktien der Großbank Mitsubishi UFJ kletterten um mehr als sechs Prozent, und jene des Versicherers Dai-Ichi Life Insurance schossen um neun Prozent hoch. Außerdem ging es für Aktien aus dem Stahlsektor steil bergauf: Kobe Steel etwa profitierten mit plus 13 Prozent von der Spekulation über künftige Investitionen in die Infrastruktur. Der weiterhin unter Druck stehende Yen stützte zudem die Exportwerte, deren Ausfuhren sich damit verbilligen. Titel des Kameraherstellers Canon und des Autobauers Honda rückten jeweils um mehr als sechs Prozent vor.

Negativ im Fokus standen in Hongkong die Papiere des Textilhändlers Esprit, die wegen der Ankündigung eines wahrscheinlichen Halbjahresverlusts um 4,45 Prozent absackten.

Dass die Weltbank ihre Wachstumsprognose für China leicht angehoben hatte, konnte in Shanghai nicht beflügeln. Demnach wird die Wirtschaft in der Volksrepublik im nächsten Jahr um 8,4 Prozent zulegen, wie die Organisation am Mittwoch in Singapur erklärte. Im Oktober hatte die Weltbank noch ein Plus von 8,1 Prozent erwartet. Als Gründe für die besseren Aussichten führte die Weltbank eine expansive Fiskalpolitik sowie eine raschere Umsetzung größerer Investitionsprojekte an. 2014 dürfte sich das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land dann auf etwa acht Prozent verringern. (APA, 19.12.2012)

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