Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Jared Diamond: "Vermächtnis. Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können". S. Fischer 2012, € 25,70

Mark Stevenson: "Morgen ist heute gestern. Eine optimistische Reise in die Zukunft". Piper 2012, € 23,70

Ernst A. Grandits: "2112. Die Welt in 100 Jahren". Olms 2012, € 20,40
Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wird 2013 und die Jahre danach alles besser, oder bleibt alles schlechter? Wie in so vielen Dingen des Lebens kommt es auch bei diesen Fragen auf den Blickwinkel an. Eine zumindest auf den ersten Blick höchst originelle Perspektive auf den Zustand unserer Zivilisation wirft der renommierte US-Anthropologe, Evolutionsbiologe und Bestsellerautor Jared Diamond in seinem neuen, fast 600-seitigen Wälzer Vermächtnis.
Der Professor an der University of California in Los Angeles (UCLA) nahm nämlich seine zahllosen Expeditionen zu sogenannten "traditionellen" Kleingesellschaften rund um den Globus zum Anlass, um darüber zu sinnieren, was uns der ganze zivilisatorische und technische Fortschritt der vergangenen 10.000 Jahre gebracht hat - und was wir dadurch womöglich eingebüßt haben.
Als Einstieg dienen dem Forscher seine zahlreichen Expeditionen nach Neuguinea, wohin er 1964 als 26-Jähriger zum ersten Mal reiste. Bloß gute dreißig Jahre vorher waren Australier erstmals ins Hochland vorgestoßen und entdeckten Hochlandbewohner, die noch in der "Steinzeit" lebten, 1931 mit Grasröcken bekleidet waren und Vogelfedern trugen.
Diamond hält natürlich kein Plädoyer für ein Leben in steinzeitlichen Kleingruppen. Doch seine Beschreibungen traditioneller Kleingesellschaften sind nicht nur spannend, sondern auch lehrreich - auch wenn unter dem Strich dann recht konventionelle Zivilisationskritik dabei herausspringt: Industrienationen mögen materiell reicher sein. Emotional und sozial hingegen sind sie deutlich ärmer. Was ganz so falsch aber wohl auch nicht ist.
Während Jared Diamond dafür plädiert, quasi im Blick in den zivilisatorischen Rückspiegel etwas für das Heute und Morgen zu lernen, kann es der britische Wissenschaftsautor und Kabarettist nicht erwarten, dass die Zukunft passiert und wir das Jahr 2022 schreiben. Ähnlich wie Diamond hat auch er Abertausende von Flugkilometern zurückgelegt - indes nicht auf der Suche nach traditionellen Gesellschaften, sondern nach Orten, wo heute die Welt von morgen erschaffen wird.
Stevenson besuchte auf seiner Reise nach den Spuren der Zukunft Forschungsstätten auf vier Kontinenten, beginnend mit der Uni Oxford quasi vor der Haustür. Am dortigen Future of Humanity Institute beschäftigen sich die Vertreter des Transhumanismus damit, das menschliche Leben zu verlängern - und über die möglichen Folgen nachzudenken.
Sein Besuch bei den Transhumanisten führt dazu, dass er mehr über die Zukunftstrends der Biotechnologie verstehen will. Also macht er sich auf zur Harvard Medical School in Boston und plaudert mit dem Genetiker George Church, der am personalisierten Genom für alle arbeitet. Von dort ist es ein Katzensprung zum Media Lab am MIT, wo an den Robotern der Zukunft gearbeitet wird.
Der mit viel britischem Humor angereicherte Reisebericht führt unter anderem noch in Labors von Nanotechnologen und Raumfahrtspezialisten und endet mit einem optimistischen Resümee: Mensch und Maschine kommen sich immer näher, was sein Gutes haben wird - wenn es uns nur gelingt, die Technik menschlich zu machen.
Noch sehr viel weiter in die Zukunft wagt sich eine ganze Reihe von bekannten Wissenschaftern und Künstlern vor, die der Kulturjournalist Ernst A. Grandits für eine spannende Übung gewann: Die Experten (u. a. Norbert Bolz, Claus Leggewie oder Adolf Holl) sollten darüber nachdenken, wie es mit der Religion, der Politik oder den Medien in 100 Jahren aussehen wird.
