Dem Auto eine saubere Richtung geben

18. Dezember 2012, 18:30
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Experten diskutierten bei einer internationalen Konferenz in Wien über alternative Antriebssysteme

Der Fahrzeugantrieb bewegt sich im Spannungsfeld zwischen einer sich kontinuierlich verschärfenden Emissionsgesetzgebung, zunehmend steigenden Kundenanforderungen und der Suche nach dem "richtigen" Antriebskonzept. "Aber keiner weiß genau, in welche Richtung es geht", stellte Kisang Lee, Vizechef der F&E-Abteilung des Autoherstellers Hyundai fest. Er war Gast auf der zweitägigen Konferenz Alternative Propulsion Systems and Energy - Eco Mobility 2012, die vergangene Woche in Wien stattfand. Organisiert wurde die Tagung von der Österreichischen Plattform zur Förderung alternativer Antriebssysteme, A3PS.

"Wie es aussieht, bleibt der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit dominant." So sei der Absatz "grüner Autos" in Europa von 15 (2009) auf ein Prozent (2011) zurückgegangen, berichtet der Südkoreaner weiter. " Wir glauben dennoch an einen Paradigmenwechsel."

Alle Optionen offenhalten

Daher arbeite Hyundai gleichzeitig an Autos mit Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenantrieb - einfach deshalb, weil sich der Hersteller alle Optionen offenhalten möchte: "Die Komponenten sind zwischen den Fahrzeugtypen austauschbar. Außerdem können wir so schnell auf Marktveränderungen reagieren", sagte Lee.

Seine Keynote zeigte exemplarisch, wie schwer sich Industrie und Forschung nach wie vor tun, valide Aussagen über das Aussehen der automobilen Zukunft zu geben. Deshalb gibt es unterschiedliche Stoßrichtungen, verschiedene Alternativen werden ausprobiert. So stellte Peter Grabner vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik der TU Graz einen Versuchsmotor vor, der sowohl mit Diesel als auch mit Erdgas (Methan) als Treibstoff läuft. Motoren, die mit Benzin und Erdgas laufen, gibt es schon, aber "der Dieselmotor ist weitaus effizienter als der Ottomotor", merkte Grabner an. Methan habe zudem, verglichen mit Diesel, den Vorteil, 25 Prozent weniger CO2 zu erzeugen. Auch der Einsatz von Biogas sei denkbar, sagte Grabner.

Ein Vorteil dieses Motors ist, dass er quasi sofort in ein bestehendes Fahrzeug eingebaut werden könnte und man zur Not auch mit Diesel weiterfahren kann. Eine ähnliche Stoßrichtung verfolgt die Alset GmbH: Hier wird statt Erdgas allerdings Wasserstoff getankt, der Verbrennungsmotor bleibt die Basis. "Das soll dazu beitragen, den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur voranzutreiben", erklärte Thomas Korn von Alset diesen Ansatz. Der Weg auf den breiten Markt soll über Luxusautos geebnet werden, die mit diesem dualen System ausgestattet sein sollen, sagte Korn.

Andreas Dorda, A3PS-Vorstandsvorsitzender, informierte über das neue Programm des Verkehrsministeriums, "Mobilität der Zukunft", das über die FFG abgewickelt wird. "Dieses Programm soll alle Aspekte der Mobilitätsforschung zusammenbringen, also das gesamte Mobilitätssystem im Blick haben und nicht nur die technische Seite betrachten", erklärte er. (max, DER STANDARD, 19.12.2012)

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