Das Buch, das durch den über hundert Jahre alten Bestseller Die Welt in 100 Jahren inspiriert wurde, hat sich mit dem Datum 2112 konzeptuell ein bisschen zu viel vorgenommen. Aber so wie Diamonds instruktive Blicke zurück, so helfen auch die Ausblicke in die Zukunft, erhellende Perspektiven auf das Hier und Heute zu eröffnen. (tasch, DER STANDARD, 19.12.2012)
Menschen jüdischer Herkunft und Abstammung haben zur Hochblüte des Fin de Siècle geführt und es maßgeblich mitgeprägt
Low-Budget-Produktion "Beasts of the Southern Wild" triumphiert über millionenschwere Hollywood-Produktionen
Ausstellung zu prähistorischer Forschung mit ideologischer Einfärbung - Katalog nun erschienen
Aktenmaterial vom Österreichischen Versöhnungsfonds stand zur Verfügung
Kein rundum neuer Marx, aber einer, dessen Leben und Werk präziser dargestellt wird als zuvor: Jonathan Sperbers brillante Biografie
Richard von Schirach hat ein packendes Wissenschaftsdrama über die Entstehung der "Uranbombe" verfasst
Werke über Euthanasie, den aufrechten Gang oder die "Geschichte des Gesichts" nominiert
Dokumente offenbaren moderne bürokratische Verwaltung hinter der Massenvernichtung von Menschenleben
Forscherin Elisabeth Zingerle arbeitet Nuntiatur des Girolamo Portia auf
Historikerin Brigitte Entner präsentiert neue Forschungsergebnisse
Neurowissenschafter V. S. Ramachandran hat ein erstaunliches Buch über die Wunder des Gehirns geschrieben
Sigmund Freud war der prominenteste Forscher, der 1938 aus Wien fliehen musste. Doch was passierte mit seinem Eigentum? Und was mit seiner Lehre?
Einstein als Comic-Held, außergewöhnliche Biografien und SF-Krimis von Peter F. Hamilton, Hannu Rajaniemi und Barbara Slawig
"Was ist falsch am falschen Rembrandt?": Materialforscher eröffnen völlig neue Blickwinkel auf Kunstwerke
Weitere Buchtipps aus dem Bereich Wissenschaft auf dieStandard.at
Die Sahara hat ihren Biografen gefunden: Ralph Austen beschreibt sie unvermutet als einen Ort der Begegnung und des Austausches
Emmanuel Lepages eleganter Comic über eine Schiffsreise in die Antarktis
Warum der Hurrikan Sandy sich als weniger große Katastrophe herausstellen wird, als man zunächst annahm, und was das mit dem Ökonomen Joseph Schumpeter zu tun hat
Der Schriftsteller Jo Lendle hat das Leben des Wissenschafters Alfred Wegener in Literatur gegossen
Robert Petermanns "Donau-Auen" und eine Publikation zum "Biosphärenpark Wienerwald"
"Darwins Palast" von der Edition Lammerhuber begleitet die Ausstellung "Darwins rEvolution"
Wo liegen die Grenzen zwischen Mensch und Tier? Der Evolutionsbiologe Volker Sommer meint, dass Kultur und Natur einander näher sind als manche glauben möchten
Alan Weismans ambivalenter Bestseller "Die Welt ohne uns" legt ein ökologisches Mosaik der nahen und fernen Zukunft aus
"Und, wie wird das Wetter? Prost!" - Der Albtraum eines jeden Apokalyptikers ist eingetreten: Der Klimawandel ist zum Partygespräch geworden
"Gletscher im Klimawandel": Über die Zusammenhänge zwischen Klima- und Gletscherveränderungen
Robert Huxley und Natural History Museum London: "Die großen Naturforscher von Aristoteles bis Darwin"
Der Geo-Atlas Österreich gibt einen Überblick zum geologischen Aufbau des Landes zwischen Vorarlberg und Burgenland
Ein Buch zu Ehren eines Fossils, das Geschichte schrieb: Ludger Bollens "Der Flug des Archaeopteryx" glänzt zwischen Paläontologen-Streit und der Physik des Fliegens
Ein Blick in das Darwin-Archiv der Universitätsbibliothek von Cambridge genügt, um zu erahnen, dass Bilder in der Forschung Darwins wichtig gewesen sein müssen
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.